1:3-Niederlage am Samstag
Starker Kampf wird nicht belohnt: Werder-Frauen verlieren gegen favorisierte TSG Hoffenheim
Bremen - Das war ein starker, kämpferischer Auftritt, aber am Ende stehen die Bundesliga-Frauen des SV Werder Bremen mit leeren Händen da. Gegen die favorisierte TSG Hoffenheim hielten die Grün-Weißen die Partie des 2. Spieltags lange offen, verloren am Samstag im heimischen Stadion Platz 11 aber schließlich mit 1:3 (0:1).
„Dass wir auf dem Niveau mithalten können, ist die Wahrheit des Spiels - aber auch, dass auf diesem Niveau Kleinigkeiten entscheiden. Wir haben die Tore zu einfach bekommen“, sagte Werder Bremens Trainer Thomas Horsch nach dem Spiel. „Wir ärgern uns tierisch darüber, aber gleichzeitig sind wir auch stolz. Wir haben gegen eine Mannschaft von den Top vier super mitgespielt.“
Nach der 5:1-Gala im ersten Spiel gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg begannen die Bremerinnen, die kurzfristig auf vier Spielerinnen verzichten mussten, gegen die Tabellenführerinnen äußerst mutig. Mit einem strammen Schuss prüfte Sophie Weidauer die TSG-Keeperin bereits nach drei Minuten. Doch mit ihrem ersten richtigen Angriff gingen die Gäste in Führung: Mara Alber hatte bei ihrer Flanke von der rechten Seite zu viel Platz, in der Mitte wartete dann Kapitänin Melissa Kössler, die ins kurze Eck einköpfte – bereits ihr viertes Saisontor nach drei Treffern beim 9:0 gegen den MSV Duisburg.
Werder Bremen gegen TSG Hoffenheim in der Frauen-Bundesliga: Livia Peng hält Elfmeter
Die TSG Hoffenheim setzte sich in der Folge in der Bremer Hälfte fest – doch die Werder-Frauen überstanden die Drangphase ohne weiteres Gegentor. Die erste Hälfte wurde danach zu einem Kampfspiel. Der Spielfluss wurde weniger, die Zweikampfhärte nahm zu. Die Bremerinnen konnten nach vorne zwar weiter keine große Durchschlagskraft entwickeln, bissen sich aber wieder in die Partie. Manchmal ging es dabei aber auch über die Schmerzgrenze hinaus: Nach einem Foul von Emilie Bernhardt musste Torschützin Kössler raus – bereits der zweite verletzungsbedingte Wechsel bei den Gästen (40.). Mit 0:1 ging es in die Pause.
Früh im zweiten Durchgang mussten die Fans des SV Werder Bremen kurz die Luft anhalten, weil Torhüterin Livia Peng ein Doppel-Fehler unterlief. Erst spielte sie Ereleta Memeti den Ball in die Füße, beim folgenden Heber der TSG-Spielerin rutschte ihr dann die Kugel durch die Handschuhe. Kurz vor der Torlinie rettete Peng aber selbst (51.). Die Schweizerin war kurz danach direkt wieder im Mittelpunkt: Nach einem Handspiel von Lina Hausicke im Strafraum zeigte die Schiedsrichterin auf den Punkt, den schwach geschossenen Elfmeter von Nicole Billa hielt Peng dann sogar fest (55.).
Werder Bremen gegen TSG Hoffenheim in der Frauen-Bundesliga: Ausgleich von Michelle Ulbrich währt nicht lange
Das Spiel war noch nicht entschieden, das merkten auch die Bremerinnen, die in der Folge immer stärker wurden und jetzt auch zu Torchancen kamen. Nach einer Flanke von Chiara Hahn schloss Lina Hausicke aus kurzer Distanz ab, Martina Tufekovic parierte aber mit einem Glanzreflex (70.). Und dann fiel der verdiente Ausgleich: Tufekovic, die bei hohen Bällen Probleme hatte, unterlief eine Flanke, im Getümmel grätschte dann Michelle Ulbrich die Kugel über die Linie (70.) – 1:1. Lange durfte Werder Bremen allerdings nicht jubeln. Nach einem Abpraller landete der Ball bei Sarai Linder, die querlegte und in Alber eine Abnehmerin fand – die erneute Führung für die TSG Hoffenheim (74.).
Werder Bremen schüttelte den Rückstand schnell ab, wollte unbedingt den Ausgleich. Die Schlussphase geriet zum offenen Schlagabtausch. Während Peng eine 100-prozentige Torchance im Eins-gegen-eins mit der eingewechselten Jill Janssens klasse entschärfte (89.), hatte Hausicke in der Nachspielzeit das 2:2 auf dem Fuß: Als Tufekovic einen hohen Ball wieder nur nach vorne tatschen konnte, sprang sie in den Ball, doch konnte ihn nicht entscheidend aufs Tor bringen (90.+3). Unmittelbar vor dem Abpfiff setzte die TSG Hoffenheim noch den Schlusspunkt. Einen Konter vollendete Janssens zum 3:1 für die Gäste. Weiter geht es für die Werder-Frauen am Sonntag, 8. Oktober (18.30 Uhr), mit dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg. (han)
Werder Bremen: Peng - Ulbrich, Bernhardt, Nemeth - Hahn, Hausicke, Walkling (72. Meyer), Wirtz (85. Kunkel), Lührßen - Weidauer, Sternad (64. Josten)