Vorbild, Aufpasser, Verantwortungsträger

Kohfeldt: „Max ist ganz anders, als er öffentlich dargestellt wird“

Max Kruse bekam am Montag viel Lob von seinem neuen Cheftrainer Florian Kohfeldt.
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Max Kruse bekam am Montag viel Lob von seinem neuen Cheftrainer Florian Kohfeldt.

Bremen - Klar, wenn Werder aus der Krise kommen will, dann hilft nicht nur der vorgenommene Trainerwechsel, dann muss vor allem ein Max Kruse wieder durchstarten.

Wie vor einem Jahr. Auch damals hatte der Angreifer in der Hinrunde lange verletzungsbedingt gefehlt. Wie wichtig Kruse ist, hat nun der neue Coach Florian Kohfeldt beschrieben und dabei betont: „Max ist ganz anders, als er öffentlich dargestellt wird.“ Mit seinem Lob nimmt Kohfeldt seinen besten Spieler aber auch in die Pflicht, im Abstiegskampf voranzugehen.

Max Kruse übernimmt Verantwortung

An den sportlichen Qualitäten eines Max Kruse gab es eigentlich nie Zweifel. „Max würde für jede Mannschaft in der Liga ein Gewinn sein – und zwar für jede“, sagt Kohfeldt - und hat damit indirekt auch die Spitzenteams wie den FC Bayern und Borussia Dortmund gemeint. Doch Kruse ist vor eineinhalb Jahren eben „nur“ in Bremen gelandet, weil er sich beim VfL Wolfsburg in die Sackgasse manövriert hatte. Durch Geschichten fernab des Fußballplatzes, die ihn nicht immer ganz professionell aussehen ließen. Das sorgte für viele Schlagzeilen und schließlich für die Flucht nach Bremen.

Der Wechsel hat sich gelohnt, Kruse zeigte wieder seine sportliche Klasse. Doch das allein, ist es nicht, sagt Kohfeldt: „Max übernimmt, anders als es oft in der Öffentlichkeit dargestellt wird, Verantwortung. Er ist hochprofessionell, er weiß, was jetzt wichtig ist, da bin ich extrem zufrieden mit ihm.“

Werder braucht Tore von Kruse

Der neue Trainer scheut es dabei auch nicht, ins Detail zu gehen: „Max coacht andere Spieler in Trainingseinheiten. Er achtet auf Kleinigkeiten, ob zum Beispiel alle pünktlich sind. Das hört sich lapidar an, aber das sind wichtige Dinge.“ Eine Mannschaft muss eben funktionieren, und das klappt am besten, wenn sie sich auch selbst reguliert. „Wenn man so wie Max mit Leistung vorangeht, ist es umso wichtiger, auch in der Kabine jemand zu sein, der das vorlebt. Das tut Max“, berichtet Kohfeldt.

Was Werder von Kruse aber auch dringend braucht sind Tore oder Vorlagen. Da wirkt der 29-Jährige nach seinem Schlüsselbeinbruch zu Beginn der Saison noch nicht wieder bei 100 Prozent. Kein Problem, sagt Kohfeldt. „In Frankfurt habe ich einen sehr spielfreudigen Max erlebt, der in die Tiefe geht, der organisiert“, erinnert der Coach an die letzte Bundesliga-Partie: „Ich bin mir sicher, dass das auch in Tore münden wird. Max kann das und wird das auch zeigen. Da bin ich sehr, sehr entspannt.“

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

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