Ex-Werder-Profi nun Berater

Seitenwechsel mit Blick für die Jugend: Wie Hunts Arbeit als Spielerberater aussieht und welche Rolle Werder dabei spielt

Aaron Hunt ist inzwischen als Spielerberater tätig - und spricht mit der DeichStube über Talente, die es ihm angetan haben, und eine missglückte Zusammenarbeit zwischen einem seiner Spieler und dem SV Werder Bremen.

Bremen – Die prominenten Club-Namen sind geblieben, die Stadien allerdings mittlerweile etwas kleiner geworden. Noch. Vor mehr als zwei Jahren vollführte Aaron Hunt den Seitenwechsel, verwandelte sich nach seinem Karriereende 2022 Stück für Stück zum Spielerberater. Mit seiner Agentur, die seinen Namen trägt, hat sich der Ex-Profi vor allem dem Nachwuchs verschrieben und pflegt dabei auch noch intensive Kontakte zum SV Werder Bremen. Welche Talente es dem inzwischen 39-Jährigen angetan haben und wie er mit einer missglückten Zusammenarbeit zwischen einem seiner Spieler und dem alten Club umgeht, hat er im Gespräch mit der DeichStube verraten.

Aaron Hunt ist inzwischen als Spielerberater tätig - und spricht mit der DeichStube über Talente, die es ihm angetan haben, und eine missglückte Zusammenarbeit zwischen einem seiner Spieler und dem SV Werder Bremen.

Ex-Profi Aaron Hunt läuft noch für die Traditionsmannschaft des SV Werder BRemen auf

Zuletzt war Aaron Hunt mal wieder ein viel gefragter Mann, schließlich trafen in der Bundesliga seine beiden früheren Arbeitgeber Werder Bremen und Wolfsburg aufeinander. Da war die Expertise des Goslarers gern genommen, der dank seiner zusätzlichen Station beim Hamburger SV ein ausgewiesener Fachmann ist, was den norddeutschen Fußball angeht. Und genau dieses Wissen macht sich der frühere Offensivakteur, der noch immer regelmäßig für die Bremer Traditionsmannschaft aufläuft, in seinem neuen Aufgabengebiet zunutze. 22 Spieler betreut Hunt mit seinen drei Mitstreitern, sechs davon sind aktuell am Osterdeich in den Altersklassen U14 bis U19 unterwegs. „Dadurch bin ich dann auch öfter in Bremen oder auch auf den Plätzen dort am Stadion“, erzählt Hunt.

Da ist zum Beispiel Kevin Manthey. Der 18-Jährige ist Teil der grün-weißen U19, hat in neun Partien der DFB-Nachwuchsliga auf dem Platz gestanden. Und weil dem Stürmer dabei sogar sechs Treffer gelungen sind, durfte er zuletzt bereits dreimal bei der U23 reinschnuppern. „Kevin bringt athletisch alles mit von der Körperlichkeit, den Sprints und der Schnelligkeit her“, meint Aaron Hunt anerkennend. „Man merkt sofort, dass er sich nicht großartig schwertut im Herrenbereich. Er hat aber auch noch Themen, die eher im technischen Bereich und beim Spielverständnis liegen, bei denen er sich noch verbessern muss.“ Der frühere Kapitän des SV Werder Bremen wirbt dennoch ordentlich für seinen Klienten: „Vom Grundpaket her bringt er schon vieles mit. Er ist ein echter Neuner, die immer händeringend gesucht werden.“

Ex-Werder-Bremen-Profi Aaron Hunt über Eymen Demir: „Er ist auf seiner Position schon sehr weit und ein sehr schlauer Spieler“

Nicht weniger interessant ist die Personalie Eymen Demir. Der gebürtige Bremerhavener stammt ebenfalls aus der Jugend des SV Werder Bremen, steht seit 2024 aber bei Hannover 96 unter Vertrag. Der 15-jährige offensive Mittelfeldspieler ist bei den Niedersachsen in der U17 angesiedelt, trainierte zuletzt aber bereits mit den Profis. Das weckt natürlich die Hoffnung, dass der Schützling von Aaron Hunt vielleicht auch selbst den Sprung auf die große Fußballbühne schafft. „Eymen ist auf seiner Position schon sehr weit und ein sehr schlauer Spieler, der technisch top ist“, skizziert der Ex-Profi die Qualitäten des Youngsters. „Er hat sich durchweg positiv entwickelt, seitdem er in Hannover ist. Diese Saison hat er nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. Technisch und vom Spielverständnis her gibt es wenige in seinem Alter, die da auf seinem Level sind.“

Dass die Stimmungskurve nicht immer nur nach oben zeigt, beweist die Personalie Ivan Yermachkov. Der 1,95 Meter große Abwehrspieler war im Sommer 2024 zu Werder Bremen gewechselt und wollte sich bei der U23 behaupten. Doch dazu kam es nicht, denn der Ukrainer spielte überhaupt keine Rolle, weshalb sein Vertrag schließlich aufgelöst wurde. Vor einigen Wochen fand Yermachkov beim ukrainischen Erstligisten FC LNZ Cherkasy eine neue sportliche Heimat. „Er hat noch die U19-EM gespielt, ist dann zu Werder zurückgekommen und war plötzlich nicht mehr gut genug“, zeigt sich Aaron Hunt von den vorherigen Entwicklungen enttäuscht. „Das ergibt für mich keinen Sinn. Gott sei Dank haben wir für ihn noch eine gute Lösung gefunden.“

Es sind Turbulenzen wie diese, die zum Berateralltag dazugehören. „Es macht auch den Reiz aus, dass man eigentlich nie weiß, was der nächste Tag bringt“, sagt Aaron Hunt. Der frühere Profi des SV Werder Bremen hat für sich und sein Unternehmen einen klaren Plan vor Augen: „Wir wollen keine Riesenagentur werden, sondern versuchen, alles ein bisschen kleiner und familiärer zu halten. Wir wollen nicht 100 oder 150 Spieler haben, sondern einige ausgewählte Jungs weiterentwickeln. Ich habe das früher alles selbst durchlebt und möchte jetzt mit meiner Erfahrung anderen Spielern auf ihrem Weg weiterhelfen.“ (mbü/mwi)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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