Beim 1:0 des SV Werder in Köln
Ferngesteuerte Autos auf dem Rasen: Wie Werder die Fanproteste in Köln erlebt hat
Auch bei Werder Bremens Auswärtsspiel beim 1. FC Köln gab es Fan-Proteste gegen den geplanten Investoren-Einstieg der DFL. Wie die Bremer auf den kuriosen Protest mit ferngesteuerten Autos auf dem Rasen reagierten.
Köln - Nach 55 Minuten war am Freitagabend der Moment gekommen, mit dem im Vorfeld fest gerechnet worden war. Während des Heimspiels des 1. FC Köln gegen den SV Werder Bremen protestierte die aktive Fanszene der Kölner vehement gegen die Investorenpläne der Deutschen Fußball-Liga (DFL), so wie es seit Wochen in Deutschlands Stadion geschieht. Allerdings wählten die „Effzeh“-Anhänger eine bisher nicht dagewesene Form, indem sie unter anderem ferngesteuerte Autos auf den Rasen warfen, die sie von der Tribüne aus durch den Bremer Strafraum fahren ließen.
„Kreativer“ Fan-Protest bei Werder Bremen gegen 1. FC Köln: Ferngesteuerte Autos und Tennisbälle
Etwa drei Minuten lang wurde die Partie daraufhin unterbrochen, dann waren die Autos (sowie einige Tennisbälle) unter fleißiger Mithilfe von Werder Bremens Torhüter Michael Zetterer vom Platz geschafft, und das Spiel konnte fortgesetzt werden. Verglichen mit Bildern aus anderen Stadien handelte es sich also um einen überschaubaren Störfall, der die Profis zudem etwas schmunzeln ließ.
„Es hat zum Glück nicht lange gedauert, bis es weiterging. Dann musst du einfach weitermachen“, sagte Werders Mittelfeldspieler Jens Stage, dem die Spielzeugautos natürlich nicht entgangen waren. „Vielleicht hätte mein Sohn gerne so eins gehabt“, sagte der Däne - und fügte augenzwinkernd an: „Leider war ich nicht schnell genug.“ Werder Bremens Cheftrainer Ole Werner hatte die Autos während der Partie hingegen nicht wahrgenommen, wie er berichtete. Im Nachgang bewertete der 35-Jährige die Aktion mit einem einzigen Wort: „Kreativ“.
So reagierten die Spieler auf den kuriosen DFL-Fanprotest bei Werder Bremens Auswärtssieg beim 1. FC Köln
Klar ist: Allzu schnell werden die Fan-Proteste gegen den von der DFL angestrebten Investoren-Einstieg nicht abebben, im Gegenteil. Während des Spiels gegen Werder präsentierte die Kölner Südtribüne ein Transparent mit der Aufschrift: „Wir lassen uns nicht fernsteuern! CVC: Das perfekte stabile Umfeld ist erstmal vorbei.“ Damit war einerseits der Bezug zu den ferngesteuerten Autos hergestellt, und andererseits eine unmissverständliche Botschaft an das luxemburgische Finanzunternehmen CVC gesendet, das nach dem Blackstone-Aus in der vergangenen Woche der letzte verbliebene Interessent für einen Investoren-Einstieg ist.
Dass sich der US-Finanzinvestor Blackstone aus dem Bieterverfahren zurückgezogen hat, wertet die aktive Fanszene als Erfolg ihres Protests, was zumindest indirekt nicht falsch ist. Zwar dürften Tennisbälle und Spielunterbrechungen nicht der ausschlaggebende Grund für den Ausstieg gewesen sein, sie haben aber sehr wohl dazu geführt, dass in den Chefetagen mehrerer Vereine plötzlich öffentlich Rufe nach einer Neuabstimmung unter den 36 DFL-Clubs über den Investoren-Einstieg laut geworden sind. Und genau diese Tatsache gilt wiederum als Grund für das Blackstone-Aus im Bieterverfahren, in dem nun nur noch CVC übrig ist. Neben der DFL dürften die Fans also einen weiteren Adressaten ihrer Proteste gefunden haben. (dco)