„Er hat genau das richtige Zeichen gesetzt“
Kohfeldt macht Gondorf zum Vorbild der Reservisten
Bremen - Trainerwechsel bringen einen Bundesliga-Kader gehörig in Bewegung. Unter neuer Leitung sind Reservisten plötzlich im Team, Stammspieler werden zu Bankdrückern.
Letzteres ist durchaus gefährlich, wenn die Aussortierten schmollen. Werder-Sportchef Frank Baumann hat ein entsprechendes Verhalten via „Bild“ bereits kritisiert. Nun spricht auch der neue Coach Florian Kohfeldt darüber, aber positiver.
„Der Konkurrenzkampf ist da“, betont Kohfeldt. Bei Baumann hatte das vor wenigen Tagen noch etwas anders geklungen. „Jeder hat die Aufgabe, seine Situation durch gute Arbeit zu verbessern und Druck auf diejenigen, die spielen, zu erhöhen. Da könnte von dem ein oder anderen noch mehr kommen“, sagte Baumann und kündigte an: „Unsere sportliche Situation ist bekannt. Für persönliche Eitelkeiten ist kein Platz. Wir werden in den nächsten Wochen genau hinsehen.“
Profis dürfen auch mal „sauer sein“
Es war eine Drohung an die Unzufriedenen – und davon gibt es einige im Kader. Robert Bauer, Izet Hajrovic, Ulisses Garcia und Luca Caldirola kamen in den drei Spielen unter Kohfeldt noch gar nicht zum Einsatz. Jerome Gondorf wurde nur einmal gegen Hannover eingewechselt, Lamine Sane stand immerhin gegen Leipzig in der Startelf. Ishak Belfodil war zwar immer dabei, allerdings jeweils nur in der Schlussphase. Damit dürfte der Angreifer, der unter Kohfeldt-Vorgänger Alexander Nouri viel gespielt hat, kaum zufrieden sein.
Kohfeldt weiß natürlich um die Problematik: „Es ist klar, dass der eine oder andere Spieler enttäuscht war und sich mit der neuen Situation zurechtfinden musste.“ Profis dürften auch mal „sauer sein“, aber das müsse alles im Sinne der Mannschaft geschehen. „Die Unzufriedenheit muss darin münden, sich im Training wieder aufzudrängen und sich unverzichtbar zu machen“, fordert Kohfeldt – und nicht nur das: „Man muss, wenn man reinkommt, auch zeigen, was von einem erwartet wird.“
Sane und Gondorf - zwei positive Beispiele
Als positive Beispiele nennt der 35-Jährige dabei Sane und Gondorf. Sane war nach zwei Spielen auf der Bank in Leipzig in die Startelf zurückgekehrt. Der Senegalese profitierte davon, dass Kohfeldt wieder auf eine Dreierkette umgestellt hatte. Der Coach bescheinigt dem Innenverteidiger ein „sehr gutes Spiel, er hat gezeigt, dass er bereit ist“. Für Kohfeldt keine Überraschung: „Sane untermauert das in jedem Training.“
Und Gondorf? „Sein Name geht mir da etwas unter“, bringt Kohfeldt den Mittelfeldmann selbst ins Spiel: „Er hat genau das richtige Zeichen gesetzt. Er kam gegen Hannover rein und hat es sehr gut gemacht. Er trainiert engagiert, ist komplett dabei – top!“ Gondorf wird zum Vorbild für die Reservisten – und damit kritisiert Kohfeldt zwangsläufig die anderen, aber eben anders als Baumann nur indirekt. Ganz deutlich macht er dabei allerdings, dass sich niemand sicher fühlen sollte: „Wir entscheiden unabhängig von Namen im Sinne der Mannschaft.“
Jerome Gondorf: Seine Karriere in Bildern




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