Werder-Sportchef im Gespräch
Baumann über Kainz: „Keine Anfrage aus Köln“
Bremen - Ein Gerücht geht um. Und es betrifft Florian Kainz. Angeblich ist der 1. FC Köln, der in der Winter-Transferphase eine neue Kraft für den linken Flügel verpflichten will, an dem Werder-Profi interessiert. Doch das Gerücht muss mit mindestens zwei Fragezeichen versehen werden.
Kann sich Zweitligist Köln nach der Verpflichtung von Torjäger Anthony Modeste noch einen weiteren prominenten Neuzugang finanziell leisten? Und: Will Werder den Österreicher überhaupt abgeben? „Nein, wir haben kein Bestreben, uns von Florian zu trennen“, sagt Sportchef Frank Baumann gegenüber der DeichStube.
Auch von der Seite des Spielers habe er in dieser Hinsicht kein Signal bekommen. Und überhaupt: „Aus Köln ist niemand mit einer Anfrage an uns herangetreten.“ Sollte das noch passieren, könnte aber trotzdem Bewegung in die Sache kommen, denn Kainz ist keiner, der bei Werder als unverkäuflich gilt. Rundum zufrieden können die Bremer mit ihm nicht sein.
Kainz: Von der Startelf auf die Tribüne
In sieben Bundesliga-Einsätzen gelang dem Angreifer in der laufenden Saison nur ein einziger Scorerpunkt – es war die Vorlage zum 1:0 beim FC Augsburg (Endstand 3:2). Ansonsten machte der 26-Jährige nur in den DFB-Pokalspielen gegen die Viertligisten Wormatia Worms und Weiche Flensburg mit je einem Tor auf sich aufmerksam. Zu wenig für Trainer Florian Kohfeldt, um wunschlos glücklich zu sein mit seinem Flügelflitzer. „Keine Frage: Flo hatte Spiele, in denen er mit seinen Einzelaktionen ein Türöffner war für uns. Doch diese Aktionen hat er nicht immer. Dann ist es auch schwer für ihn, sich dauerhaft festzuspielen.“
So schaffte es Kainz, binnen einer Woche von der Startelf (gegen Mainz 05) auf die Tribüne (gegen Borussia Mönchengladbach) zu wandern. Doch Kohfeldt ist es wichtig, dies nicht als Strafe für Kainz zu sehen. „Ich habe ihm vor dem Gladbach-Spiel erklärt, dass er nicht im Kader ist, weil wir ohne den klassischen Flügelspieler spielen wollten. Und Flo war für mich auch keine Option für eine Einwechslung.“ Kohfeldt nahm lieber Milot Rashica mit in den Kader, „weil der mit seinem Speed auch zweite Spitze spielen kann“. So flog Kainz zum ersten Mal in dieser Saison aus dem 18er-Aufgebot.
Florian Kainz: Seine Karriere in Bildern




Kohfeldt weiß, dass diese Maßnahme noch nachgearbeitet werden muss – im Gespräch mit Kainz. „Wir wollen uns nochmal zusammensetzen, wenn er von der Nationalmannschaft zurück ist, um zu besprechen, wie wir Konstanz in seine Leistung bekommen.“
Darauf, dass das passiert, wartet Werder bei dem österreichischen Nationalspieler schon seit dessen Verpflichtung im Sommer 2016. Doch ob Kainz (Vertrag bis 2020) deshalb bei entsprechender Anfrage zu einem Wechselkandidaten wird? Dagegen spricht, dass sein ärgster Konkurrent auf der Position links Milot Rashica ist und der Kosovare bislang noch weniger gezeigt hat als Kainz. Andererseits wird es in der Rückrunde im Werder-Angriff noch voller, weil Fin Bartels nach langer Verletzungspause zurückerwartet wird und auch Josh Sargent endlich seine Kadernominierungen bekommen soll.