Werner mit Werder-Jubiläum

Ole Werner ist seit drei Jahren Werder-Trainer - wovon beide Seiten enorm profitiert haben

Seit drei Jahren ist Ole Werner Cheftrainer des SV Werder Bremen - am 28. November 2021 (links) wurde er als Nachfolger von Markus Anfang vorgestellt.
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Seit drei Jahren ist Ole Werner Cheftrainer des SV Werder Bremen - am 28. November 2021 (links) wurde er als Nachfolger von Markus Anfang vorgestellt.

Ole Werner ist seit drei Jahren Cheftrainer des SV Werder Bremen - warum der 36-Jährige ein Glücksfall für die Grün-Weißen ist. Eine Analyse!

Bremen - Dass er den 28. November 2024 auf irgendeine Art und Weise feierlich begeht, kann direkt zu Beginn dieses Textes ausgeschlossen werden. Und zwar kategorisch. Schließlich hatte Ole Werner kürzlich bereits um ein besonderes Jubiläum beim SV Werder Bremen nicht nur wenig, sondern überhaupt kein Aufhebens gemacht. 100 Pflichtspiele als Bremer Cheftrainer! Diese Marke erreichte der 36-Jährige Ende Oktober mit dem Pokalduell beim SC Paderborn. Ein paar Tage später gab er zu Protokoll, den Meilenstein „gar nicht so richtig mitbekommen“ zu haben. Vor diesem Hintergrund dürfte es sich von selbst verstehen, dass so ein Mann den dritten Jahrestag seines Dienstantritts wenn überhaupt, dann beiläufig zur Kenntnis nimmt. Doch genau den begeht Ole Werner an diesem Donnerstag nun mal bei Werder. Zugegeben: Drei Jahre sind rein von der Zahl her kein Grund für Festreden und Blumensträuße, im schnelllebigen Bundesliga-Zirkus aber doch mehr als bloß eine Randnotiz, was sich allein daran zeigt, dass Werner mittlerweile Platz drei im Ranking der aktuell dienstältesten Trainer aller Bundesligisten belegt. Drei Jahre. Es ist ein Zeitraum, in dem bei Werder viel passiert ist. Dank Werner. Und in dem sich auch der Trainer enorm weiterentwickelt hat. Dank Werder.

Werder Bremens Clemens Fritz über Ole Werner: „Ole macht die Mannschaft und die einzelnen Spieler kontinuierlich besser“

Um es gleich vorwegzunehmen: Am Osterdeich sind sie zufrieden mit ihrem Coach, sehr sogar. Nicht umsonst geriet kürzlich Clemens Fritz‘ erste Rede als Sportchef des SV Werder Bremen auf der Mitgliederversammlung phasenweise zum Loblied auf Ole Werner. Ein Auszug: „Ole macht die Mannschaft und die einzelnen Spieler kontinuierlich besser. Er stellt sie nahezu immer optimal ein und hat eine klare Spielphilosophie etabliert.“ Und noch einer: „Wenn es mal nicht so läuft, dann analysiert Ole das Spiel selbstkritisch und schonungslos, spricht wie nach dem 1:4 gegen Gladbach seine eigenen Fehler sogar öffentlich an. Das ist nicht selbstverständlich.“ Werner und sein Trainerteam stünden für Verlässlichkeit, Kontinuität und Leistungsbereitschaft - „und damit nehmen sie die Mannschaft mit.“ Der Trainer war während der Mitgliederversammlung übrigens nicht in der Werder-Halle zugegen. Möglich, dass er rot geworden wäre, ob des überschwänglichen Lobes. Doch angesichts des Weges, den er seit November 2021 mit der Mannschaft zurückgelegt hat, wirkten Fritz‘ Worte nicht überzogen. 

Kurzer Rückblick: Als Ole Werner am 28. November 2021 offiziell als neuer Cheftrainer des SV Werder Bremen präsentiert wurde, lag der Verein am Boden. Was noch vorsichtig formuliert ist. Nach einem komplizierten Saisonstart in der 2. Liga rangierte Werder auf Platz zehn - angesichts des Impfpass-Skandals um Werners Vorgänger Markus Anfang waren die sportlichen Sorgen des Clubs aber nicht mal die größten. „Ole ist ein junger, spannender und sehr guter Trainer, der mit seiner Idee Fußball zu spielen sehr gut zu Werder passt“, ließ sich der damalige Sportchef Frank Baumann in der Pressemitteilung zitieren. Und betonte: „Er will unseren Weg, eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft aufzubauen, absolut mitgehen.“ Mittlerweile hat Werner aus dieser Mannschaft wieder einen etablierten Bundesligisten gemacht, der - inzwischen verstärkt auch öffentlich - wieder von europäischen Fußballnächten träumt. Erst Aufstieg, dann Platz 13, dann Platz neun - so lesen sich die nackten Ergebnisse nach den ersten drei Werner-Saisons. Aktuell liegt der Coach mit Werder auf Rang zwölf, zwei Zähler hinter dem Sechsten.

Werder Bremens Clemens Fritz über Ole Werner: „Er genießt eine hohe Wertschätzung in der Mannschaft und im Verein“

„Ole ist damals in einer extrem schwierigen Phase zu uns gekommen und hat in kurzer Zeit die dringend benötigte Ruhe in den Verein gebracht“, sagt Sportchef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. „Er genießt eine hohe Wertschätzung in der Mannschaft und im Verein.“ In der Öffentlichkeit war das allerdings nicht durchgehend so. Zwischenzeitlich sah sich Werner wegen ausbleibender Ergebnisse deutlicher Kritik ausgesetzt. Als Werder Bremen (So seht Ihr das Spiel am Sasmtag gegen den VfB Stuttgart live im TV und Livestream) in der vergangenen Saison nach acht Spieltagen erst sechs Zähler gesammelt hatte und Tabellen-14. war, stellte auch die DeichStube die Frage, ob er die Wende hin zum Besseren noch schaffen kann. Konnte er.

Der Trainer blieb bei seiner Idee vom Fußball, gab sich und der Mannschaft Zeit für die stets prophezeiten Entwicklungsschritte, die heute unübersehbar sind. Dass gestandene Profis wie Niclas Füllkrug, Marco Friedl, Mitchell Weiser und Romano Schmid unisono erzählen, dass sie unter Ole Werner zu besseren Spielern geworden seien, spricht für sich. Wird vom Coach aber ebenso nüchtern eingeordnet wie die Sache mit seinem 100. Pflichtspiel: „Es ist ja Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung, die Mannschaft und einzelne Spieler zu entwickeln.“ Gefreut habe er sich aber natürlich trotzdem über die Rückmeldungen. Genauso übrigens wie über die warmen Worte von Clemens Fritz vor den Vereinsmitgliedern. Andererseits kann es zwischen den beiden Männern nämlich auch mal kontrovers werden. „Wir haben auch Meinungsverschiedenheiten, aber die gehören dazu“, sagt der Sportchef des SV Werder Bremen, der an Werner besonders schätzt, „dass er offen für andere Ansichten ist und sich damit intensiv auseinandersetzt“.

Der Vertrag von Ole Werner beim SV Werder Bremen läuft nach DeichStube-Informationen bis 2026

Dass nicht nur Werner Werder, sondern auch Werder Werner guttut, liegt einerseits klar auf der Hand, weil der Coach in Bremen gezeigt hat, dass er die Bühne Bundesliga bespielen kann. Andererseits zeigt es sich seit der laufenden Saison aber auch abseits des Platzes. Ob in Pressekonferenzen oder Interviews - der 36-Jährige tritt inzwischen deutlich gelöster auf, scherzt, zeigt Situationskomik und lacht, während er zuvor doch überwiegend mit folgendem Adjektiv beschrieben wurde: sachlich. Das ist Ole Werner zwar immer noch, nur lässt er mittlerweile wohl dosiert auch eine andere Seite aufblitzen, wovon er in der öffentlichen Wahrnehmung profitiert, was wiederum Werder hilft. Innerhalb der vergangenen drei Jahre sind Verein und Trainer, die grundsätzlich schon von Beginn an gut zueinander zu passen schienen, sehr eng zusammengewachsen. Fortsetzung folgt. Was natürlich zur Frage führt, wie es in Sachen Zusammenarbeit für Ole Werner und den SV Werder Bremen eigentlich weitergeht.
 
Im Juni 2023 hat der Cheftrainer des SV Werder Bremen seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Nach Informationen der DeichStube läuft er nun bis 2026. Und dann? Belastbare Aussagen gibt es zu diesem Thema bisher weder von der einen noch von der anderen Seite. Fest steht jedoch: Angesichts des bisherigen gemeinsamen Weges wäre es keine Riesenüberraschung, wenn es hinter den Kulissen längst Gedanken an eine abermalige Verlängerung des Arbeitspapiers von Ole Werner gibt. (dco)

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