Werders-Torschützen in den Testspielen

Eggestein und Sargent: Hat das Duell um die Zukunft schon begonnen?

Johannes Eggestein (li.) und Josh Sargent.
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Johannes Eggestein (li.) und Josh Sargent.

Zell - Florian Kohfeldt hat nach einem beinahe perfekten Testspieltag viel gesprochen. Auch über seine Spieler. Er hat die Leistungen der Neuen im Team bewertet, er hat die Dreierkette mit Philipp Bargfrede erklärt. Er hat auch über Johannes Eggestein gesprochen.

Über wen er dagegen nicht sprechen wollte, war Josh Sargent. Und das ist bei dem Werder-Trainer ein Prinzip. Er will den 18-Jährigen nicht mit seinen Ausführungen in den Blickpunkt des Interesses stellen. Es könnte Sargent, dem Newcomer, nicht gut tun.

Nun ist die Sache aber die, dass Kohfeldt es gar nicht verhindern kann, dass Sargent das Interesse auf sich zieht. Das schafft der US-Amerikaner schon ganz alleine. Mit Toren. Schon bei seinem Debüt im Profi-Team hatte er getroffen. Gegen den Oberligisten OSC Bremerhaven hatte er am Mittwoch nur drei Minuten für seine Tor-Premiere gebraucht. Gestern traf er im Trainingslager im Zillertal als Sturmspitze einer größtenteils aus Talenten bestehenden Bremer Mannschaft gegen den FK Pribram. Gegen den tschechischen Erstligisten war er nach acht Minuten zur Stelle. Im zweiten Spiel des Tages erzielte dann Johannes Eggestein den Treffer zum Bremer 1:0-Sieg.

Große Bremer Hoffnungen

Interessante Torschützen waren das. Der eine 18 Jahre alt, der andere 20. Beide sind mit einer großen Begabung ausgestattet, beide sind große Bremer Hoffnungsträger. Es war als hätten sie mit ihren Treffern etwas eröffnet, das man als Duell um die Zukunft bezeichnen könnte. Denn Eggestein und Sargent werden irgendwann zu Konkurrenten werden, wenn es darum geht, sich für einen der Plätze im Sturm zu empfehlen.

In der 8. Minute netzt Josh Sargent nach einem Zuckerpass von Wagner gegen Pribram ein.

Im Moment nimmt Kohfeldt noch ganz bewusst den Druck aus der Sache. Einerseits, in dem er Sargent und Eggestein nicht vergleicht. „Klar ist: Beide sind mit vollem Eifer dabei. Und beide haben mir in den Spielen gut gefallen. Aber man darf es auch nicht zu hoch hängen. Der Bewertungsmaßstab ist einfach noch nicht gerecht, weil der körperliche Zustand noch nicht entsprechend ist“, sagt der Coach. 

Andererseits, in dem er beiden einfach mal Max Kruse vor die Nase setzt – mit der klaren Ansage, dass der dort auch bis auf Weiteres bleiben wird. „Wir müssen nicht drumherum reden: Wenn Max Kruse fit und in Normalform ist, dann muss ich nicht künstlich einen Konkurrenzkampf schüren, den es nicht gibt. Dann ist Max gesetzt“, erklärt Kohfeldt. Klare Botschaft an Johannes Eggestein und US-Nationalspieler Sargent: In Kruses Schatten sollen sie lernen und reifen.

Gegen den MSV Duisburg bringt Johannes Eggestein die Bremer in der 25. Minute in Führung.

Oder an Kruses Seite. Jedenfalls gilt das für Eggestein. Während Sargent gegen die Tschechen aus Pribram einen astreinen Mittelstürmer spielte, agierte der jüngere der beiden Eggestein-Brüder im Spiel gegen den MSV Duisburg neben Kruse als Linksaußen. Kohfeldt dazu: „Es geht immer auch um Alternativpositionen. Und ich sage Jojo immer wieder, dass das eine Position ist, auf der er sich wohlfühlen sollte.“

„Das Tor macht mich überglücklich“

Früher hat Kohfeldt über Eggestein gesagt, dass er in der „Box“ – also im Strafraum – unfassbar stark sei. Würde er vor dem Tor den Ball bekommen, könne man „beruhigt abdrehen. Dann macht er den auch rein“. Doch nun geht es darum, Eggesteins Möglichkeiten zu erweitern. Um die Blockade Kruse zu umgehen. Und das Duell mit Sargent? Das gibt es nicht, wehrt Eggestein ab: „Ich sehe es jedenfalls nicht. Ich freue mich für Josh, dass er ein Tor geschossen hat. Mit meinem eigenen Spiel bin ich ganz zufrieden, das Tor macht mich überglücklich.“

Josh Sargent hätte sich etwas Ähnliches gesagt, wenn er reden dürfte. Werder hält ihn im Zillertal jedoch von den Medien fern. Der Grund ist der gleiche, weshalb Kohfeldt den Rotschopf in den Einzelbewertungen ausklammert. Der Hype, der schon um Sargent entstanden war, bevor er auch nur einmal für Werder gespielt hat, soll eingedämmt werden. Der Teenager macht aktuell seine ersten Schritte im Profi-Fußball. Er ist zwei Jahre jünger als Eggestein. Für ihn könnte auch die Zeit arbeiten, er kann warten, dass die „Kruse-Wall“ irgendwann bröckelt und er sie einreißen kann.

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