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Bremen/Dortmund – Am Ende war da nur noch Glück. Josh Sargent herzte Elfmeterkiller Jiri Pavlenka, Josh Sargent feierte mit den Kollegen vor der Fan-Kurve, Josh Sargent lachte und tanzte.
Vor allem aber zeigte Josh Sargent am Dienstagabend in Dortmund nicht mal ein Anzeichen jener Gefühle, die Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei ihm erwartet hatte. Enttäuschung etwa, Frust oder Verdruss. Sargent hätte Grund gehabt, diese negativen Emotionen zu entwickeln, denn vor dem 7:5-Erfolg nach Elfmeterschießen bei Borussia Dortmund war der 18-Jährige bei Werder Bremen so etwas wie das fünfte Rad am Wagen gewesen.
Gut, ihn zu haben, gebraucht wurde er aber nicht. Sargent war zwar mit nach Dortmund gefahren, im Kader stand er jedoch nicht. „Das ist für einen 18-Jährigen nicht so einfach“, sagte Kohfeldt zwar, zuvor hatte er sich dennoch so entschieden. Warum? Eine Erklärung.
Eigentlich, so führte es der Coach aus, sollte Sargent nicht mit nach Dortmund fahren. Seit seinem Bundesliga-Debüt Anfang Dezember war der Stürmer für jede Partie nominiert worden, kam in sechs der sieben Spiele sogar zum Einsatz. Nun sah Kohfeldt aber die Zeit für eine Verschnaufpause gekommen - und zwar nicht nur aus körperlichen Gründen.
„Es ist ja nicht allein die Spielzeit. Es ist auch dieser mentale Stress von Woche zu Woche. Das kennt Josh noch nicht so“, erklärte der Coach. Außerdem: „Er hatte leichte Probleme an der Hüfte, und ich will ihn unbedingt frisch halten und nicht, plakativ gesagt, verbrennen.“ Deshalb bekam Sargent zunächst kein Ticket für den Pokalabend. Nur weil Milot Rashica leicht angeschlagen war, fuhr der US-Amerikaner dann doch mit nach Dortmund. Letztlich ohne Chance auf einen Einsatz. Statt ihm schrieben die Konkurrenten Rashica, Claudio Pizarro und Martin Harnik mit ihren Toren die Geschichte des Spiels.
In der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Weiche Flensburg war das Szenario aus „anwesend, aber nicht benötigt“, schon einmal so gewesen für Sargent. Damals steckte er das weg, diesmal auch – so bewiesen es auch die Bilder nach dem Spiel, so behauptete es auch Kohfeldt: „Josh hat das überragend mitgetragen.“ Und am Sonntag gegen den FC Augsburg? Dann, versprach der Coach, „wird er wieder wichtig für uns“.