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Bremen – Entschieden und unterschrieben ist zwar noch nichts, aber alles deutet daraufhin: Claudio Pizarro wird ein weiteres Jahr für den SV Werder spielen – und dann auch mit stolzen 41 Jahren noch für die Bremer auf Torejagd gehen.
Schon in dieser Woche könnten beide Seiten alles klar machen, spätestens am letzten Spieltag in knapp zwei Wochen gegen Leipzig soll die Entscheidung bekannt gegeben werden. Nach Informationen der DeichStube geht es wohl nur noch um Kleinigkeiten, grundsätzlich steht die Ampel schon auf Grün-Weiß.
Fans liegen Pizarro zu Füßen
Die Fans werden begeistert sein. Sie liegen ihrem Claudio Pizarro schon seit Jahren zu Füßen – und diese Verbindung wird immer enger und enger. Als der Peruaner nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund beim Sky-Interview am Spielfeldrand stand, mussten Moderator Sebastian Hellmann und Experte Lothar Matthäus mit der ersten Frage einige Zeit warten. Die Werder-Fans sangen so laut „Piiizarro, oho, Piiizarro, ohohoho“, wer wollte sie dabei schon unterbrechen?
Gefragt wurde irgendwann dann trotzdem, und natürlich ging es auch um die Zukunft des schon 40-Jährigen. „Ich habe immer noch viel Lust auf Fußball“, sagte Pizarro und grinste zufrieden. Kein Wunder, er hatte mal wieder allen gezeigt, dass das Alter im Fußball keine Rolle spielen muss. Werder lag am Boden, als Pizarro nach einer Stunde beim Stand von 0:2 eingewechselt wurde – gemeinsam mit Kevin Möhwald. Die Joker stachen. Erst profitierte Möhwald bei seinem Schuss von einem Patzer des BVB-Keepers Roman Bürki (70.), dann versenkte Pizarro eine Vorlage von Ludwig Augustinsson (75.), der zuvor Verteidiger Manuel Akanji den Ball geklaut hatte. Egalisiert war die Dortmunder Führung durch Christian Pulisic (6.) und Paco Alcacer (41.). Beinahe hätte Pizarro per Kopf auch noch das 3:2 gemacht.
Es ist unglaublich, welchen Einfluss Pizarro auf das Werder-Spiel hat. Dass ihn Florian Kohfeldt in solchen Momenten immer wieder bringt, zeigt das große Vertrauen des Trainers in den Altstar. Ein Martin Harnik oder ein Josh Sargent blieben dagegen auf der Bank.
Auch Müller-Wohlfahrt behandelt Pizarro
28 Pflichtspiele hat Claudio Pizarro in dieser Saison bestritten, dabei sechs Tore erzielt und zwei vorbereitet. Das sind keine Wahnsinnszahlen, aber in Relation zu seinen Einsatzzeiten sieht das schon ganz anders aus. Meistens kam der Peruaner als Joker zum Einsatz. In der Bundesliga traf er alle 157 Minuten, im Pokal alle 60 Minuten. Zum Vergleich: Toptorschütze Max Kruse (11 Treffer) war in der Bundesliga „nur“ alle 258 Minuten erfolgreich, Milot Rashica (8) alle 176 Minuten und Martin Harnik (4) alle 207 Minuten.
Pizarro kann es also noch. Auch der Körper spielt mit. Drei Spiele Pause wegen einer Oberschenkelverletzung, das war es schon in dieser Saison. Die Ursache lag im Rücken. Deswegen lässt sich Pizarro ausgiebig behandeln, manchmal wird er im Training sogar auf dem Platz von einem Physiotherapeuten zurechtgebogen. Notfalls geht es auch mal zu seinem ehemaligen Arzt beim FC Bayern München, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.
Füllkrug könnte von Pizarro-Verlängerung profitieren
Es spricht also nichts gegen eine weitere Saison. Höchstens die Verpflichtung von Niclas Füllkrug, der schon für das Sturmzentrum geholt wurde. 6,3 Millionen Euro überweisen die Bremer nach Hannover, um ihren Ex-Spieler zurückzuholen. Dem 26-Jährigen gehört bei Werder die Zukunft. Aber auch Füllkrug könnte von einem so erfahrenen und vor allem so erfolgreichen Star wie Pizarro profitieren.
Und wie sollte der 36-Jährige das auch seiner Tochter erklären? „Sie möchte, dass ich ihn nach Hause einlade. Sie ist dreieinhalb Jahre alt und kennt nur Pizarro“, scherzte Kohfeldt und fügte noch an: „Für einen Vater ist es hart, wenn man nicht die Nummer eins ist.“ Das könne doch auch ein Grund sein, „ihn loszuwerden“, merkte der Coach noch an – und lachte.
Pizarro macht Werder einfach nur Spaß. Er hat gegen Dortmund sein 150. Pflichtspieltor für die Grün-Weißen erzielt. Weitere sollen in dieser und dann auch in der nächsten Saison folgen.