Wie lange fällt Kownacki aus?
Kommentarlos Richtung Kabine: Werder-Stürmer Dawid Kownacki verlässt bei Hannover-Test frustriert den Platz
Bei der Testspiel-Pleite des SV Werder Bremen gegen Hannover 96 verließ Dawid Kownacki noch in der ersten Halbzeit völlig frustriert den Platz und stapfte in die Kabine. Trainer Ole Werner klärte nach dem Abpfiff auf.
Hannover – Fast wäre Dawid Kownacki seinem Gegenspieler in die Hacken getreten, doch beim Sprintduell mit Cedric Teuchert bekam der Stürmer des SV Werder Bremen seine Beine gerade noch rechtzeitig sortiert. Verhängnisvoll war die Szene aus der 36 Minute im Testspiel bei Zweitligist Hannover 96 (1:3) dennoch. Denn nur Sekunden nach seinem Antritt griff sich Kownacki an den rechten Oberschenkel und verschwand daraufhin kommentarlos in der Kabine. Schiedsrichter Harm Osmers, die Profis auf dem Platz und auch die Coaches an den Seitenlinien schauten dem Angreifer nur irritiert hinterher. Ein Abgang, der Fragen aufwarf – und in den Augen von Werder-Trainer Ole Werner dennoch mehr als verständlich war.
Trainer Ole Werner über Werder Bremens Dawid Kownacki: „Brutal enttäuscht“
„Das hat er gemacht, weil er brutal enttäuscht war“, schilderte der 35-Jährige. „Er hatte sich wahnsinnig viel für das Spiel vorgenommen und wollte sich zeigen. Er hat ja bis zu diesem Zeitpunkt auch wirklich ordentlich gearbeitet.“ Hinter Dawid Kownacki liegen keineswegs einfache Monate. Der Ex-Düsseldorfer war im vergangenen Sommer mit der Hoffnung an die Weser gewechselt, einen Stammplatz in der Bremer Offensive zu ergattern. Geklappt hat das nicht. Der 26-Jährige schaffte es lediglich drei Mal in die Startelf, überhaupt stand er nur in 16 von 25 möglichen Partien auf dem Platz. Auf einen Treffer oder eine Torvorlage wartet er noch immer. An Marvin Ducksch und vorher auch Rafael Borré war deshalb kein Vorbeikommen, zuletzt rutschte er in der Hierarchie bei Werder Bremen auch hinter die Youngster Justin Njinmah und Nick Woltemade. In Hannover wollte Kownacki jetzt ein Signal senden, dass mit ihm noch zu rechnen ist – doch dann streikte der Körper.
„Für ihn ist das einfach extrem bitter“, betonte Ole Werner. „Was er genau hat, weiß ich noch nicht. Es ist aber auf jeden Fall im hinteren Oberschenkel. Genaueres werden wir dann morgen wissen.“ Dann, wenn in Bremen die ärztlichen Untersuchungen absolviert sind. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist“, meinte Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball. „Für Dawid Kownacki tut es mir sehr leid, er hat heute eine gute Intensität an den Tag gelegt. Ich hoffe, dass er jetzt nicht länger ausfällt.“ (mbü/kni)