Torschütze beim 4:2 gegen Werder

Ex-Werder-Profi Jan-Niklas Beste begeistert in der Bundesliga - Clemens Fritz erklärt den Verkauf

Jan-Niklas Beste spielte einst für Werder Bremen und bejubelt seinen Treffer gegen den Ex-Verein.
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Jan-Niklas Beste spielte einst für Werder Bremen und bejubelt seinen Treffer gegen den Ex-Verein.

Heidenheims Jan-Niklas Beste spielte einst für Werder Bremen. Leiter Profifußball Clemens Fritz erklärt jetzt, warum die Bremer den Flügelspieler nicht behalten, sondern verkauft haben.

Heidenheim/Bremen - Er hatte ein Tor vorbereitet und eines selbst erzielt, sprich ein richtig gutes Spiel gemacht, und deshalb war es auch kein großes Wunder, dass Jan-Niklas Beste nach dem 4:2-Heimerfolg seines 1. FC Heidenheim gegen den SV Werder Bremen großes Thema war. Auf beiden Seiten. Während Heidenheims Trainer Frank Schmidt den 24-Jährigen und dessen Entwicklung am Sonntagabend vor den Mikrofonen in den höchsten Tönen loben konnte, kam Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz die vergleichsweise undankbare Aufgabe als Erklärer zu. Im Sommer 2022 hatte sein Verein den Linksaußen für 950.000 Euro nach Heidenheim verkauft. Eine Entscheidung, die angesichts von Bestes folgendem sportlichen Aufschwung aus heutiger Perspektive als unglücklich beschrieben werden muss.
 
In Heidenheim war der 1,75-Meter-Mann bereits in der vergangenen Serie unangefochtener Leistungsträger. Mit seinen 13 Vorlagen stellte er einen Bestwert in der 2. Liga auf, dazu kamen starke zwölf Saisontore. Auf mehr als Bestes 25 Scorerpunkte brachten es unter dem Strich nur sein Heidenheimer Teamkollege Tim Kleindienst (32) und Robert Glatzel vom Hamburger SV (26) - zwei waschechte Mittelstürmer, bei denen Torgefahr im Anforderungsprofil steht. Mittelfeldmann Jan-Niklas Beste konnte da mithalten und war letztlich einer der Garanten für den ersten Heidenheimer Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte.

Werder Bremens Clemens Fritz: „Jan-Niklas Beste hat noch einmal eine außergewöhnliche Entwicklung genommen“

Seit dem Start der neuen Saison setzt Jan-Niklas Beste seinen persönlichen Höhenflug nun im Oberhaus fort, hat nach vier Spieltagen schon wieder fünf Scorerpunkte (zwei Tore, drei Vorlagen) gesammelt. Zum Vergleich: Bayerns Harry Kane bringt es auf genauso viele. Es sind Zahlen, die bei Werder Bremen intern zähneknirschend zur Kenntnis genommen werden dürften. Zumal der Verein die linke Außenbahn während des Transfersommers 2023 noch zur großen Baustelle erklärt hatte. 
 
Auf die Frage eines Journalisten, ob es bedauerlich sei, Beste nicht mehr im Verein zu haben, sagte Clemens Fritz am Sonntag: „Ja, aber wir haben auch andere Spieler, die sich gut entwickelt haben. Niklas hat jetzt noch einmal eine außergewöhnliche Entwicklung genommen. Ihm tut das Umfeld in Heidenheim gut, und die Spielweise passt auch zu ihm.“ Bei Werder könne man „aber auch mal das Positive sehen, dass sich Spieler, die einst bei uns waren, so positiv entwickeln“, betonte Fritz.  

Werder Bremen entschied sich im vergangenen Sommer gegen Jan-Niklas Beste und für Lee Buchanan

Werder Bremen hatte Jan-Niklas Beste im Sommer 2018 aus der U19 von Borussia Dortmund geholt. Nach einem Jahr in der Bremer U23 mit 28 Regionalliga-Einsätzen (zwei Tore, zwei Vorlagen) ging es 2019 per Leihe zum damaligen niederländischen Erstligisten FC Emmen, wo sich Beste früh eine schwere Knieverletzung zuzog und einen Großteil der Saison verpasste. 2020 wechselte er dann leihweise für zwei Jahre zum SSV Jahn Regensburg (46 Pflichtspiele, sieben Tore, sieben Vorlagen), ehe 2022 der feste Verkauf an den 1. FC Heidenheim folgte. Werder hätte den Spieler im vergangenen Jahr durchaus zurückholen können, entschied sich aber für die Ablösesumme und eine Verpflichtung von Lee Buchanan, der von Derby County ablösefrei nach Bremen wechselte, sich dort aber nicht behaupten konnte und vor einigen Wochen wieder nach England (an Birmingham City) verkauft wurde.
 
„Während Niklas‘ Leihe nach Regensburg war irgendwann ein Punkt da, an dem wir überlegt haben, was am meisten Sinn ergibt“, sagte Fritz. „Dann haben wir eine gute Lösung mit Heidenheim gefunden.“ Beim damaligen Zweitligisten lief es für Jan-Niklas Beste und läuft es bis heute richtig gut - was am Sonntag nun auch der SV Werder Bremen schmerzlich zu spüren bekam. (dco/kni)

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