Filbry spricht über das Investoren-Aus

DFL-Zoff: Werder-Boss Klaus Filbry will vermitteln, hat aber auch eine Forderung

Werder Bremen-Boss Klaus Filbry will gemeinsam mit den 36 Erst- und Zweitligisten eine Lösung im DFL-Streit finden.
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Werder Bremen-Boss Klaus Filbry will gemeinsam mit den 36 Erst- und Zweitligisten eine Lösung im DFL-Streit finden.

Nach dem gescheiterten Investoren-Einstieg in die DFL herrschte bei vielen Bundesliga-Vereinen große Ernüchterung. Doch Werder Bremens Boss Klaus Filbry will nicht lange Trübsal blasen, sondern vermitteln und die Wogen glätten.

Düsseldorf – Auch Klaus Filbry ist enttäuscht. Doch der Boss des SV Werder Bremen will nicht zu sehr hadern, sondern übernimmt lieber die Rolle des Vermittlers im Zoff der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Der Vereinigung der 36 Erst- und Zweitligisten droht nach dem überraschend frühen Aus eines möglichen Investoren-Einstiegs die Spaltung. Das war auch auf der Spobis, Europas größter Sportbusiness-Konferenz in Düsseldorf, ein großes Thema – zum Beispiel bei einer Podiumsdiskussion mit Klaus Filbry und Johann Plenge, dem Chefstrategen von RB Leipzig.

Werder Bremen stimmte für einen Investoren-Einstieg in die DFL - der FC Schalke 04 und 1. FC Köln dagegen

„Wir haben uns als Liga dagegen entschieden, unser Stadion zu modernisieren. Jetzt müssen wir mit diesem Stadion klarkommen“, beschrieb Klaus Filbry bildlich die aktuelle Situation. Der Einstieg eines Investors hätte der DFL bis zu zwei Milliarden Euro eingebracht. Nur ein kleiner Teil dieser Summe sollte direkt an die Clubs gehen und für das laufende Fußball-Geschäft genutzt werden. Es ging vielmehr darum, die DFL für die Vermarktung zukunftsfähig zu machen. Dabei spielt ein eigener Streamingdienst eine wichtige Rolle. Der Investor sollte nicht nur mit seinem Geld, sondern auch mit seinem Wissen helfen.

Werder Bremen stimmte vor einer Woche dafür, dass die DFL mit interessierten Investoren in Verhandlungen tritt. Andere Clubs wie der 1. FC Köln oder Schalke 04 nicht – und so wurde die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit überraschend verfehlt. „Da sind einige Vereine falsch abgebogen“, meinte Plenge und forderte: „Wir müssen uns zusammensetzen und klären: Was möchte der deutsche Profifußball?“ Der RB-Geschäftsführer wollte nicht ausschließen, dass es danach zur Spaltung kommen könnte, auch wenn er sich die nicht wünsche.

Werder Bremens Klaus Filbry sieht in der Verteilung der TV-Gelder „das Grundproblem des europäischen Fußballs“

Filbry äußerte sich da versöhnlicher: „Wir müssen einen Weg finden, als 36er-Verbund weiterzugehen.“ Der könne auch beinhalten, dass die Topclubs wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund sich international noch mehr selbst vermarkten – quasi als Kompromiss. Andererseits monierte Klaus Filbry die Verteilung der TV-Gelder – und zwar nicht die aus der nationalen Vermarktung, sondern die aus den europäischen Wettbewerben. „Das ist das Grundproblem des europäischen Fußballs“, klagte der Werder-Boss. Die reichen Clubs würden dadurch immer reicher, der Abstand zur nicht international spielenden Konkurrenz in der Liga wachse weiter, so Filbry: „Das muss man angehen, aber das ist schwierig.“ Wenn Werder Bremen wieder von Europa träumen wolle, dann müsste das Gehaltsbudget für den Kader von aktuell etwa 30 Millionen Euro auf 80 bis 100 Millionen Euro steigen, um sich das entsprechende Personal leisten zu können. „Freiburg und Union Berlin haben zwar gezeigt, dass es auch mit weniger Geld geht. Uns ist das auch mal gelungen. Aber das sind Ausnahmen, denn meistens ist es dann doch eine Geldtabelle.“ (kni)

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