Zweitteuerster Werder-Neuzugang in der Analyse

Schnell, trickreich, abschlussstark: Werders Zehn-Millionen-Mann Samuel Mbangula in der Daten-Analyse

Schnell, trickreich, abschlussstark: Samuel Mbangula bringt viele Qualitäten mit - der Neuzugang des SV Werder Bremen in der Datenanalyse!

Bremen – Mit einer Ablöse von zehn Millionen Euro plus Boni ist Samuel Mbangula der zweitteuerste Neuzugang des SV Werder Bremen aller Zeiten – nur Davy Klaassen (13,5 Millionen Euro) kostete 2018 mehr. Mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Dynamik soll er in Horst Steffens favorisiertem 4-2-3-1-System die individuelle Qualität auf den Flügelpositionen erhöhen und könnte bei Bedarf sogar auch als zweiter Stürmer agieren. Bislang konnten sich die Werder-Fans allerdings noch keinen umfassenden Eindruck vom jungen Belgier verschaffen, denn nach anfänglichem Trainingsrückstand verletzte sich der Neuzugang von Juventus Turin im Trainingslager am Fuß und fiel für den Testspiel-Doppelpack gegen die TSG Hoffenheim aus. Eine längere Ausfallzeit ist jedoch nicht zu befürchten. Mbangula soll im besten Fall bereits in dieser Woche ins Training zurückkehren und dann sein gesamtes Potenzial zeigen. Im Auftrag der DeichStube haben die Datenexperten von CREATEFOOTBALL* eine Analyse des neuen Bremer Flügelspielers erstellt, um schon vorab einen Überblick darüber zu geben, warum Werder für den 21-Jährigen so tief in die Tasche gegriffen hat.

Schnell, trickreich, abschlussstark: Samuel Mbangula bringt viele Qualitäten mit - der Neuzugang des SV Werder Bremen in der Daten-Analyse!

Daten-Analyse: Werder-Bremen-Neuzugang Samuel Mbangula läuft seine Gegenspieler sehr effizient an

Als nomineller Linksaußen hält sich Samuel Mbangula in der Defensivarbeit eher zurück. Nach dem Trainerwechsel bei Juventus von Thiago Motta zu Igor Tudor und der damit verbundenen Systemumstellung von einem 4-2-3-1 auf ein 3-4-1-2 spielte er keine größere Rolle mehr. Zwar läuft der Neuzugang des SV Werder Bremen seine Gegenspieler sehr effizient an (hohe Pressingeffizienz), gewinnt insgesamt aber nur wenige Bälle und wäre daher als Außenverteidiger in einer Fünferkette weniger geeignet.

Mbangula zeichnet sich durch einen sehr vertikalen Laufstil aus. Er orientiert sich mit dem ersten Kontakt meist nach vorn und überwindet die erste Pressinglinie des Gegners mit dynamischen Tiefenläufen. Die Position auf dem linken Flügel verlässt er dabei kaum, zieht selten ins Zentrum, sondern fokussiert sich darauf, mit Tempo bis zur Grundlinie zu gehen – was ihm in der vergangenen Serie-A-Saison im Ligavergleich überdurchschnittlich oft gelang (15 Tiefenläufe pro 90 Minuten). Wenn er im mittleren Drittel den Ball erhält, sucht er regelmäßig das Dribbling und bringt den Ball im Schnitt fünfmal pro 90 Minuten per Lauf ins letzte Drittel – ein Wert, der für direkten Raumgewinn und Tempo im Angriffsspiel sorgt. Auch ohne Ball positioniert sich Samuel Mbangula gut, um vertikale Pässe zu empfangen. Pro 90 Minuten erhält er durchschnittlich zehn linienbrechende Pässe, darunter zwei hinter die letzte Abwehrkette – ein Top-10-Wert in der Serie A. Im Passspiel selbst agiert der gebürtige Brüsseler jedoch zurückhaltender: Zwar bringt der neue Angreifer des SV Werder Bremen starke 89 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, doch nur 17 Prozent davon sind vorwärtsgerichtet. Besonders im Angriffsdrittel bremst er das Spiel gelegentlich aus, indem er auf Rückpässe setzt, anstatt risikoreichere Zuspiele in die Spitze zu wählen.

Werder-Bremen-Neuzugang Samuel Mbangula war in der vergangenen Saison im Schnitt an drei Torchancen in 90 Minuten beteiligt

Mit seiner breiten Positionierung zieht Samuel Mbangula gegnerische Defensivreihen auseinander und schafft dadurch Räume für sich und seine Mitspieler. In der Entscheidungsfindung im letzten Drittel hat der 21-Jährige noch Luft nach oben. Statt mit Ball in den Strafraum zu ziehen, bricht er Angriffe oft frühzeitig ab – zeigt in diesem Bereich jedoch bereits eine positive Entwicklung. Im Schnitt ist Mbangula an drei Torchancen pro 90 Minuten beteiligt. Wenn der neue Flügelspieler des SV Werder Bremen den Ball in den seitlichen Strafraumzonen erhält, überzeugt er mit präzisem Passspiel: 35 Prozent seiner Flanken erreichen einen Mitspieler. Besonders oft legt er den Ball von der Grundlinie zurück in den Rückraum – auf dort einlaufende Mitspieler.

Zu Beginn der vergangenen Saison unterstrich der flinke Rechtsfuß seine Qualitäten im Abschluss und erzielte vier seiner insgesamt sieben Torbeteiligungen in den ersten beiden Spielen. Der Torabschluss zählt zu seinen größten Stärken: Nur 2,7 Schussversuche benötigt er im Schnitt pro Tor – ein Topwert, der in der Serie A nur von vier offensiven Mittelfeldspielern übertroffen wurde. Obwohl Samuel Mbangula meist aus weniger aussichtsreichen Positionen abschließt (häufig leicht links im Strafraum), bringt er beeindruckende 63 Prozent seiner Schüsse aufs Tor – ein Beleg für seine präzise Schusstechnik.

Daten-Analyse: Werder Bremens Samuel Mbangula ist ein athletischer, technisch starker Flügelspieler

Zusammenfassend lässt sich sagen: Samuel Mbangula ist ein athletischer, technisch starker Flügelspieler, der bei Juventus überwiegend als Linksaußen eingesetzt wurde, dank seines starken rechten Fußes aber auch auf der rechten Seite spielen kann – was ihn bei Werder Bremen als mögliche Alternative zum verletzten Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) interessant macht. Der belgische U21-Nationalspieler überzeugt durch seine hohe Geschwindigkeit und ballsicheres Dribbling über die linke Außenbahn. Seine Technik hilft ihm regelmäßig dabei, gegnerische Pressinglinien zu durchbrechen. In den Strafraum könnte Mbangula allerdings noch häufiger eindringen, Schlüsselpässe sind (noch) selten, doch aus den seitlichen Strafraumzonen verfügt er über hohe Flanken- und Abschlussqualität. Werder erhält mit ihm einen dribbelstarken, hochtalentierten Offensivmann, dessen teurer Transfer bei bislang nur etwas mehr als 1000 Profiminuten zwar auch ein Risiko besitzt – bei einer erfolgreichen Entwicklung jedoch auch das Potenzial für ein hohes Transferplus in den kommenden Jahren mitbringt. (bvo)

*Die CREATEFOOTBALL GmbH ist eine Fußball-Consultancy, die national wie international Profivereine, Berateragenturen sowie Medienanstalten in den Themenfeldern Datenscouting und -analyse berät.

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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