„Kein Grund, hektisch zu werden“

Wiedwald drängelt, Baumann bremst

Felix Wiedwald wünscht sich eine langfristige Perspektive bei Werder.
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Felix Wiedwald wünscht sich eine langfristige Perspektive bei Werder.

Bremen - Die Verärgerung klang durch, als Felix Wiedwald über den Stand der Vertragsgespräche sprach. Oder besser: über den Nicht-Stand.

Denn laut dem Werder-Keeper hat es zwischen seinem Berater und Sportchef Frank Baumann noch kein Zusammentreffen gegeben, um über eine langfristige Verlängerung des Kontrakts zu verhandeln. „Soweit ich weiß, sind noch keine Gespräche geführt worden, und es gibt auch keinen vereinbarten Termin“, erklärte Wiedwald nach dem 2:0 über Hertha BSC. Dabei war eine gewisse Schärfe im Ton nicht zu überhören.

Seit Wochen wünscht sich Wiedwald ein Signal, dass der Vertrag, der sich gerade per Klausel (20 absolvierte Bundesliga-Spiele) bis 2018 verlängert hat, um weitere Jahre ausgedehnt wird. Er meint, er habe das verdient. „Ich habe ja auch meinen Teil dazu beigetragen, dass wir elfmal in Folge nicht verloren haben. ich wünsche mir Sicherheit, jeder Spieler wünscht sich das“, erklärte der 27-Jährige.

Baumann: „Es gibt einfach keinen Zeitdruck“

Sein Problem ist allerdings, dass er nicht alleine auf der Welt ist. Oder anders gesagt: dass sein Vertrag nicht der einzige Vorgang ist, der derzeit auf dem Schreibtisch von Frank Baumann auf Erledigung wartet. „Es gibt auch Verträge, die in diesem Sommer auslaufen. Bei Felix gibt es keinen Grund, hektisch zu werden“, sagt Baumann. Eine Hinhaltetaktik, um andere Torhüter abzuchecken, will er sich aber nicht vorwerfen lassen: „Es gibt in diesem Fall einfach keinen Zeitdruck.“

Akut sind dagegen die Personalien Clemens Fritz, Claudio Pizarro, Luca Caldirola und Santiago Garcia. Ihre Verträge laufen allesamt in wenigen Wochen aus, Klärung steht jeweils noch aus. Und dann ist da natürlich noch der Trainer. Auch Alexander Nouri wartet noch auf ein neues Arbeitspapier.

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore.
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © gumzmedia
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik.
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © gumzmedia
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor...
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © gumzmedia
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance?
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © gumzmedia
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen.
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © gumzmedia
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat.
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © gumzmedia

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