Baumann plant Zukunftsgespräch mit dem Stürmer
Wie geht es mit Johannsson weiter?
Bremen - Erst stoppte ihn der Trainer, dann sein Körper: Aron Johannsson kommt auch in dieser Saison bei Werder einfach nicht richtig in Fahrt. Sein Vertrag läuft nur noch ein Jahr – und Sportchef Frank Baumann deutet an, dass im Sommer durchaus eine Veränderung möglich ist.
„Wir werden uns ganz sicher zusammensetzen und schauen, wie die jeweiligen Planungen sind. Die legen wir dann übereinander, danach wissen wir mehr“, erklärt Baumann auf Nachfrage der DeichStube. Solche Gespräche seien absolute Normalität, würden mit mehreren Spielern geführt. „Bei vielen herrscht auch schon Klarheit“, sagt Baumann. Bei Johannsson sei das aber noch nicht der Fall.
Es geht um eine Gesamtbewertung: Was hat Werder von dem Stürmer – und umgekehrt? Der US-Nationalspieler mit isländischen Wurzeln ist im Sommer 2015 von AZ Alkmaar an die Weser gewechselt – für eine Ablöse von immerhin 4,2 Millionen Euro. Das war für Werder damals viel Geld. Der Angreifer funktionierte gar nicht so schlecht, traf in den ersten sechs Spielen zwei Mal. Doch danach war die Saison für ihn wegen einer komplizierten Hüftverletzung schon vorbei.
In der Saison darauf kam Johannsson auch nur auf neun Spiele (ein Tor). Das lag aber nicht nur am Verletzungspech, das dem sympathischen Stürmer treu blieb, sondern auch an Alexander Nouri. Der Nachfolger von Viktor Skripnik stellte ihn schnell aufs Abstellgleis. Im Sommer 2017 sollte der Angreifer eigentlich weg, aber es fand sich kein passender Abnehmer. Bis Florian Kohfeldt Nouri ablöste, durfte Johannsson nur noch trainieren. Dann war er wieder dabei.
Ablöse für Johannsson wohl nur noch diesen Sommer
Der neue Coach mag die Art, wie der US-Amerikaner spielt, setzte ihn gerne auf dem Flügel ein – wenn Johannsson denn fit war. Von den 24 möglichen Bundesliga-Einsätzen verpasste er allein verletzungsbedingt neun. Wieder einmal ist eine Saison für ihn vorzeitig vorbei, diesmal wegen Problemen am Sprunggelenk. „Er hat einfach auch viel Pech“, sagt Baumann: „Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass er eine Saison verletzungsfrei spielen kann.“ Der Sportchef nennt Philipp Bargfrede als Beispiel, der nach vielen Rückschlägen in dieser Saison voll durchgezogen hat. Allerdings: Bargfrede hat in der Vergangenheit seine Klasse und Bedeutung für das Team mehrfach unter Beweis gestellt.
Bei Johannsson sind es vor allem gute Ansätze, die eine gewisse Phantasie entfalten. In dieser Saison steht auch nur ein Tor auf seinem Konto, dazu kommen noch zwei Assists. Da ist es mehr als verständlich, dass Baumann mit Johannsson über die Zukunft sprechen will. Möchte Werder noch eine Ablöse erzielen, geht das eigentlich nur in diesem Sommer. Wobei die Interessenten nicht gerade Schlange stehen dürften. Es geht aber auch um einen Kaderplatz und nicht gerade wenig Gehalt. Möglicherweise erhält Johannsson aber auch noch eine weitere, eine dann wohl letzte Chance.
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