Journalist berichtet von neuem Interesse
Werder dank Osako wieder ein Thema in Japan
Bremen - Einerseits ist Yuya Osako in Japan eine Marke, weil er der ist, der er ist. Die Nummer 9 des WM-Teams von 2018, das es zur Begeisterung des ganzen Landes ins Achtelfinale geschafft hatte. Andererseits wäre Yuya Osako wohl noch berühmter, wenn er nicht der wäre, der er ist.
Nämlich still, zurückhaltend, bescheiden. „Der Hype um Spieler wie Keisuke Honda oder Atsuto Uchida ist in Japan größer. Aber das fußballerische Interesse an Osako ist sehr groß. In ihm sehen die meisten den Stammstürmer der Zukunft für die ‚Samurai Blue‘“, sagt Tatsuro Suzuki, ein in Berlin lebender japanischer Journalist.
Kurios daran: In Deutschland wird Osako als hängende Spitze oder als Zehner gesehen, Werder-Coach Florian Kohfeldt würde den Japaner „in einem sehr offensiven System“ sogar als Achter aufbieten. In seiner Heimat spielt Osako dagegen den zentralen Stürmer – oft sogar als Einzelkämpfer. „Diese unterschiedlichen Rollen werden auch in Japan thematisiert“, sagt Suzuki.
Osako ein „anständiger und verantwortungsbewusster Charakter“
Das Gute für Werder ist daran, dass der Club im fernen Asien wieder populär wird. Das wurde wohl auch Zeit, denn die Generation der Fußball-Fans, die zu Zeiten von Yasuhiko Okudera (von 1981 bis 1986 in Bremen) auf Werder aufmerksam geworden sind, kommt langsam in die Jahre. „Jüngere Fans kennen Werder aber auch noch als Bayern-Jäger, der mit Stars wie Miroslav Klose, Torsten Frings, Johan Micoud oder Diego sensationell gespielt hat“, meint Suzuki. Doch auch das ist schon einige Jahre her.
Mit Osako rückt der Verein nun wieder stärker ins Bewusstsein der Japaner. Und das auch ohne öffentlichkeitswirksames Verhalten des Protagonisten. Über Osako hat Nationalmannschaftskollege Maya Yoshida neulich geschrieben, dass der Neu-Bremer vor allem viel Zeit mit seiner Familie verbringe und sehr gut mit kleinen Kindern umgehen könne. Pop-Star-Qualitäten sind das nicht. „Werder hat sich aber einen Stürmer mit einem netten, anständigen und verantwortungsbewussten Charakter geholt“, so Suzuki.
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