Ein Kommentar
Herr Nouri, wo ist die Siegermentalität?
Sechster Spieltag und noch immer wartet Werder auf den ersten Saisonsieg. DeichStuben-Redakteur Björn Knips findet: Trainer Alexander Nouri ist zu vorsichtig geworden. Ein Kommentar.
In der Bundesliga wird inzwischen ja alles technisch überwacht. Nur Daten darüber, wie viele Werder-Fans ihr Team nach dem 0:0 ausgepfiffen haben, gibt es noch nicht. Dabei wäre das durchaus interessant. Denn wohl nie zuvor hatte es im Weserstadion nach einem 0:0 so laute Unmutsbekundungen der Zuschauer gegeben. Da sollte der Club nicht weghören!
Gleiches gilt für die Worte von Thomas Delaney. Der Mittelfeldspieler hatte vor den Sky-Kameras moniert, dass Werder mehr daran denkt, nicht zu verlieren als zu gewinnen. Und das nach einem Heimspiel gegen den SC Freiburg. Schon länger ist vom Bremer Angsthasenfußball die Rede. So deutlich hat es Delaney natürlich nicht gesagt, aber seine Kritik geht durchaus in diese Richtung. Der Däne vermisst die Siegermentalität.
Nouri ist zu vorsichtig geworden
Aber wo ist sie geblieben? Natürlich hatte Werder ein schwieriges Auftaktprogramm. Natürlich fehlen wichtige Spieler verletzungsbedingt. Leidenschaft und Mut können, nein, müssen aber auch die anderen Profis zeigen – und zwar von Beginn an. Trainer Alexander Nouri hat genau das dem Team bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr eingeimpft. Er hat auch mal was riskiert, ungewöhnliche Entscheidungen getroffen.
Inzwischen ist Nouri vorsichtig geworden. Zu vorsichtig, wie neben den Medien ganz offensichtlich auch Fans und Spieler finden. Eine gefährliche Situation. In Bremen geht es aber nur gemeinsam. Natürlich werden die Fans und die Spieler Nouri jetzt nicht hängen lassen. Aber der Coach darf auch mal deutlich sagen und zeigen, dass Werder keine Angst hat, dass Werder gewinnen will. Vor allem das nächste Spiel. In Hamburg wird es Zeit für die Wende, danach sollen nur noch die anderen Grund zum Pfeifen haben.
Werder zu fahrlässig im Abschluss




Am Sonntag reagierte Werder-Coach Nouri auf die Kritik und verteidigte sein Vorgehen.