Werders 1:0-Sieg am Freitag

Mit aller Macht: Im Mainz-Spiel widersetzt sich Werder zahlreichen Widerständen - und darf nun weiterhin träumen

Nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 gab es jede Menge Ärger für den Schiedsrichter - aber auch Freude über einen ganz wichtigen Sieg.
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Nach dem 1:0 gegen den FSV Mainz 05 gab es jede Menge Ärger für den Schiedsrichter - aber auch Freude über einen ganz wichtigen Sieg.

Werder Bremen hatte nach dem Spiel gegen Mainz 05 jede Menge Anlass für Ärger. Doch unterm Strich steht auch ein ganz wichtiger Sieg - der Europa-Traum lebt weiter. Der Nachbericht.

Bremen – Es war nicht so, dass da am späten Freitagabend gar keine Freude war. Nur dauerte es eben einige Zeit, bis sie zum Vorschein kam. Nach dem knappen 1:0-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 überwog bei den Protagonisten des SV Werder Bremen zunächst etwas anderes – der Ärger auf Schiedsrichter Martin Petersen. Ausdruck fand er in Schimpftiraden, wütenden Blicken und zynischem Gelächter, was die Luft in den Katakomben des Weserstadions reichlich dick werden ließ. Die späten Gelb-Roten Karten gegen Niklas Stark und Marco Friedl sowie die Rote Karte gegen Trainer Ole Werner nach dem Schlusspfiff hatten die Bremer Gemüter bis zum Anschlag erhitzt. Erst nach und nach schimmerte während der Gespräche mit den Profis dann doch die Erkenntnis durch, dass ihnen sportlich gerade ein enorm wichtiger Schritt gelungen war. Mit dem Erfolg gegen Mainz ist Werder endgültig angekommen im Jahr 2025 – und darf den Traum von Europa weiterhin leben.

Verschossener Elfmeter, Verletzungen, Platzverweise: Werder Bremen schlägt Mainz 05 trotz „widriger Umstände“

„So ein Sieg tut immer gut, weil wir in den letzten Wochen nicht so gut aus den Startlöchern gekommen sind“, betonte Leonardo Bittencourt, der bereits in der 14. Minute das Tor des Tages erzielt hatte und damit eine Durststrecke beendete: Im fünften Ligaspiel seit dem Jahreswechsel ist den Bremern endlich der erste Sieg gelungen. „Extrem wichtig“, nannte Senne Lynen das, „denn Mainz ist die Mannschaft, die direkt hinter den Top-Teams steht. Durch den Sieg sind wir ganz eng an sie herangerückt.“ Nur ein Punkt trennt die beiden Clubs jetzt noch, oder anders formuliert: Werder Bremen ist es gelungen, den Kontakt zu den richtig interessanten Tabellenplätzen nicht abreißen zu lassen. Das ist natürlich auch Chefcoach Werner nicht entgangen. Thematisieren wollte der 36-Jährige am Freitagabend aber viel lieber die Art und Weise, die seine Mannschaft zum Heimsieg geführt hatte.

„Ich kann den Jungs nur ein Kompliment machen, denn es hätte heute viele Gründe gegeben, die Flinte ins Korn zu werfen. Das haben sie aber nicht getan“, sagte Werner und sprach von einem Spiel mit „widrigen Umständen“. So zählten zur Bremer Startelf Profis, die unter der Woche nicht vollständig hatten trainieren können (Marvin Ducksch) und andere, die schon lange keine Partie von Beginn an mehr bestritten hatten (Issa Kaboré und Justin Njinmah). „Dazu kam die frühe Verletzung von Leo“, sagte Werner, der besagten Bittencourt bereits nach 33 Minuten vom Platz nehmen musste, „und die späte Verletzung von Tony Jung“, für den der Abend in der 86. Minute gelaufen war. Ach ja, und einen frühen Elfmeter verschossen hatte Werder Bremen auch noch (wieder Ducksch), als die bittere Schlusspointe mit den drei späten Platzverweisen noch nicht einmal zu erahnen war.

Werder Bremen kann nach Sieg gegen Mainz 05 von Europa träumen: Beste Punkte-Ausbeute seit Thomas Schaaf

Werners Fazit: „Die Mannschaft hat all das mit Bravour gemeistert, sie hat sich nicht unterkriegen lassen, sondern sehr leidenschaftlich gespielt.“ Der Lohn dafür waren am Ende die folgenden Zahlen: 30 Punkte nach 20 Spieltagen, was Werner nüchtern als „guten Zwischenstand“ einstufte. Etwas offensiver wurde der Chefcoach des SV Werder Bremen danach aber doch: „Wir zählen in dieser Saison sicherlich zu den Überraschungen der Liga, und da wollen wir weitermachen.“

Die Grundlage dafür, dass am Ende auch ein überraschend starkes Endergebnis für Werder zu Buche steht, ist jedenfalls geschaffen. „30 Punkte sind einfach gut“, strahlte Senne Lynen. Und nach einem 20. Bundesliga-Spieltag am Osterdeich eine Ausbeute, die alles andere als selbstverständlich ist. Zur Einordnung: Als Werder Bremen das letzte Mal die 30-Punkte-Marke zu diesem Zeitpunkt einer Saison geknackt hatte, hieß der Trainer noch Thomas Schaaf, der mit seinem Team nach 20 Partien gar 32 Zähler verbucht hatte. Zu sehr zum Vorbild nehmen sollte sich das aktuelle Werder die Spielzeit 2011/12 aber nicht: Damals reichte es am Ende nicht für einen internationalen Wettbewerb. (dco)

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