Werder-Transfer-News

Fritz erklärt Werders neuen Transfer-Kurs – weitere Neuzugänge möglich?

Werder Bremen hat seinen Transfer-Kurs verändert: Sportchef Clemens Fritz erklärt, warum – und ob noch weitere Neuzugänge kommen könnten.

Wenn Daniel Thioune am Sonntag um 15 Uhr seine Mannschaft zum ersten Training der neuen Saison bittet, werden bereits einige Neuzugänge ihre ersten Schritte im Dress des SV Werder Bremen gehen. Während es in den vergangenen Jahren meist lange dauerte, bis Verstärkungen am Osterdeich eintrafen, können Sportchef Clemens Fritz und sein Team zum Vorbereitungsstart bereits sieben Neuzugänge präsentieren. Rechnet man die vielversprechenden Verpflichtungen der beiden Youngster Darwin Soylu und Karlo Simic vom VfL Wolfsburg hinzu, die ebenfalls an die Profis herangeführt werden sollen, sind es sogar neun. Doch woher kommt der Kurswechsel in der Bremer Transferpolitik?

In der vergangenen Saison gab der SV Werder Bremen zehn Millionen Euro für Samuel Mbangula (links) aus - Clemens Fritz (rechts) erklärt, dass ein ähnlicher Transfer in dieser Spielzeit nur möglich ist, wenn die Grün-Weißen Transfereinnahmen generieren.

Werder Bremens Clemens Fritz über die vergangene Sommer-Transferperiode: „Sind damit sehr selbstkritisch umgegangen“

„Weil wir den vergangenen Transfersommer analysiert und unsere Lehren daraus gezogen haben“, sagt Clemens Fritz im Interview mit der DeichStube – und der Sportchef des SV Werder Bremen ergänzt: „Im letzten Jahr hatten wir ebenfalls viele Veränderungen im Kader und die Mannschaft erst sehr spät zusammen, was sich nicht als optimal erwiesen hat.“

Damals investierten die Bremer früh eine hohe Ablösesumme in Samuel Mbangula, der für zehn Millionen Euro von Juventus Turin kam, und gingen damit ins Risiko. Da die einkalkulierten Transfereinnahmen anschließend ausblieben, konnten die Verantwortlichen zum Ende des Transferfensters nur noch auf Leihen setzen – das Ergebnis ist bekannt. „Wir sind damit sehr selbstkritisch umgegangen und haben unseren Kurs angepasst“, betont Sportchef des SV Werder Bremen.

Die klare Devise lautet daher, den Kader so früh wie möglich beisammenzuhaben. „Wir haben schon einiges von unseren Ideen umsetzen können, weil wir sehr früh und intensiv Gespräche geführt haben. Das hat dazu beigetragen, die Jungs vom Werder-Weg zu überzeugen und früh Klarheit zu schaffen“, freut sich Clemens Fritz. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass der Kaderumbruch beim SV Werder Bremen damit noch nicht beendet ist. „Abgeschlossen sind die Transferpläne nicht, im Gegenteil: Es wird noch die eine oder andere Veränderung im Kader geben. Zwei bis drei Neuzugänge sind noch möglich, im Falle von Abgängen auch mehr.“

Cameron Puertas weiter ein Wunschkandidat des SV Werder Bremen - doch der Spanier ist wohl zu teuer

Vor allem im Sturm sucht Werder Bremen weiterhin nach einem potenziellen Stammspieler, zudem soll noch ein vierter Außenverteidiger kommen. Auch im Mittelfeld, wo Cameron Puertas weiterhin ein Wunschkandidat ist, könnte sich noch etwas tun. Ein Transfer des kostspieligen Spielmachers wäre womöglich aber erst spät im Sommer zu realisieren.

Zuvor müssten weitere Einnahmen erzielt werden. Zwar kamen vier der sieben Neuzugänge ablösefrei (Quetant, Chuki, tten, Schlager), und Werder Bremen zahlte für Dariusz Stalmach nach DeichStube-Infos lediglich eine Ablöse im sechsstelligen Bereich. Die Verpflichtungen von Oskar Wojcik und Karl Hein kosteten jedoch jeweils drei Millionen Euro.

Dieses Geld wurde im laufenden Geschäftsjahr bislang noch nicht durch Verkäufe eingenommen. Zwar wechselte Stammtorwart Mio Backhaus für rund 15 Millionen Euro zum SC Freiburg, die Ablöse floss jedoch noch ins alte Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete. „Es ist bekannt, dass Werder Bremen ein Verein ist, der von Transfereinnahmen lebt. Daran hat sich 2026 nichts geändert. Wir müssen also auch im laufenden Geschäftsjahr bis spätestens zum 30. Juni 2027 wieder Transfereinnahmen erzielen – auch in diesem Sommer. Das ist Fakt“, stellt Clemens Fritz klar.

Die bisherigen Ausgaben für Karl Hein und Oskar Wojcik bezeichnet der Sportchef als „gut durchdachte Vorgriffe“. Kann Werder Bremen bis zu einem weiteren Verkauf also nicht mehr auf dem Transfermarkt aktiv werden? „Wir sind weiterhin handlungsfähig und haben uns einen Rahmen gesetzt, in dessen Grenzen wir investieren und ins Risiko gehen wollen“, sagt Fritz. Klar ist allerdings: Ein Transfer in der Größenordnung von Samuel Mbangula ist nur nach vorherigen Verkäufen möglich. „Ohne Verkäufe ist es definitiv nicht machbar“, betont Clemens Fritz. (bvo/dco)

Rubriklistenbild: © Imago/DeFodi Images/gumzmedia

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