Werder-Coach schätzt Qualitäten

Werder-Trainer Thioune über Rückkehrer Victor Boniface: „Wenn eine Flanke kommt, spielen 300 Gramm oder drei Kilo keine Rolle“

In seiner besten körperlichen Verfassung ist Victor Boniface noch nicht – Daniel Thioune glaubt trotzdem, dass der Stürmer Werder Bremen helfen kann!

Die frühzeitige Rückkehr von Victor Boniface zum SV Werder Bremen kam für viele überraschend – und hat unweigerlich die Frage aufgeworfen, ob der Stürmer noch einmal zum Faktor im Abstiegskampf werden kann? Werder-Trainer Daniel Thioune hat nun erstmals eine Antwort auf diese Frage gegeben, die Erwartungen dabei aber bewusst gedämpft. Zwar zeigte sich der Coach am Gründonnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) grundsätzlich erfreut darüber, den 25-Jährigen nach dessen Knie-Operation im Januar wieder im Training begrüßen zu können. Gleichzeitig machte er aber unmissverständlich klar: Boniface steht „in der Bringschuld“.

In seiner besten körperlichen Verfassung ist Victor Boniface noch nicht - Daniel Thioune glaubt trotzdem, dass der Stürmer Werder Bremen helfen kann!

Werder Bremens Daniel Thioune über Victor Boniface: „Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass er körperlich in einer besseren Verfassung ist“

„Erstmal freue ich mich, Victor jetzt auch kennenlernen zu dürfen“, erklärte Daniel Thioune und berichtete von einem längeren Telefonat zwischen ihm und dem Angreifer des SV Werder Bremen in der Länderspielpause. In diesem habe der Rückkehrer „seine Bereitschaft signalisiert, uns im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Und nichts anderes erwarte ich von ihm“, so Thioune. Doch trotz aller Freude darüber, mit Victor Boniface nun eine zusätzliche Option in der Hinterhand zu haben, bleibt der Trainer realistisch. Denn Boniface ist aktuell weit entfernt von seiner Bestform.

„Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass er körperlich in einer besseren Verfassung ist“, sagte Daniel Thioune offen. Statt ihn als sofortige Verstärkung einzuplanen, denke er daher in kleineren Schritten. Eine zentrale Rolle sieht er vorerst nicht: „Es ist heute nicht der Fall, dass wir ihn spielen lassen können. Es wird in den nächsten Wochen vielleicht nicht der Fall sein. Unsere Aufgabe wird sein, ihn spielfähig zu bekommen.“ Sollte das gelingen, winken dem bulligen Mittelstürmer auch wieder Einsätze im Trikot des SV Werder Bremen. Allerdings ist für Victor Boniface im Saisonendspurt maximal eine Joker-Rolle angedacht. 

Werder Bremens Daniel Thioune über Victor Boniface: „Es gibt kein Versprechen, dass er Platzzeit bekommt.“

Daniel Thioune hat dafür bereits konkrete Szenarien im Kopf: „Wenn man nach Köln fährt oder vielleicht in 14 Tagen, wenn der HSV kommt. In so einem Derby Victor Boniface zu haben und ihn auf den Platz zu schicken, wo er ein paar Minuten den Gegner bedrohen kann, damit ist uns allen ja geholfen.“ Gerade in diesen Spielen auf Augenhöhe oder in Phasen mit viel Ballbesitz könne der Stürmer aus Sicht des Cheftrainers des SV Werder Bremen wertvoll werden. Für laufintensive Partien gegen Topteams wie RB Leipzig (Werder live im TV und Livestream) oder am letzten Spieltag gegen Borussia Dortmund sei er aktuell dagegen „der falsche Spieler“.

Einen Bonus wegen seines Namens oder früherer Leistungen werde es für den einstigen Double-Sieger mit Bayer 04 Leverkusen aber keinesfalls geben. Daniel Thioune: „Er muss ins Qualifying gehen mit allen anderen.“ Klare Worte findet der Coach des SV Werder Bremen auch in Bezug auf mögliche Erwartungen an Einsatzzeiten. „Es gibt kein Versprechen in meine Richtung, auch in seine Richtung dann nicht, dass er Platzzeit bekommt.“ Die müsse sich Victor Boniface erarbeiten.

Werder Bremens Daniel Thioune: „Wenn ich das Gefühl habe, dass Victor Boniface der Mannschaft helfen kann, wird er auch Platzzeit bekommen“

Ein Schlüssel für eine erfolgreiche Rückkehr in die Bundesliga soll in der täglichen Herangehensweise liegen. „Wir sind überzeugt davon, dass es bei Victor nicht das Individualtraining sein wird, sondern eher das Mannschaftstraining, teilintegrativ“, erklärte Daniel Thioune seinen Ansatz, der bereits in der Einheit am Mittwoch zu beobachten war, als der 13-fache nigerianische Nationalspieler schon wieder voll mitmischte. So könne Victor Boniface Schritt für Schritt wieder an Tempo und Intensität herangeführt werden – etwa in direkten Duellen oder Umschaltsituationen. „Dann kann man als Trainer Eindrücke gewinnen: Wie viel kann er uns noch helfen?“ Die körperlichen Defizite seien zwar offensichtlich, werden intern aber pragmatisch behandelt. „Natürlich lässt sich nicht wegdiskutieren, dass vielleicht das eine oder andere Gramm zu viel da ist“, gab der Übungsleiter des SV Werder Bremen zu, relativierte aber zugleich: „Wenn eine Flanke reinkommt, spielen 300 Gramm oder drei Kilo keine Rolle, sondern dann geht es darum, welche Haltung habe ich dazu, wie gehe ich in den Ball rein und welche Qualität habe ich im Abschluss.“

Am Ende zählt für Daniel Thioune eben nur die Leistung auf dem Platz. Und Victor Boniface bringt die Bereitschaft mit, der Mannschaft zu helfen. Nun liege es am Angreifer des SV Werder Bremen, sich in die nötige Verfassung zu bringen. „Wenn ich das Gefühl habe, dass er der Mannschaft helfen kann, dann wird er auch die Platzzeit bekommen.“ (mwi)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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