Ex-Kapitän wird neuer Sportchef
In knapp 18 Jahren vom Platz in die Chefetage: Clemens Fritz‘ bewegter Werder-Weg
Clemens Fritz wird Geschäftsführer Fußball beim SV Werder Bremen - ein Meilenstein in einer bereits langen grün-weißen Karriere. So lief Fritz‘ Weg bei Werder.
Bremen - Er war Spieler der Bundesliga-Mannschaft und später sogar ihr Kapitän, wurde nach dem Karriereende zum Ehrenspielführer ernannt, hat im Verein ein Traineeprogramm absolviert, die Leihspieler betreut, die Scouting-Abteilung geleitet und firmiert bis heute unter dem Titel Leiter Profifußball - keine Frage: Clemens Fritz hat in den vergangenen siebzehneinhalb Jahren einen bewegten Weg beim SV Werder Bremen zurückgelegt. Im Sommer kommt mit der Beförderung zum Geschäftsführer Fußball der bisher größte Meilenstein für den 43-Jährigen hinzu. Gewappnet dafür fühlt er sich definitiv - weil er sich durch eigenes Engagement und die Erfahrungen, die er bei Werder sammeln konnte, als bestens vorbereitet ansieht.
Nach dem Karriereende als Spieler: Clemens Fritz wird bei Werder Bremen für Funktionärs-Karriere aufgebaut
„Als ich damals nach Bremen gekommen bin, und das ist wirklich schon einige Jahre her, habe ich schnell gespürt, dass Werder etwas Besonderes ist“, sagt Clemens Fritz, der im Sommer 2006 von Bayer 04 Leverkusen an den Osterdeich wechselte. In Bremen wurde der gebürtige Erfurter prompt zum deutschen A-Nationalspieler (insgesamt 22 Einsätze) und sukzessive zu einem der Gesichter des Teams, zunächst noch als Rechtsverteidiger, später dann im defensiven Mittelfeld. 2011 übernahm er das Kapitänsamt von Per Mertesacker. Die Binde trug er bis zum Ende seiner Laufbahn 2017, als er nach einem Riss des Syndesmosebandes nicht mehr zurückkam - und doch blieb.
„Mir wurde schon von Klaus Allofs ein Anschlussvertrag angeboten“, erinnert sich Fritz, der 2018 ein Traineeprogramm im Verein antrat. Bis heute, so versichert es der kommende Werder-Sportchef, würde er davon profitieren. „Ich hatte die Möglichkeit, Werder als Unternehmen von Grund auf kennenzulernen. Ich war in der Kommunikationsabteilung, im Marketing, im Vertrieb, im Call-Center und im Ticketing“, sagt Clemens Fritz - und betont: „Das war unheimlich wichtig für mich, um ein Gefühl für das Unternehmen zu bekommen und es zu verstehen.“ Schon damals war es der Plan aller Beteiligten, dass der Ex-Profi auf Funktionärsebene eine zweite Karriere startet. Im November 2019 übernahm Fritz dann die Scouting-Abteilung des SV Werder Bremen.
Clemens Fritz folgt bei Werder Bremen auf Sportchef Frank Baumann: „Möchte positiven Weg fortführen und weiterentwickeln“
„Es war ein ständiger Entwicklungsprozess, zu dem ich bereit war, weil ich große Lust darauf hatte“, sagt der Familienvater, der im Verein sukzessive aufstieg, sich 2022 aber eine spezielle „Dienstreise“ erbat. Zwei Monate lang lebte Clemens Fritz mit seiner Familie in den USA, um sich unter anderem in der US-amerikanischen Profiligen MLS und NBA fortzubilden, auch Investmentfirmen sah sich Fritz an. Im Herbst 2022 schloss er zudem den Studiengang „Executive Master for International Players“ der UEFA ab. „Das Studium hat mir nochmal einen komplett anderen Input verschafft“, betont Fritz, der dem klassischen „Learning by doing“ im Alltag bei Werder Bremen ebenfalls große Bedeutung beimisst.
„Ich habe bei Werder die Möglichkeit bekommen, mich zu entwickeln, was nicht selbstverständlich ist. Dafür bin ich Frank Baumann sehr dankbar.“ Der scheidende Sportchef des SV Werder Bremen „hat mir großes Vertrauen und Freiheiten entgegengebracht. Seine Tür stand immer für mich offen“, sagt Clemens Fritz - und hebt hervor: „Als mir die Frage gestellt wurde, ob ich mir die Rolle als Nachfolger von Frank vorstellen kann, habe ich sie schnell mit Ja beantwortet. Werder ist mir unheimlich ans Herzen gewachsen, und ich möchte den positiven Weg, den wir in den letzten Jahren gegangen sind, fortführen und weiterentwickeln.“ (dco)