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Hamburg. Natürlich hätte sich Frank Baumann einen Derbysieg gewünscht, doch der Werder-Sportchef wollte nach dem eigentlich enttäuschenden 0:0 beim Hamburger SV auch nicht alles schlecht reden.
In einer Gesprächsrunde erklärte er den Medien, wie Werder endlich in die Erfolgsspur einbiegen will.
Herr Baumann, wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie mit dem Auftritt?
Frank Baumann: Es war ein sehr wechselhafter Auftritt mit verschiedenen Phasen. Wir sind ganz gut reingekommen, dann waren wir gedanklich häufig zu langsam. Da haben wir auch ein bisschen Glück gehabt. Nach der Pause war es ein ähnliches Spiel. Dann haben wir aber ab der 60. Minute die Kontrolle wiedergewonnen und waren näher am Sieg dran als der HSV. Einerseits sind wir enttäuscht, dass wir keinen Dreier geholt haben, aber du musst so einen Punkt auch mal mitnehmen.
Die spielerische Klasse blitzte nur selten auf.
Baumann: Na ja, in dem Spiel war das auch nicht anders zu erwarten. Das war ein Kampfspiel, da war viel auf zweite Bälle ausgelegt. Wir haben aber im Spielaufbau zu schnell den Ball verloren. Am Ende hatten wir auch gute Aktionen, die leider nicht zum Tor geführt haben.
Welche Rolle hat dabei Zlatko Junuzovic nach seiner Einwechslung gespielt?
Baumann: Man hat ja schnell gesehen, dass Zladdi ein sehr guter Fußballer ist, Linie reingebracht hat und die Wege in die Spitze gemacht hat. Er hatte sehr viele gute Aktionen, eine große Ballsicherheit, genauso wie Maximilian Eggestein. Das zeigt auch, wie schwerwiegend sein Ausfall war.
Wird durch Junuzovic das Spiel nach vorne in den nächsten Wochen wieder besser?
Baumann: Natürlich ist er da ein wichtiger Faktor. Mit Zladdi wird nicht alles gut. Aber wir sollten nicht alles auf einen Spieler abladen. Wir sind als Mannschaft gefordert.
Werder ist immer noch im Tabellenkeller, wie bedrohlich ist das?
Baumann: Wir sind mit der Punkteausbeute und dem Start nicht zufrieden. Wir werden weiter arbeiten und wissen, dass wir den Anschluss ans Mittelfeld nicht verlieren dürfen. Dafür brauchen wir irgendwann auch einen Sieg. Das werden wir gegen Gladbach angehen und alles reinschmeißen, damit uns das gelingt.
Sie wirken noch sehr ruhig und gelassen. Ist das die Erfahrung aus der vergangenen Saison?
Baumann: Es ist schon so, dass wir in einer schwierigen Situation sind. Das Gute ist, dass es noch früh in der Saison ist, dass wir noch Zeit haben. Wir verlassen uns aber auch nicht auf die Rückrunde. Wir arbeiten sehr hart. Es bringt jetzt nichts, die Nerven zu verlieren. Natürlich hilft die Erfahrung der letzten Jahre, es gab ja fast immer einen schlechten Start. Deshalb haben wir auch eine gewisse Ruhe. Aber wir unterschätzen das auch nicht. Es wird wieder ein ganz harter Weg werden.
Wurden in der Vorbereitung Fehler gemacht?
Baumann: Wir suchen jetzt keine Ausreden. Aber in den sieben Spielen hat uns immer eine komplette Achse gefehlt. Zladdi hatte heute seinen ersten Einsatz, Niklas Moisander seinen zweiten. Max Kruse fehlt uns jetzt, Lamine Sane, unser Abwehrchef, auch. Das ist für uns ein Verlust. Das können wir nicht einfach wegstecken. Mit einem bisschen mehr Glück hätten wir trotzdem besser dastehen können.
Lag der Fokus zu sehr auf der Defensive?
Baumann: Das war ein Teil der Vorbereitung, wir haben uns aber auch mit dem Spiel mit Ball beschäftigt. Daran liegt es nicht. Wir haben uns heute sicher weniger Chancen als in den letzten Spielen herausgespielt, aber insgesamt in dieser Saison deutlich mehr pro Spiel als in der Rückrunde. Das zeigt mir, dass wir die Offensive nicht komplett vernachlässigen. Natürlich können wir uns da verbessern. Aber vor allem müssen wir die Effektivität verbessern.
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