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Bremen - Nils Petersen klopfte höflich an – und dann verschwand der Kapitän des SC Freiburg in der Schiedsrichterkabine. Nach der 2:3-Pleite im Pokal beim SV Werder gab es ordentlich Redebedarf für die Gäste, der Treffer zum 3:1 für Bremen war irregulär gewesen.
Doch typisch Petersen – der Ex-Bremer nahm Schiedsrichter Guido Winkmann, der im Pokal anders als in der Liga ohne Videobeweis auskommen musste, in Schutz: „Ein Fehler eines Schiedsrichters ist menschlich – auch wenn er in dem Moment sehr viel Geld kostet und spielentscheidend ist.“
Winkmann hatte in der Szene zwar die Abseitsstellung von Jerome Gondorf gesehen, wertete sie aber trotz des Körpereinsatzes des Bremers gegen Freiburgs Robin Koch als passiv. Der Referee setzte sich mit seiner Sichtweise auch gegen seinen Assistenten an der Linie und den Vierten Offizielle durch. Winkmann überstimmte beide und erklärte später: „Gondorf hat den Ball nicht gespielt, für mich war es ein reguläres Tor.“
Wenn Christian Streich dieses Aussage hört, dürfte er erneut toben. Schon auf dem Platz war der Freiburger Coach ausgeflippt. „Diese Entscheidung war der Wahnsinn, dafür braucht man auch keinen Videobeweis“, meinte Streich: „Alle im Stadion haben es doch gesehen.“
Wie wahr: Die Stadionregie hatte die Szene tatsächlich während der Freiburger Proteste noch einmal auf der Video-Leinwand gezeigt. Das brachte die Gäste endgültig in Rage, sie protestierten noch mehr. Natürlich vergeblich.
Werder-Coach Florian Kohfeldt konnte den Ärger gut verstehen: „Ich hätte mich auch aufgeregt.“ Und aus anderem Grund tat er das dann auch: „Ich habe mich nicht gefreut, dass die Szene noch mal im Stadion gezeigt wurde. Das ist auch unfair gegenüber dem Schiedsrichter.“ Auch Gondorf meinte: „Clever war das nicht.“
Der Hauptdarsteller der ganzen Szene gab zu, dass das Tor nicht hätte zählen dürfen. „Es war Abseits, was soll ich da groß drumherum reden?“, sagte Gondorf und fügte an: „Es tut mir leid für die Freiburger, aber wir sind eine Runde weiter, nur das zählt.“