Werder-Transfer-News

Werder hofft auf Verstärkung und fitte Profis: Warum die Außenverteidiger derzeit das größte Problem sind

Die Außenverteidiger-Positionen sind zurzeit die große Baustelle beim SV Werder Bremen. Woran das liegt und was noch passieren soll.

Nachdem Olivier Deman am Samstag kurzfristig wegen eines Infekts hatte passen müssen, stand Cheftrainer Daniel Thioune beim Testspiel des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus (4:2) in Nachwuchstalent Luca Höcker nur noch ein gelernter Außenverteidiger zur Verfügung. Weil sich der Werder-Coach letztlich für eine Fünferkette entschied, mussten in Marco Grüll, Justin Njinmah und Kenny Quetant gleich mehrere Offensivspieler auf den Außenbahnen aushelfen. Ein Zustand, der sich am Osterdeich eigentlich nach Möglichkeit nicht wiederholen soll – kurzfristige Besserung ist derzeit allerdings nur bedingt in Sicht. „Die Außenverteidiger-Position gehört zu den Bereichen, in denen wir noch Bedarf sehen und uns verstärken wollen“, bestätigt Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer gegenüber der DeichStube. Trotz mehrerer Gespräche steht ein Neuzugang für diese Position aktuell allerdings nicht unmittelbar bevor.

Mitchell Weiser und Felix Agu (Mitte) können beim SV Werder Bremen aktuell verletzungsbedingt nur zuschauen - auch deswegen sind die Außenverteidiger-Positionen große Baustellen.

Werder Bremen mit Sorgen auf den Außen: Mitchell Weiser braucht noch Zeit - Felix Agu fehlt immer wieder

Der Blick richtet sich deshalb auf die bisherigen Optionen. Während Deman seinen Infekt inzwischen auskuriert hat und am Dienstag wieder mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz stand, bereiten vor allem Mitchell Weiser und Felix Agu weiterhin Sorgen. Weiser befindet sich nach seiner langen Verletzungspause noch immer nicht im vollständigen Mannschaftstraining des SV Werder Bremen. Zuletzt musste der Routinier nach der erhöhten Belastung aufgrund leichter muskulärer Probleme sogar wieder etwas kürzertreten. Zwar betonen alle Beteiligten, dass sich der 32-Jährige im Zeitplan befindet. Wann genau Weiser nach seinem Kreuzbandriss allerdings wieder einsatzbereit sein wird, ist derzeit weiterhin offen. Hinzu kommt, dass er nach mehr als einem Jahr ohne Pflichtspielpraxis nicht von heute auf morgen wieder voll belastbar sein dürfte. Einsätze im DFB-Pokal (22. August gegen Lüneburg) sowie anschließend beim Liga-Auftakt (30. August in Freiburg) sind mehr als unwahrscheinlich.

Ähnlich kompliziert gestaltet sich die Situation bei Felix Agu. Der Außenverteidiger schleppt sich erneut mit kleineren Blessuren durch die Vorbereitung und kann deshalb bislang nicht konstant mit der Mannschaft trainieren. Auch den Test in Cottbus verpasste er, nachdem die intensiven Trainingstage zuvor ihren Tribut gefordert hatten. „Felix ist für uns ein sehr wichtiger Spieler, der unserem Spiel sehr viel geben kann, wenn er gesund ist. Wir helfen ihm weiterhin dabei, sich körperlich zu stabilisieren, damit er über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei bleiben kann“, sagt Niemeyer. Ob Agu in der kommenden Saison dauerhaft zur Verfügung stehen wird, lässt sich derzeit allerdings nur schwer prognostizieren. In seinen bislang fünf Bundesliga-Jahren bei Werder Bremen kam der 26-Jährige – auch verletzungsbedingt – lediglich in 75 der 170 möglichen Pflichtspiele zum Einsatz.

Werder Bremen braucht Außenverteidiger, will aber bei einem Transfer keine hohe Ablösesumme zahlen

Zwar betonen die Verantwortlichen, dass in Weiser, Deman und Agu sowie dem noch angestrebten externen Neuzugang grundsätzlich viel Qualität für die Außenbahnen vorhanden wäre. Entscheidend ist allerdings, dass diese Qualität auch dauerhaft auf dem Platz steht. „Ich hoffe natürlich, dass wir die Problematik schnellstmöglich lösen können, weil das unabhängig vom System ist – wir brauchen einfach Bahnspieler“, hatte Thioune bereits nach dem Testspiel in Cottbus unmissverständlich gefordert. Wie schnell sich dieses Problem lösen lässt, hängt nicht nur von den Aktivitäten auf dem Transfermarkt ab. Werder Bremen möchte für einen weiteren Außenverteidiger keine hohe Ablösesumme bezahlen, weshalb unter anderem die angedachten Verpflichtungen von Lasse Günther, Elias Baum und Yukinari Sugawara bislang nicht zustande kamen. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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