Nordderby im DFB-Pokal-Halbfinale
Pokal-Party soll Geburtstagsfeier toppen: Werder-Spielerin Larissa Mühlhaus erfüllt sich gegen Ex-Club HSV einen Traum
Das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen den Frauen des SV Werder Bremen und dem HSV wird für Larissa Mühlhaus etwas ganz Besonderes. So blickt die gebürtige Hamburgerin aufs Spiel gegen ihren Ex-Club.
Bremen/Hamburg – Gespielt hat sie noch nie im Volksparkstadion. Wie es ist, dort zu feiern, weiß Larissa Mühlhaus aber. „Das war mein 10. oder 11. Geburtstag. Ich habe von meiner Familie eine Stadiontour mit meinen Freunden geschenkt bekommen“, erinnert sich die Fußballerin des SV Werder Bremen. „Wir haben da gegessen und Torwandschießen gemacht, daran kann ich mich noch gut erinnern.“ Eine schöne Geschichte aus der Kindheit, keine Frage, am Sonntag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) will die Stürmerin aber eine ganz andere Party in der großen Arena des Hamburger SV feiern. Mit den Werder-Frauen kämpft die gebürtige Hamburgerin gegen ihren Ex-Club im DFB-Pokal-Halbfinale um den Einzug ins Endspiel.
Werder Bremen gegen HSV im DFB-Pokal-Halbfinale der Frauen: Larissa Mühlhaus erfüllt sich Traum vom Volksparkstadion
Wie besonders für Larissa Mühlhaus diese Partie wird, hat die 22-Jährige während einer gemeinsamen Medienrunde mit HSV-Spielerin Pauline Machtens in Worte zu fassen versucht. „Das ist eine große Sache für mich, es bedeutet mir unnormal viel. Es war immer mein Traum, mal im Volksparkstadion zu spielen.“ Bisher hat es das für sie nicht gegeben, die HSV-Frauen spielten damals wie heute in der 2. Bundesliga auf kleineren Plätzen. Zum Nordderby-Kracher geht es nun ins ausverkaufte Volksparkstadion. 57.000 Fans – darunter Mühlhaus‘ Familie und Freunde – werden für einen neuen Zuschauerrekord für Frauenfußball in Deutschland sorgen.
Im vergangenen Sommer erst war Larissa Mühlhaus als damalige Torschützenkönigin der 2. Liga zum SV Werder Bremen in die Bundesliga gewechselt – ein Wechsel, der automatisch eine gewisse Brisanz und einigen Frust im HSV-Fanlager mit sich brachte. „Ich habe viele gute und schlechte Nachrichten bekommen, aber die guten haben überwogen“, betont Mühlhaus. „Ich wusste, was ich wollte, ich habe den nächsten Schritt gemacht. Da waren die negativen Kommentare dann kein Thema mehr für mich.“ Der Wechsel zahlte sich aus: An der Weser wurde die Stürmerin auf Anhieb Stammspielerin, aktuell führt sie mit sechs Treffern die teaminterne Torschützenliste des Bundesliga-Achten an.
Werder Bremen-Frauen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen HSV: Larissa Mühlhaus wünscht Ex-Club den Aufstieg
Ansonsten ist von der ewigen Rivalität zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV, der den Männerfußball seit Jahrzehnten prägt, bei den Frauen relativ wenig zu spüren, sagt Larissa Mühlhaus, die in Hamburg aufgewachsen und seit ihrer Jugend für den HSV aktiv war. „Im Frauenfußball spielt das gar keine so große Rolle, das ist ein bisschen familiärer. Es geht einfach um Fußball und dass wir Spaß haben. Ich bin gespannt, ob die Stimmung im Stadion wie bei den Männern oder etwas anders sein wird.“ Mühlhaus‘ Draht nach Hamburg ist weiterhin sehr eng, sie verfolgt die Spiele ihres Ex-Clubs, der als Tabellendritter gute Chancen auf den Aufstieg hat. „Man sieht auf jeden Fall die Entwicklung. Sie spielen immer weiter oben mit, und ich wünsche es ihnen, dass sie jetzt endlich mal schaffen aufzusteigen.“ Nur für den DFB-Pokal kann sie dem HSV gerade keine guten Wünsche schicken. Die große Party im Volkspark will schließlich sie am Sonntag (live im TV) mit Werder feiern. (han)
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