Horsch-Nachfolge geregelt
Fritz holt „Fritzy“: Aus dem TV bekannte Trainerin übernimmt Werder Bremens Frauen
Die Fußballerinnen des SV Werder Bremen bekommen zur nächsten Saison eine neue Trainerin: Friederike Kromp tritt die Nachfolge von Coach Thomas Horsch an. Die 40-Jährige ist eine spannende Lösung.
Bremen – Noch sind in der Frauen-Bundesliga vier Spiele zu spielen, außerdem steht das große DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München an, doch der SV Werder Bremen hat für die nächste Saison bereits Nägel mit Köpfen gemacht und die angekündigte frühzeitige Lösung in der Trainerfrage präsentiert: Nachfolgerin für den zum Saisonende ausscheidenden Frauen-Trainer Thomas Horsch wird Friederike „Fritzy“ Kromp. Das hat der Club am Dienstagnachmittag verkündet. „Wir sind sehr froh, mit Friederike eine absolute Fachfrau für uns gewinnen zu können. Sie hat sowohl beim DFB als Nationaltrainerin der U17-Juniorinnen als auch bei den U20-Juniorinnen von Eintracht Frankfurt ihre Qualitäten unter Beweis gestellt“, erklärt Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz in einer Mitteilung. „Wir sind überzeugt, mit ihr einen weiteren Entwicklungsschritt mit unserem Team gehen zu können.“
Werder Bremens neue Frauen-Trainerin Friederike Kromp: „Ich freue mich sehr, ab Sommer Teil dieses wunderbaren Vereins zu sein“
Die 40-Jährige ist seit Sommer 2023 und noch bis Saisonende bei Eintracht Frankfurt Nachwuchskoordinatorin und Trainerin der U20, also der Zweitvertretung der Hessen in der 2. Bundesliga. Einem breiteren Publikum ist Friederike Kromp als TV-Expertin bekannt. Für das ZDF analysierte sie an der Seite von Moderator Jochen Breyer und den Ex-Nationalspielern Per Mertesacker und Christoph Kramer Spiele der Europameisterschaft 2024. Zuvor arbeitete „Fritzy“, wie sie genannt wird, bereits als Expertin im ZDF-Morgenmagazin und ZDF-Mittagsmagazin.
„Ich freue mich sehr, ab Sommer Teil dieses wunderbaren und spannenden Vereins zu sein. Ich habe über zwanzig Jahre im Nachwuchsbereich beziehungsweise der Talentförderung beim DFB und Eintracht Frankfurt gearbeitet und hatte zuletzt zunehmend den Wunsch, mit erwachsenen Frauen im Profi-Bereich zu arbeiten. Diese Chance gibt mir Werder Bremen – und ich freue mich darauf, in einem Klub, in dem in den vergangenen Jahren viel entstanden ist, einen ganz spannenden Weg fortzusetzen“, wird Friederike Kromp in einer Mittelung zitiert - und verrät mit Blick auf die Gespräche mit den Verantwortlichen des SV Werder Bremen: „Wir haben klare, identische Vorstellungen und gemeinsame Ideen, sodass ich mich auf alles, was kommt, sehr freue.“
Friederike „Fritzy“ Kromp wird neue Trainerin bei den Frauen des SV Werder Bremen
Ihre Karriere als Spielerin endete für Friederike Kromp schon, bevor sie wirklich begonnen hatte. Schon mit 18 war wegen einer schweren Fußverletzung Schluss. So schlug die gebürtige Würzburgerin und studierte Sportwissenschaftlerin früh eine Trainer-Laufbahn ein. Bereits 2011 erwarb sie die Uefa-Pro-Lizenz, bei der Weiterbildung zur DFB-Fußballlehrerin wurde sie im Alter von 26 Jahren die jüngste Absolventin überhaupt. Nach ihrer ersten Station als Trainerin beim Bayerischen Fußballverband (BFV) wechselte sie zum Deutschen Fußball-Bund (DFB), wo sie die längste Zeit ihrer bisherigen Karriere erfolgreich verbrachte.
Als Co-Trainerin von Deutschlands U17-Frauen (2012 bis 2019) gewann sie 2014, 2016 und 2017 die U17-Juniorinnen-Europameisterschaft, 2022 wiederholte sie den Titelgewinn als Cheftrainerin, die sie von 2019 bis 2023 war. Nach dem Aus von Martina Voss-Tecklenburg galt Friederike Kromp zwischenzeitlich als Kandidatin als Frauen-Nationaltrainerin. 2023 wechselte Kromp schließlich in den Vereinsfußball, übernahm die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt und den Job als Nachwuchskoordinatorin. Jetzt landet sie mit dem Wechsel zum SV Werder Bremen erstmals in der Frauen-Bundesliga.
Friederike „Fritzy“ Kromp folgt bei den Frauen des SV Werder Bremen auf Thomas Horsch
An der Weser hatte zuletzt Thomas Horsch als Trainer vier Jahre erfolgreich gewirkt. Unter seiner Führung etablierten sich die Grün-Weißen im Mittelfeld der Bundesliga. Ein besonderer Erfolg ist das erstmalige Erreichen des DFB-Pokal-Finals in diesem Jahr, am 1. Mai geht es in Köln gegen den FC Bayern München um den Titel. Bereits nach dem historischen Viertelfinal-Erfolg gegen Bayer Leverkusen hatte der 56-jährige Horsch mitgeteilt, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Nach dem Halbfinal-Triumph gegen den Hamburger SV kündigte Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz an, „zeitnah eine Lösung präsentieren“ zu wollen. Fritz‘ Lösung heißt nun „Fritzy“. (han)