Werder-Frauen im DFB-Pokal

DFB-Pokal-Drama in Leipzig: Werder-Frauen gewinnen nach Elfmeterschießen - El Sherif wird zur Heldin

Die Frauen des SV Werder Bremen haben das DFB-Pokal-Achtelfinale nach einem dramatischen Spiel bei RB Leipzig mit 6:5 (1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen gewonnen. Der Spielbericht der DeichStube!

Leipzig – Was für eine Nervenschlacht im Achtelfinalspiel des DFB-Pokals der Frauen zwischen dem SV Werder Bremen und RB Leipzig. Eine Woche nach dem Duell in der Bundesliga, das Werder knapp mit 2:1 gewonnen hatte, standen sich beide Teams bei strömendem Regen erneut gegenüber. Weil nach der regulären Spielzeit sowie der Verlängerung kein Sieger feststand, musste das Elfmeterschießen entscheiden - am Ende hatten die Bremerinnen beim 6:5 (1:1, 1:1)-Sieg das glücklichere Ende für sich. Zur Heldin des Abends avancierte dabei Keeperin Mariella El Sherif, die gleich zwei Elfmeter parierte. „Wir sind total erleichtert, happy, aber auch erschöpft. Das Spiel hat viel Energie gekostet. Ich hatte während des gesamten Spiels aber nicht das Gefühl, dass wir heute nicht gewinnen können“, sagte Werder-Trainerin „Fritzy“ Kromp nach der Partie überglücklich - und fügte an: „Am Ende haben wir uns belohnt, auch wenn es im Elfmeterschießen immer ein bisschen glücklich ist.“ Der Bremer Traum, den Finaleinzug aus dem Vorjahr zu wiederholen, lebt damit weiter.

Großer Jubel bei den Frauen des SV Werder Bremennach dem Sieg bei RB Leipzig: Mariella El Sherif (rechts) hält im Elfmeterschießen zwei Strafstöße.

Juliane Wirtz gleicht mit einem Traumtor für die Frauen des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig aus

Die Partie hatte schwungvoll begonnen. Bereits nach 120 Sekunden bot sich Maja Sternad die große Chance zur Führung, doch ihr Kopfball landete nicht im Tor. Besser machte es Marlene Müller, die nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob (7.). Das Führungstor beflügelte RB Leipzig, von Werder Bremen kam lange Zeit wenig. El Sherif verhinderte mit einer tollen Parade gegen Delice Boboy zudem das 0:2 (25.). Etwas aus dem Nichts gelang den Gästen dann der Ausgleich: Nach einer Ecke landete der Ball an der Strafraumkante bei Juliane Wirtz, die sofort abzog und den Ball sehenswert ins rechte obere Eck schoss (45.+2).

In der zweiten Halbzeit spielte dann eigentlich nur noch eine Mannschaft. Immer wieder kombinierten sich die Frauen des SV Werder Bremen gefährlich vor das gegnerische Tor, einzig der Führungstreffer wollte nicht gelingen. So ließen Maja Sternad (57.), Verena Wieder (66.) und Larissa Mühlhaus (74.) ihre Großchancen ungenutzt. Folglich ging es in die Verlängerung, in der beide Teams lange das nötige Risiko scheuten. In der allerletzten Minute bot sich der eingewechselten Emöke Papai jedoch die Riesenchance zum Siegtreffer, freistehend scheiterte sie jedoch an der an diesem Tag überragenden RB-Keeperin Elvira Herzog.

Werder-Bremen-Keeperin Mariella El Sherif pariert zwei Strafstöße im Elfmeterschießen gegen RB Leipzig

Die Entscheidung musste also im Elfmeterschießen fallen - und hier sah es zunächst danach aus, dass die Bremerinnen für ihren Chancenwucher bestraft werden würden. Ricarda Walkling scheiterte als vierte Schützin an Herzog - und so bot sich RB Leipzig die Chance, auf die Siegerstraße einzubiegen, doch El Sherif hielt den darauffolgenden Strafstoß von Lou-Ann Joly. Weil anschließend sowohl Larissa Mühlhaus als auch Delice Boboy trafen, ging auch das Elfmeterschießen in die Verlängerung - mit dem besseren Ende für Werder Bremen. Nachdem Hanna Nemeth souverän verwandelt hatte, hielt Mariella El Sherif den Versuch von der erst in der 117. Minute eingewechselten Persis Oteng.

„Ein Elfmeterschießen ist nichts für schwache Nerven. Da geht es auch darum, klar im Kopf zu bleiben und wir haben, bis auf einen, wirklich bockstarke Elfmeter geschossen“, sagte Werder-Verteidigerin Michelle Ulbrich nach der Partie - und fügte an: „Ich war mir auch relativ sicher, dass wir das Ding ziehen, weil wir mit ,Mari´ eine überragende Torhüterin haben.“ Und Juliane Wirtz, die zum zwischenzeitlichen 1:1 traf und wie Ulbrich ihren Elfmeter souverän verwandelte, erklärte: „Ich bin super happy. Wir haben uns diesen Sieg erkämpft und das Glück auf unsere Seite gezogen. Wir können sehr stolz auf uns sein, dass wir in der nächsten Runde stehen.“

Werder Bremen steht nach Sieg bei RB Leipzig im DFB-Pokal-Vierteflinale - Fritzy Kromp wünscht sich ein Heimspiel

Die Frauen des SV Werder Bremen haben damit erneut den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschafft. Auf wen sie dort treffen, steht noch nicht fest. Fritzy Kromp ist der Gegner egal, doch die Bremer Cheftrainerin sagt: „Man wünscht sich in erster Linie nur eins, nämlich ein Heimspiel. Den Rest nehmen wir, wie es kommt.“ Gespielt wird das Viertelfinale im Zeitraum vom 10. bis zum 23. März 2026. In der Bundesliga sind die Bremerinnen bereits am kommenden Sonntag gefordert, wenn ab 18.30 Uhr (DeichStube-Liveticker) der 1. FC Köln im Stadion „Platz 11“ antritt. (nag)

SV Werder Bremen: El Sherif - D‘Angelo, Ulbrich, Nemeth, Weiß - Sternad (89. Papai), Wirtz, Hausicke (101. Dieckmann), Wieder (67. Beck) - Mühlhaus, Desic (78. Walkling)

Rubriklistenbild: © Imago/foto2press/Beautiful Sports

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