Werder-Frust über Transfer

So lief der Burke-Abgang: Werder Bremen fühlt sich überrumpelt

Oliver Burke wechselt überraschend zu Union Berlin und hat den SV Werder Bremen mit seinem Transfer überrumpelt. Wie die Grün-Weißen über den Wechsel denken und wie viel Geld Burke in Berlin verdient.

Bremen – Was viele nicht einmal auf dem Fahrrad schaffen, ist Oliver Burke jüngst zu Fuß geglückt. Im Heimspiel gegen den VfL Bochum erreichte der Stürmer des SV Werder Bremen ein beachtliches Spitzentempo von 36,72 Kilometern pro Stunde, wofür er in einer Spielstraße definitiv geblitzt worden wäre. Kein anderer Bremer Profi hat es in dieser Saison bisher auf einen höheren Wert gebracht – Geschwindigkeit ist eben das zentrale Merkmal im Spiel des schottischen Stürmers, was auf gewisse Weise zur aktuellen Nachrichtenlage rund um Burke passt. Denn auch bei seiner Entscheidung gegen eine Zukunft bei Werder und für einen Wechsel zu Bundesliga-Rivale Union Berlin ging am Ende alles, nun ja, ganz schnell. Anders formuliert: Burke ist an den Bremer Verantwortlichen regelrecht vorbeigerauscht – und hat damit für reichlich Verstimmung bei Werder gesorgt.

Vom gefeierten Held gegen Stuttgart zum Wechsel-Buhmann? Oliver Burke wird den SV Werder Bremen im Sommer überraschend in Richtung Union Berlin verlassen.

Oliver Burke verlässt Werder Bremen und wechselt zu Union Berlin - Clemens Fritz: „Das ist sehr schade“

Am Dienstagabend hatte die DeichStube exklusiv berichtet, dass Burke kurz vor einem Wechsel nach Berlin steht, nachmittags hatte der Angreifer in der Hauptstadt bereits den obligatorischen Medizincheck erfolgreich hinter sich gebracht. Wie zu hören ist, sind noch letzte Details zwischen den Eisernen und der Spielerseite zu klären, der Deal dürfte zeitnah in trockenen Tüchern sein. Werder Bremen wurde von all dem kalt erwischt und erst am Mittwoch von Oliver Burke offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, dass er mit einem anderen Club verhandelt und Bremen verlassen wird. Dabei war noch vor wenigen Tagen allgemein davon ausgegangen worden, dass der 28-Jährige seinen auslaufenden Vertrag am Osterdeich verlängert, was sowohl Verein als auch Spieler mit öffentlichen Aussagen befeuert hatten.

Am Mittwoch sagte Sportchef Clemens Fritz gegenüber der DeichStube nun: „Wir bedauern es sehr, dass sich Oli für einen anderen Weg entschieden hat, denn wir hätten gerne mit ihm weitergemacht.“ Dass der Abgang einen mehr als bitteren Beigeschmack für Werder Bremen hat, verdeutlicht die folgende Aussage: „Wir hatten am Ende leider keine Möglichkeit mehr, noch einmal auf seine Vorstellungen einzugehen, weil er seine Entscheidung bereits getroffen hatte. Das ist sehr schade. Wir sind davon ausgegangen, dass wir weiterhin im Austausch sind.“

Werder Bremen von Oliver Burkes Wechsel zu Union Berlin irritiert: „Wir bedauern es sehr“

Werder Bremen hatte Oliver Burke nach Informationen der DeichStube zunächst ein Vertragsangebot über zwei Jahre vorgelegt, in dem die Leistungsprämien zwar erhöht waren, das Grundgehalt aber um rund 40 Prozent geringer ausfiel. Der Spieler hätte Abstriche in Kauf nehmen müssen, was er nicht akzeptierte. Auch eine zweite, nachgebesserte Offerte, die Burkes Forderungen deutlich nähergekommen sein soll, lehnte er ab. „Wir haben in den letzten Gesprächen mit unserem Angebot auch den zuvor geäußerten Vorstellungen des Spielers entsprochen und seine in den letzten Wochen starken Leistungen einbezogen“, erklärt Fritz. Wie zu hören ist, kam der Spieler am Dienstag plötzlich mit neuen Forderungen auf die Bremer zu, die weit über den bisherigen gelegen haben sollen. Eine Absage erteilte Werder dem nicht, wähnte sich weiterhin im Austausch, ehe Burke am Mittwoch Fakten schuf.

In Berlin soll der Stürmer einen Vierjahresvertrag unterschreiben, der ihm jährlich 1,8 Millionen Euro beschert. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Unwahrscheinlich, dass sich Werder Bremen bis in diese Sphären bewegt hätte. Burkes fast schon romantische Aufstiegsgeschichte vom Aussortierten zum Auserwählten endet also jäh. Während der laufenden Saison hatte er sich mit starken Leistungen zunächst überraschend zur ernsthaften Alternative und dann sogar zum Leistungsträger entwickelt. Zuletzt war Oliver Burke das Gesicht der Bremer Europa-Hoffnungen, ein Liebling des Publikums. Damit dürfte es nun vorbei sein. Was zur Frage führt, ob der verkündete Abgang des Spielers womöglich für einen Bruch sorgen und den Höhenflug der Mannschaft stoppen kann. Clemens Fritz glaubt das nicht: „Es wird keine negativen Auswirkungen auf den restlichen Saisonverlauf haben. Wir sind in einer Phase der Saison, wo Entscheidungen getroffen werden. Das ist ganz normal.“ Zumal sich der Sportchef sicher ist, „dass Oli sich bis zum Schluss voll reinhängen und alles für Werder geben wird“. Unter anderem am 3. Mai gegen seinen neuen Club Union Berlin. Für den Sommer kündigt Fritz bereits an: „Wir werden die Position, die durch Ollis Abgang frei wird, nachbesetzen.“ (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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