Zu teuer für Werder und andere Clubs
Der Fall Izet Hajrovic
Algorfa - Erst ein richtig schöner Tunnel, aber dann bleibt Izet Hajrovic hängen – eine typische Szene des Werder-Profis im Trainingslager von Algorfa. Der 26-Jährige kann sich einfach nicht final durchsetzen.
Und das gilt quasi für seine gesamte Zeit bei Werder. Deshalb dürfte für ihn im Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft, beim Bundesligisten Schluss sein. Eine Verlängerung ist aktuell absolut kein Thema. Werder würde ihn sogar schon jetzt gehen lassen, weil Hajrovic nicht gerade wenig verdient. Aber genau das macht einen Transfer so schwierig.
Rückblende: 2014 sichert sich Werder die Dienste des Bosniers – und zwar ablösefrei. Der Bundesligist nutzt dabei ein Fehlverhalten von Galatasaray Istanbul aus. Die Türken haben Hajrovic nicht ordnungsgemäß bezahlt, deshalb darf er laut Fifa-Statuten ohne Transferentschädigung wechseln. Die damaligen Werder-Verantwortlichen Thomas Eichin und Rouven Schröder feiern die Verpflichtung des Außenstürmers als echten Coup. So einen Spieler hätte sich Werder – sofern er ablösepflichtig gewesen wäre – nie leisten können, heißt es. Die Kehrseite der Medaille benennen sie nicht: Hajrovic bekommt einen hoch dotierten Vierjahresvertrag, ist plötzlich der Topverdiener im Team. Inzwischen bekommen zwar andere Profis wie Max Kruse mehr, doch bei Hajrovic passen Gehalt und Leistung immer noch nicht zusammen. 2,6 Millionen Euro Jahresgehalt soll der bosnische Nationalspieler, der in der Schweiz aufgewachsen ist, erhalten. Ganz schön viel Geld bei ganz schön wenig Gegenleistung.
Für Hajrovic dürfte es unmöglich werden, noch einmal einen dermaßen üppig dotierten Kontrakt zu bekommen. Bei Werder schon mal gar nicht, denn seine Bilanz ist enttäuschend. Für Werder hat er in zweieinhalb Spielzeiten nur 41 Pflichtspiele absolviert und drei Tore erzielt. Meistens wurde er dabei nur eingewechselt. Zwischenzeitlich hatte ihn Werder für eine Saison (2015/16) an den spanischen Erstligisten SD Eibar ausgeliehen. Dort kam er aber auch nur neun Mal zum Einsatz.
Auf dem Trainingsplatz absolut professionell
So richtig gut funktionierte Hajrovic nur unter Alexander Nouri in der Saison 2016/17. Er wurde zum Stammspieler, verletzte sich dann aber schwer, fiel für den Rest der Saison wegen eines Kreuzbandrisses aus. Im Sommer kämpfte sich Hajrovic zurück, Nouri vertraute ihm auch wieder. Doch der Trainerwechsel war nicht gut für den Bosnier. Unter Kohfeldt hatte er schon Probleme, überhaupt in den 18er-Kader zu kommen. Allerdings: Hajrovic gab nicht auf, verhielt sich auf dem Trainingsplatz absolut professionell. Die Belohnung: In den beiden letzten Spielen des Jahres gegen Mainz und Freiburg wurde der 26-Jährige eingewechselt. Doch so richtig in Szene setzen konnte er sich nicht.
Zu eindimensional unterwegs
Ähnlich sieht es auch im Trainingslager aus. Bei den anspruchsvollen taktischen Übungen fehlt ihm manchmal die Konzentration. Am liebsten würde er sich wohl den Ball schnappen und losdribbeln. Aber genau das ist sein Problem: Hajrovic hat zwar ordentlich Geschwindigkeit, ist aber zu eindimensional unterwegs, um sich wirklich durchzusetzen, um tatsächlich effektiv zu werden.
Izet Hajrovic: Seine Karriere in Bildern




Schon gelesen?
Veljkovic: „Meine Zukunft ist bei Werder“
Gefeuerter Coach ist auch nach Alicante gereist: Schaut Nouri beim Werder-Test zu