Nach Werder-Traumtor in Kiel

Agu on fire: Werder-Profi über Werners Stichelei und seinen Traum von der Nationalmannschaft

Nicht nur wegen seines Traumtors in Kiel: Felix Agu ist beim SV Werder Bremen in bestechender Form – und hat auch deshalb einen Nationalmannschafts-Traum.

Bremen – Dass Felix Agu ein Stehaufmännchen ist, hat der Außenbahnspieler des SV Werder Bremen auch in dieser Saison schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nachdem der 25-Jährige wegen einer Außenbandverletzung im Knie zwischen November und Mitte Februar zwölf Spiele verpasst hatte, ist er nun zurück – und wie! Fünf Mal in Folge stand der gebürtige Osnabrücker zuletzt in der Startelf, schoss ein Traumtor gegen Holstein Kiel und spielte vier Mal über die vollen 90 Minuten. Am unverkennbaren Werder-Aufschwung mit zuletzt drei Siegen aus vier Partien (davon alle drei ohne Gegentor) hat der flinke Agu mit starken Auftritten durchaus großen Anteil. „Erstmal bin ich glücklich darüber, dass ich so gut zurückgekommen bin, dass es meinem Körper gutgeht und dass ich die letzten Spiele über 90 Minuten bestreiten konnte“, sagt Agu drei Tage vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) demütig - und fügt an: „Wie groß mein Anteil am Erfolg ist, müssen andere beurteilen. Es ist eine Teamleistung und ich bin froh, wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann.“

Längst Leistungsträger: Felix Agu zeigt beim SV Werder Bremen seit Wochen starke Leistungen.

Felix Agu nimmt Sticheleien von Werder Bremen-Kollegen nach Traumtor in Kiel mit Humor

Körperlich ist der gebürtige Osnabrücker nach eigener Aussage inzwischen wieder bei 100 Prozent. „Ich fühle mich sehr gut. Ich bin relativ schnell nach der Verletzung wieder in die Mannschaft gerückt und dann kommt auch die Kondition wieder dazu, dass man auf dem Platz nicht nach jeder Aktion am Pumpen ist, sondern dass man auch mehrere Aktionen nacheinander problemlos bestreiten kann.“ Und dann gelingen eben auch mal besondere Dinge, wie Agus Traumtor gegen Holstein Kiel (Felix Agu: „Ich bin immer noch glücklich, dass der Ball so schön reingefallen ist“), nachdem die Sticheleien der Teamkollegen beim SV Werder Bremen allerdings nicht lange auf sich warten ließen.

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Selbst Werder Bremens Trainer Ole Werner konnte sich eine kleine Spitze nicht verkneifen. „Es ist wichtig, dass du mutig bleibst, auch wenn du in Bremen vielleicht mal die eine oder andere Möwe vom Himmel geholt hast“, hatte der 36-Jährige gescherzt. Doch Felix Agu nimmt’s mit Humor: „Wenn man einen Schuss hinten ins lange Eck senken will und dabei den Top-Spin nicht draufbekommt, geht der Ball halt auch mal gut und gerne 20 Meter drüber. Das ist mir im Training auch das eine oder andere Mal passiert. Von daher war der Spruch vielleicht nicht ganz unberechtigt.“ Dennoch wolle er mutig bleiben und weiter an sich und seinen Torschüssen arbeiten.

Felix Agu mit großem Traum: Zur Nationalmannschaft – vielleicht mit Werder Bremen-Kumpel Justin Njinmah?

Schließlich schlummert da noch immer dieser Traum in Agus Hinterkopf - der von der Berufung in die Nationalmannschaft. Der frühere deutsche U21-Nationalspieler (zwei Einsätze) hat den Vorteil, für zwei Nationen auflaufen zu können. Eine Präferenz hat der Profi des SV Werder Bremen aber nicht. „Ich hatte noch keinen Kontakt – weder zu Deutschland noch zu Nigeria“, verrät Agu und betont: „Ich versuche einfach meine Leistung zu bringen, auf mich aufmerksam zu machen und dann zu schauen, was kommt. Hoffentlich muss ich mal eine Entscheidung treffen.“ Der Verteidiger wäre offen dafür, das Trikot der „Super Eagles“ zu tragen – im besten Fall sogar zusammen mit Werder-Kumpel Justin Njinmah. „Es wäre schon ein Traum zusammen für Nigerias Nationalmannschaft aufzulaufen. Aber da fehlt noch ein kleines Stück. Um eingeladen zu werden, muss man dauerhaft performen.“ Da ist Felix Agu aktuell ja gerade auf einem ganzen guten Weg... (mwi/bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Oliver Baumgart

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