Beim 1:1 gegen 1. FC Nürnberg
Sahin-Debüt im um sich greifenden Chaos
Bremen - Als die 70. Minute gekommen war, erhoben sich viele Zuschauer von ihren Plätzen. Aber nicht, um Philipp Bargfrede für dessen Leistung zu danken, sondern um Nuri Sahin mit Applaus im Weserstadion zu begrüßen.
Mit der Einwechslung begann für Neuzugang Sahin die Werder-Zeit. Doch 24 Minuten später ließ sich ahnen, dass Sahin diesen Tag nicht in besonders guter Erinnerung behalten würde. Denn mit dem späten Ausgleich hatte der 1. FC Nürnberg dem Bremer Neuzugang dessen Debüt gründlich verdorben.
Während beim Gegner in Torschütze Virgil Misidjan ein neuer Nürnberger einen Traumeinstand feierte, blieb bei Sahin die Frage, was er nach seiner Einwechslung bewirkt hatte. Er wurde Teil einer Mannschaft, die nach und nach in sich zusammenfiel, in der das Chaos immer größer wurde. Und er war nicht der Kitt oder die Schraubzwinge, die alles wieder zusammenbrachte. „Nuri kam in einer schweren Phase ins Spiel“, sagte auch Sportchef Frank Baumann, attestierte dem Überraschungstransfer aber, „keine Probleme“ gehabt zu haben, sich auf dem Platz zurechtzufinden.
Wirklich wirkungsvoll kam Sahin aber auch nicht daher. Er begann auf der Halbposition, wechselte aber schon nach wenigen Minuten ins defensive Mittelfeld. Dort habe er „gute Aktionen“ gehabt, sagte Trainer Florian Kohfeldt: „Ich bin weit davon entfernt, zu sagen, dass seine Einwechslung nichts gebracht hat. Nuri hat versucht, wieder Struktur in unser Spiel zu bringen.“ Es blieb jedoch beim Versuch, und Sahin stellte später negativ überrascht fest: „Wir haben um den Ausgleich gebettelt. Wir haben die Bälle nicht festgemacht, die Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt. Wenn wir die Konter besser genutzt hätten, hätten wir die drei Punkte hier behalten.“
Kohfeldt: Sahin in absehbarer Zeit in der Startelf
Aber wieso hatte es Sahin eigentlich nicht in die Startelf geschafft? Einfache Antwort des Betroffenen: Die Anderen hatten es mehr verdient als er. „Die Jungs haben vorher vier Punkte geholt. Da gehe ich doch bei so einer Entscheidung nicht zum Trainer und sage: Was soll das?“ Sahin hat sich brav hinten angestellt, wird aber in absehbarer Zeit in der ersten Reihe ankommen, das hat Coach Kohfeldt bereits versichert.
Diesmal sei die Wahl auf Philipp Bargfrede gefallen, weil er der „beste Balleroberer“ sei und weil das Dreieck Bargfrede/Davy Klaassen/Maximilian Eggestein eine „gute Mischung“ sei. Doch bei dieser Besetzung muss es nicht bleiben. In einem 4-4-2 mit Raute oder einem 3-6-1 wäre Sahin die gute Ergänzung zur guten Mischung. Kohfeldt: „Diesmal war das Mittelfeld so, in den nächsten Wochen kann es aber schon anders sein.“
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