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Bremen - Glaubt man dem offiziellen Sprachgebrauch, den Werder seit Wochen pflegt, dann weiß Florian Kohfeldt nicht, was das neue Jahr für ihn bringt.
Nur noch bis zum Ende der Hinrunde ist der 35-Jährige offiziell als Cheftrainer installiert, das ist noch eine gute Woche. Und dann? Intern ist bei Werder längst klar, dass Kohfeldt die Mannschaft auch im neuen Jahr weiter betreut. Alles andere wäre nach drei Siegen aus Kohfeldts bisherigen fünf Spielen eine faustdicke Überraschung. Verkünden möchte es der Verein aber trotzdem noch nicht.
Werder will am Zeitplan festhalten und die Entscheidung pro Kohfeldt erst nach dem Pokalspiel gegen den SC Freiburg (Mittwoch, 20. Dezember) verkünden. Das ist absolut legitim - bringt den Trainer aber durchaus in rhetorische Schwierigkeiten, wie die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (Mittwoch, 13. Dezember) gezeigt hat.
Die Frage war kurz und prägnant, im Grunde nicht misszuverstehen - und für Kohfeldt gerade deshalb so knifflig. Wie denn seine Planungen für den Januar aussehen, wollte ein Journalist vom Bremer Trainer wissen. Kohfeldt grinste, senkte kurz den Kopf, nahm sich Zeit für seine Antwort - ehe er es mit einem Ausweichmanöver versuchte.
„Meine Planung für Januar entscheidet sich erst nach dem Freiburg-Spiel“, sagte der Coach, dessen Grinsen danach noch etwas breiter wurde. Kohfeldt wusste, dass ihm diese Antwort keiner abnimmt. Schließlich ist das Trainingslager zu Jahresbeginn im spanischen Alicante schon auf sein Geheiß hin gebucht worden, schließlich waren die bisherigen Auftritte Werders viel zu gut, um auf der Trainerposition schon wieder einen Wechsel vorzunehmen.
Kohfeldt plant den Januar „in Alicante“
„Unsere Absicht war es von Anfang an, dass wir auch gemeinsam in die Rückrunde gehen“, ergänzte Kohfeldt. Mit Blick auf seinen Spieler Theodor Gebre Selassie, der während der Pressekonferenz auf dem Podium neben ihm saß, schmunzelte er: „Ich plane also, dass ich im Januar mit Theo in Alicante...“ Das Ende des Satzes blieb offen. Eine gute Zeit habe? Hart arbeite? Was auch immer - fest steht: Die beiden Männer werden am 1. Januar gemeinsam im Flieger Richtung Süden sitzen, weil Kohfeldt dann noch Werder-Coach ist. Mindestens bis zum Saisonende, vielleicht sogar mit einem Vertrag über einen längeren Zeitraum ausgestattet.
„Wir haben vom ersten Tag an gesagt, dass wir der Überzeugung sind, dass es mit Florian gut funktioniert“, betonte Sportchef Frank Baumann. „Wir haben aber diesen Zeitplan gewählt, und an dem halten wir fest.“ Heißt also: Noch drei Spiele, dann sagt Werder das, was schon jetzt alle wissen. Einen weiteren Hinweis darauf hätte es gar nicht mehr gebraucht. Dennoch hielt Baumann fest: „Dass gute Ergebnisse nicht das Schlechteste für einen Trainer sind, ist doch klar.“ Hätten wir das auch geklärt.