Vor seinem Abschiedsspiel
„Die Bremer haben mich zu einem besseren Menschen gemacht“: Diego schwärmt von seiner Werder-Zeit, der Stadt und ist den Fans auf ewig dankbar
Vor seinem Abschiedsspiel schwärmt Diego von seiner Zeit bei Werder Bremen, freut sich über sein schönstes Tor und erklärt seinen damaligen Abschied.
Bremen – Es wird ein besonderer Abend werden. Für die Fans des SV Werder Bremen. Die Stadt. Und natürlich für Diego Ribas da Cunha. Am 22. März (18 Uhr/DeichStube-Liveticker) steigt im Weserstadion das offizielle Abschiedsspiel des Mannes, der einst nicht nur die eigenen Fans, sondern eine ganze Fußball-Landschaft mit seiner Art zu spielen verzauberte. Wenn an den Brasilianer gedacht, über ihn gesprochen wird, ist das auch eine Reise in bessere Zeiten für die geplagte grün-weiße Seele. Auch deshalb wird der inzwischen 40-Jährige in Bremen und umzu noch immer verehrt. Diego weiß, dass diese innige Verbundenheit nicht selbstverständlich ist. „Ich spüre sehr viel Liebe und Respekt - für mich, für meine Karriere und für meine Zeit bei Werder“, sagt der ehemalige Spielmacher in einem Interview mit dem „Weser-Kurier“ (Samstagausgabe). „Auch wenn ich den Verein damals verlassen habe, bringen mir die Leute heute noch so viel Zuneigung entgegen. Darüber bin ich glücklich. Ich werde mein Bestes geben, um den Fans beim Abschiedsspiel auch meine Liebe und meinen Respekt zu zeigen.“
Diego bedauert verpasste Rückkehr: „Vielleicht hätte ich noch einmal für Werder Bremen spielen sollen“
Zwischen 2006 und 2009 wirbelte Diego für Werder Bremen, trat das schwere Erbe des legendären Johan Micoud an – und wurde selbst zur Legende, die sich mit dem Gewinn des DFB-Pokals 2009 gebührend verabschiedete. Zu früh? „Ich denke, diese drei Jahre waren so fantastisch, dass ich das Gefühl hatte, alles getan zu haben, was ich in diesem Trikot tun musste“, meint der Südamerikaner rückblickend. „Ich hatte viele Angebote von anderen Vereinen. Bei manchen sagte ich nein, um weiter in Bremen zu spielen. Nach drei Jahren war dann aber der richtige Moment, um einen neuen Schritt zu machen. Aber vielleicht hätte ich eines Tages zurückkommen und noch einmal für Werder spielen sollen.“ Bekanntlich passierte das nicht, lediglich über den VfL Wolfsburg fand Diego noch einmal den Weg zurück in die Bundesliga. Doch so glücklich wie bei Werder wurde er dort nicht mehr.
Diego schwärmt von Werder und Bremen: „Zu einem besseren Spieler und besseren Menschen gemacht“
Seine Glanzzeit bei Werder Bremen ist auch unmittelbar mit dem 20. April 2007 verbunden. Es war der Tag, an dem die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf vor eigenem Anhang auf Alemannia Aachen traf und Diego endgültig Geschichte auf deutschem Boden schreiben sollte. In der dritten Minute der Nachspielzeit – nach einem gegnerischen Freistoß – landete der Ball in der eigenen Hälfte beim Brasilianer, der nicht lange überlegte und aus satten 62,5 Metern ins verwaiste Tor des Gegners traf. Die Grün-Weißen gewannen mit 3:1, der Treffer wurde später zum Tor des Jahres gewählt. Und er verliert nichts an seiner Schönheit, je öfter man ihn betrachtet. Auch Diegos Leben begleitet dieser außergewöhnliche Moment noch immer. „Jede Woche kommt jemand und fragt nach diesem Tor oder zeigt mir das Video. Es ist immer schön, sich daran zu erinnern“, schildert er. „Ich habe es sicher mehr als tausend Mal gesehen. Auch mit meinen Kindern. Sie zeigen mir Videos auf YouTube. Dieses Tor ist immer dabei.“ Weil es so schön und so besonders war. „Es war das beste - und weil die Leute dieses Tor damals gewählt haben, ist es auch ein historisches. So etwas bleibt für immer und macht mich noch heute sehr glücklich.“
Genauso wie der Gedanke an die gesamte Zeit in der Hansestadt, nachdem Diegos Karriere zuvor beim FC Porto ins Stocken geraten war. Doch der Wechsel an die Weser sollte eine Wende zum Guten darstellen. In jeglicher Hinsicht. „Die Bremer haben mich richtig umarmt. Der Verein, die Mannschaft, die Fans. Sie gaben mir Respekt. Sie haben mich zu einem besseren Spieler und zu einem besseren Menschen gemacht“, schwärmt Diego. „Das werde ich nie vergessen.“ (mbü)