Sperren und Verletzungen bei Werder
Große Ausfallliste vor Bayern-Spiel - doch Werder lässt sich nicht unterkriegen
Gegen den FC Bayern München muss der SV Werder Bremen mindestens auf zwei Stammkräfte in der Innenverteidigung verzichten. Warum die Grün-Weißen trotzdem mutig bleiben.
Bremen – Maximal anspruchsvoll ist die Aufgabe ohnehin schon, und der Blick auf die aktuelle Personalsituation macht sie für den SV Werder Bremen nicht eben leichter. Im Gegenteil. „Die Ausfälle sind sehr, sehr ärgerlich“, sagt Cheftrainer Ole Werner, der für die anstehende Partie beim FC Bayern München (Freitag 20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) nicht nur selbst gesperrt ist, sondern im schlimmsten Fall auch seine komplette Dreierkette umbauen muss. Derart groß war die Abwehrnot in Bremen selten!
Gesperrte und angeschlagene Innenverteidigung: Werder Bremen gegen vor Spiel gegen FC Bayern die Abwehrspieler aus
Nicht nur, dass die Innenverteidiger Niklas Stark und Marco Friedl in der Schlussphase des Heimspiels gegen Mainz 05 jeweils die Gelb-Rote Karte sahen und deshalb gesperrt fehlen, nein. In Anthony Jung musste zudem Innenverteidiger Nummer drei angeschlagen ausgewechselt werden. Sein Einsatz gegen den Rekordmeister ist fraglich. Hinzu kommt, dass in Julian Malatini ein möglicher Ersatzkandidat zuletzt muskuläre Probleme hatte, heißt: In Amos Pieper und Milos Veljkovic stehen Werder Bremen aktuell nur zwei fitte Innenverteidiger zur Verfügung.
„Die Aufgabe wird dadurch nicht leichter“, sagte Werner mit Blick auf das Bayern-Spiel, während Leonardo Bittencourt von einer „Riesenaufgabe“ sprach. Ob der Mittelfeldmann in München selbst wird helfen können, ist übrigens ebenfalls offen. Gegen Mainz hatte er mit Oberschenkelproblemen früh vom Feld gemusst. Immerhin: Kurz nach dem Spiel äußerte sich der Routinier des SV Werder Bremen optimistisch, dass es klappen könnte: „So schlimm fühlt es sich nicht an, aber wir müssen die Bilder abwarten.“
Trotz Personalnot in der Defensive: Werder Bremen will mutig zum FC Bayern reisen
Was den Blick auf die gesprengte Dreierkette anging, wollte Bittencourt gar keine Verunsicherung aufkommen lassen, denn „mit Amos und Milos haben wir Jungs, die auf diesem Niveau bereits viele Spiele gemacht haben“. Ähnlich positiv äußerte sich auch Michael Zetterer: „Natürlich sind die Änderungen blöd, aber wir haben es in dieser Saison schon mehrfach erlebt, dass in der Defensive rotiert werden musste. Deshalb habe ich volles Vertrauen, dass die Jungs, die jetzt reinkommen, ein gutes Spiel in München machen können.“ Dann verwies der Torhüter von Werder Bremen auf ein Mut machendes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit.
„Auch letztes Jahr sind wir mit einer Mannschaft nach München gefahren, die in dieser Konstellation zuvor nicht zusammengespielt hatte“, erinnerte Zetterer. Damals fehlten in Bittencourt und Marvin Ducksch zwei Führungsspieler aufgrund von Gelbsperren. Dennoch zeigte Werder Bremen bekanntlich eine starke Leistung und gewann erstmals seit 2008 wieder ein Spiel beim Rekordmeister. „Das sollte uns Mut geben, mit dieser Einstellung können wir zu den Bayern fahren“, betonte Zetterer. „Es ist doch eine super Chance für die Jungs, die jetzt reinkommen, um für sich zu werben. Wo, wenn nicht in München?“ (bvo)