Kohfeldt erklärt, wie entschieden wird
Pizarro gibt die Richtung für seine Zukunft vor
Bremen – Zusätzlicher Job für Claudio Pizarro! Die spielende Werder-Legende bekam vor dem Augsburg-Spiel am vergangenen Sonntag von Trainer Florian Kohfeldt eine ganz besondere Aufgabe, der Stürmer durfte erstmals vor der Mannschaft sprechen, sie auf das so wichtige Heimspiel einstimmen.
Das unterstreicht einmal mehr den besonderen Stellenwert des 40-Jährigen – und Kohfeldt überlässt es seinem Star auch praktisch selbst, über die Zukunft bei Werder zu entscheiden. Gut möglich, dass der Peruaner noch eine Saison in Bremen dranhängt.
Kohfeldts Respekt könnte kaum größer sein
„Claudio wird auf uns zukommen, wenn er weitermachen will. Und dann besprechen wir das“, sagt Kohfeldt. Auch ihm fällt es schwer, sich einen SV Werder ohne Pizarro vorzustellen: „Ich hätte ihn auch gerne noch mit 45 dabei, aber irgendwann ist halt eine natürliche Grenze gesetzt.“ Nur wer bestimmt sie? Die Antwort ist ganz einfach: Pizarro selbst! Der Respekt von Kohfeldt vor seinem außergewöhnlichen Star könnte größer kaum sein. „Vielleicht klingt das jetzt etwas naiv“, leitet der 36-jährige Coach ein: „Aber für mich ist es ganz, ganz wichtig, dass es den richtigen Moment für ihn gibt. Mit so einer Karriere kannst du nicht irgendwie aus der Hintertür weg – das muss passen.“
Diesmal soll es ein für beide Seiten angenehmer Abschied werden, keiner unglücklich sein. So war es vor zwei Jahren gewesen, als der damalige Coach Alexander Nouri den Stürmer nicht mehr behalten wollte. Pizarro wäre dagegen gerne geblieben. Wirklich gute Gespräche hat es damals wohl nicht gegeben. Das soll diesmal anders sein.
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Pizarro hat Legendenstatus noch erweitert
Ohnehin ist die Wertschätzung für Pizarro inzwischen wieder eine ganz andere. Kohfeldt betont: „Sein sportlicher Wert ist für uns immer noch sehr hoch.“ Erst vor gut einer Woche hat Pizarro im Pokal in Dortmund getroffen – und wie. „Mit diesem Tor hat er seinen Legendenstatus noch erweitert“, schwärmt der Coach. Denn diesen Ball hätten nicht viele Bundesliga-Stürmer so versenkt, das können nur ganz besondere Spieler. „Claudio ist ein Phänomen. Er war schon immer unfassbar gut – und ist es jetzt auch noch im Alter“, huldigt Kohfeldt seinem Angreifer. Er liegt ihm aber gewiss nicht zu Füßen, bringt ihn nur dann, wenn er ihn braucht. Das Projekt Pizarro funktioniert bei Werder auch deshalb nur so gut, weil der Spieler seine Rolle bestens kennt, nicht mault, wenn andere Spieler, gerade die jüngeren, ran dürfen.
„Wir sind ein Stück weit dabei, auch andere Integrationsfiguren für Werder Bremen aufzubauen. Es wäre schön, wenn da ein guter Wechsel stattfinden würde“, sagt Kohfeldt und erinnert voller Realismus daran: „Wir müssen uns alle damit beschäftigen, dass es irgendwann diesen Tag geben wird.“ Was er damit meint ist klar: Pizarro kann nicht ewig für Werder spielen, aber vielleicht noch eine weitere Saison.