Reaktionen von Weggefährten
„Ein großes Fußballerleben ist zu Ende gegangen“: Stimmen zum Tod von Werder-Legende Höttges
Bremen - Es ist eine Nachricht, die Fußballdeutschland sehr bewegt: Werder Bremens Ehrenspielführer Horst-Dieter Höttges, so hat es seine Familie nun bekannt gegeben, ist am 22. Juni im Alter von 79 Jahren gestorben. Ehemalige Weggefährten und Fußballfunktionäre haben betroffen auf die Nachricht vom Tod des Deutschen Meister, Europameisters und Weltmeisters reagiert.
Thomas Schaaf (Ex-Spieler und -Trainer bei Werder): „Das macht mich sehr traurig. Ich durfte ein Stück seines langen Werder-Weges gemeinsam mit ihm gehen. Er ist eine Werder-Legende. Er hat sich nie geschont und wirklich alles für den Verein gegeben. Kein Stürmer kam gerne nach Bremen, weil niemand gegen ‚Eisenfuß‘ spielen wollten. Als ich mit 17 Jahren bei Werder in den Herren-Bereich kam, wurde Horst für die Amateure reaktiviert. Er sollte uns jungen Spielern mit seiner Erfahrung helfen. Das hat er auch gemacht. Ich konnte mir einiges von ihm abgucken. Als ich dann später Trainer war, hat er uns oft beim Training besucht. Ich habe mich gerne mit ihm ausgetauscht. Horst hat sich auch im Nachwuchsbereich engagiert – besonders bei der Schülermannschaft. Er war ganz lange, ganz nah bei Werder.“
Reaktionen zum Tod von Werder-Bremen-Legende Horst-Dieter Höttges: „Er war Werder und der Fußball sein Leben“
Hans Schulz (Meister mit Werder 1965): „Horst war der jüngste Spieler in unserer Meistersmannschaft, aber er war so präsent und stark, dass wir alle wussten: Das ist ein absoluter Nationalspieler. Werder hatte viele gute Fußballer, aber Horst war ein Ausnahmefußballer. Er wurde ja als ‚Eisenfuß‘ bezeichnet, weil er niemanden schonte und keine Verletzungen kannte, aber er war auch ein guter Techniker. Der Ball war nicht sein Feind. Sonst hätte er auch nicht diese Karriere machen können. 66 Länderspiele waren früher unglaublich viel. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was er in der heutigen Zeit für einen Marktwert hätte. Aber ein Wechsel war für ihn nie ein Thema. Er war Werder und der Fußball sein Leben. Sein Tod macht mich sehr traurig.“
Schon gelesen? Viel mehr als ein „Eisenfuß“: Ein Nachruf auf die große Werder-Bremen-Legende Horst-Dieter Höttges!
Klaus-Dieter Fischer (Werders Ehrenpräsident): „Ein großes Fußballerleben ist zu Ende gegangen. Horst-Dieter war einer der besten und wichtigsten Spieler, die Werder Bremen je hatte. Auch nach der Karriere war er unglaublich wertvoll für den Verein. Er hat sich sehr in der Nachwuchsabteilung engagiert. Ich weiß noch, wie die Jungs gestrahlt haben, als da plötzlich ein echter Weltmeister vor ihnen stand. Er war sich aber auch nie zu schade, Jugendspieler vom Bahnhof abzuholen und zum Training zu fahren. Seinen großen Erfolg hat er nie vor sich hergetragen.“
Horst-Dieter Höttges gestorben: „Wir verlieren einen der größten Werderaner aller Zeiten“
Hubertus Hess-Grunewald (Werder-Präsident): „Mit Horst-Dieter Höttges verlieren wir einen der größten Werderaner aller Zeiten und einen der besten Fußballer, die es je in Deutschland gab. Sein Tod macht uns sehr betroffen und traurig. Unser Beileid und Mitgefühl gelten seiner Familie. Der SV Werder Bremen möchte – in enger Abstimmung mit seiner Familie – den letzten Weg von Horst-Dieter Höttges angemessen begleiten, um sein sportliches Wirken angemessen zu würdigen. Er ist eine Werder-Legende und hat sich als erfolgreichster deutscher Nationalspieler, den wir je in unseren Reihen hatten, und mit seiner Treue zum Verein herausragende Verdienste erworben. Er hat auch nach seiner Karriere einen intensiven Kontakt zu vielen bei Werder gepflegt und war überall stets willkommen. Der SV Werder Bremen wird Horst-Dieter Höttges ein ehrendes Andenken bewahren.“
Horst-Dieter Höttges: Seine Karriere in Bildern




Clemens Fritz (Werders Leiter Scouting und Profifußball): „Was Horst-Dieter Höttges für Werder geleistet hat, steht außer Frage. Ich habe ihn während meiner aktiven Zeit kennenlernen dürfen und habe mich immer gefreut, wenn wir uns getroffen haben. Er war sehr hilfsbereit und ein wirklich angenehmer Gesprächspartner.“
Bernd Neuendorf (DFB-Präsident): „Horst-Dieter Höttges hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt und mit der deutschen Auswahl die größten Titel gewonnen. In Mannschaften, die im Rückblick vor allem für ihre Spielstärke gepriesen werden, war er der fleißige Arbeiter, dem kein Weg zu weit, kein Auftrag zu schwer war – und der damit seine Kollegen glänzen ließ. Ohne Spieler wie ihn kann keine Mannschaft erfolgreich sein. Sein Einsatz war vorbildlich, ebenso seine Leidenschaft und Hingabe. Horst-Dieter Höttges hat sich große Verdienste um den deutschen Fußball erworben.“ (dco/kni)
(mit Material von werder.de und dfb.de)