Treffer gegen Okayama
„Der kann ein Faktor werden“: Chukis erstes Werder-Tor weckt Hoffnungen – doch Thioune tritt auf die Euphoriebremse
Chuki weckt mit seinem Debüt-Tor für Werder Bremen Hoffnungen. Es gibt Lob, Trainer Daniel Thioune bremst aber auch überhöhte Erwartungen.
Wenn man sich in den ersten Tagen im Zillertal bei den Fans des SV Werder Bremen umhört, fällt ein Name besonders häufig, wenn es um mögliche Hoffnungsträger für die neue Saison geht: Chuki. Der 22-jährige Spanier weckt bei vielen augenscheinlich die Fantasie, mit seiner Kreativität das zuletzt häufig behäbige und ungenaue Offensivspiel der Bremer beleben zu können. Nach dem 2:0-Testspielsieg gegen den japanischen Erstligisten Fagiano Okayama dürften diese Hoffnungen – und damit auch die Erwartungen im Bremer Umfeld – nicht unbedingt kleiner geworden sein. „Ich fand, er hat heute ein gutes Spiel gemacht“, fasste Sportchef Clemens Fritz den Auftritt Chukis zusammen, der Werder in der 25. Minute nach einer starken Einzelleistung mit einem überlegten Abschluss in Führung gebracht hatte.
Werder Bremen freut sich über Debüt-Tor von Neuzugang Chuki: „Der kann auf jeden Fall ein Faktor werden“
„Wenn wir Richtung Strafraum kommen, müssen wir mit Überzeugung den Torabschluss suchen. Das hat er heute sehr überzeugend gemacht“, lobte Fritz. Allgemein gehörte Chuki in einer offensiv eher biederen ersten Halbzeit noch zu den auffälligsten Aktivposten im Spiel des SV Werder Bremen, auch wenn ihm längst nicht alles gelang. Zu seinem ersten Treffer im Werder-Trikot und dem anschließend eher zurückhaltenden Jubel sagte der Spanier selbst gegenüber den Vereinsmedien: „Normalerweise habe ich nach meinen Toren einen speziellen Jubel, aber den hebe ich mir für die Bundesliga auf.“
Allgemein ist zu spüren, dass der von Zweitligist Real Valladolid ablösefrei an die Weser gewechselte Offensivspieler bereits gut im neuen Team und in seiner neuen Umgebung angekommen ist. „Er hat einen super Fuß, ist stark am Ball, bringt eine gute Komponente ins Spiel und ist individuell sehr stabil“, sagte Innenverteidiger Amos Pieper und hielt vielsagend fest: „Der kann auf jeden Fall ein Faktor werden.“ Das hofft selbstverständlich auch Cheftrainer Daniel Thioune, wenngleich der auf die Euphoriebremse trat. „Für mich muss so ein Spieler erst einmal ankommen – fremdes Land, fremde Kultur, fremde Menschen. Es würde mich überraschen, wenn dann alle direkt durch die Decke gehen.“
Werder-Bremen-Trainer Daniel Thioune bremst Erwartungen bei Chuki: „Man muss ihm Zeit geben“
Auch Thioune dürfte schließlich in den ersten beiden Wochen beobachtet haben, dass Chuki zwar bereits vielversprechende Ansätze zeigte, in anderen Situationen aber ebenso erkennen ließ, dass er vor allem im Zweikampfverhalten und in der Entscheidungsfindung noch Entwicklungsschritte vor sich hat. Dennoch betonte der Werder-Coach: „Er hat ganz spannende Ansätze, einen klasse Freistoß, und jetzt haben wir auch gesehen, wie scharf sein Fuß sein kann.“ Ihn jedoch schon jetzt öffentlich zum neuen Unterschiedsspieler zu erklären, dafür ist es dem 52-Jährigen noch deutlich zu früh: „Es wäre unangemessen, ihn jetzt schon zu bewerten. Ich glaube, da braucht man noch ein bisschen mehr Zeit – und die muss man ihm auch geben.“ (bvo/dco)
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