Nach DFB-Pokal-Auslosung

Stadion-Problematik: Wo steigt das Pokalspiel Lüneburg gegen Werder Bremen?

Werder Bremen spielt in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den Lüneburger SK Hansa – aber wo und in welchem Stadion soll die Partie stattfinden?

Noch ist nicht einmal endgültig geklärt, wo gespielt wird – fest steht dagegen bereits: Der SV Werder Bremen muss in der ersten Runde des DFB-Pokals zum Lüneburger SK Hansa reisen. Das ergab die Auslosung am Samstagabend im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Für die Grün-Weißen wartet damit ein echtes Nordduell gegen den niedersächsischen Oberligisten. Ob die Partie Ende August (21. bis 24. August) allerdings tatsächlich in Lüneburg stattfinden kann, ist derzeit noch offen.

Bei der Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal erwischte der SV Werder Bremen das Los Lüneburger SK Hansa - es gibt also ein Nordduell.

Werder Bremen und Lüneburger SK Hansa froh über DFB-Pokal-Los - aber wo soll das Spiel stattfinden?

Denn die Heimspielstätte des Lüneburger SK Hansa dürfte für ein Duell mit Werder Bremen nur schwer den Anforderungen gerecht werden. Der Club trägt seine Spiele aktuell auf der Sportanlage Sülzwiesen aus, die rund 4.000 Zuschauern Platz bietet. Zwar fanden die vergangenen beiden Pokalspiele gegen den VfB Stuttgart (0:5, 2008/09) und Mainz 05 (1:3, 2017/18) in Lüneburg auf anderen Plätzen statt, diesmal spricht allerdings vieles dafür, dass ein größeres Stadion benötigt wird. Angesichts der kurzen Entfernung von lediglich rund 135 Kilometern zwischen Bremen und Lüneburg rechnen beide Vereine mit einem enormen Zuschauerinteresse – insbesondere auch von Werder-Fans. Eine Austragung in Lüneburg ist zwar noch nicht ausgeschlossen, gilt aber als schwieriger umzusetzen. Deshalb wird unter anderem auch das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli in Hamburg als mögliche Ausweichspielstätte gehandelt. Eine finale Entscheidung steht jedoch noch aus. „Wir sprechen zuerst mit der Stadt Lüneburg, dann fällt eine Entscheidung“, erklärte LSK-Vorsitzender Raphael Marquardt auf der Vereinsseite.

Die Freude über das Los ist beim Außenseiter dennoch riesig. „Werder ist der Hammer! Ein Top-Los“, sagte Marquardt nach der Auslosung. „Auf der Hinfahrt nach Dortmund haben wir uns eine Top-5 der Wunschgegner zusammengestellt. Werder war dabei.“ Auch Tarek Gibbah, Trainer des Lüneburger SK Hansa, zeigte sich begeistert: „Wir freuen uns sehr, dass wir einen solch traditionsreichen Bundesligisten aus dem Norden gezogen haben. Werder ist für viele tolle Fans bekannt. Ich wünsche mir, dass wir in einem Stadion spielen, wo wir die Hütte richtig voll machen können.“ Auch bei Werder Bremen wurde die Paarung positiv aufgenommen. „Ich bin zufrieden mit dem Los“, sagte Sportchef Clemens Fritz in einer Vereinsmitteilung. „Wir haben eine kurze Anreise und werden sicherlich auch viele Werder-Fans bei dem Spiel dabeihaben. Unser Ziel ist es natürlich, dass wir uns durchsetzen und in die zweite Runde kommen.“

Werder Bremen spielt im DFB-Pokal gegen Lüneburger SK Hansa: „Wir werden die Partie sehr ernst nehmen“

Für Werder Bremen ist dabei durchaus Vorsicht geboten. In den vergangenen fünf Jahren scheiterten die Bremer gleich dreimal bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals. Zuletzt flog der Bundesligist im Vorjahr mit einem 0:1 gegen Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld aus dem Wettbewerb. Dass Pokalspiele gegen Außenseiter ihre eigenen Gesetze haben, weiß auch Trainer Daniel Thioune. „Das ist für mich ein besonderes Spiel, weil ich familiäre Beziehungen nach Lüneburg habe“, erklärte der Werder-Coach. „Wir werden die Partie sehr ernst nehmen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass diese Partie für den Underdog immer das Spiel des Jahres ist. Wir haben aber natürlich den Anspruch, eine Runde weiterzukommen.“

Sportlich geht Werder Bremen als klarer Favorit in die Partie. Der Lüneburger SK Hansa beendete die vergangene Saison in der Oberliga Niedersachsen mit 48 Punkten auf Rang sechs. Den Einzug in den DFB-Pokal sicherten sich die Lüneburger durch einen dramatischen Finalsieg im Niedersachsenpokal gegen den TuS Bersenbrück. Nach einem 0:3-Rückstand zur Halbzeit kämpfte sich der Außenseiter zurück und gewann schließlich mit 10:9 im Elfmeterschießen. Das letzte Pokalspiel gegen einen Fünftligisten gewann Werder im August 2019 übrigens mit 6:1 in der ersten Runde gegen Atlas Delmenhorst. Gespielt wurde damals vor ausverkauftem Haus im heimischen Weserstadion. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

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