Werder-Keeper zeigt Schwächen mit dem Fuß
Tragische Figur: Pavlenka erlebt bei Werders Niederlage in Hannover einen unglücklichen Nachmittag
Jiri Pavlenka hat in dieser Saison bekanntlich seinen Stammplatz beim SV Werder Bremen verloren, in den Kader der tschechischen Nationalmannschaft wurde der 31-Jährige auch nicht berufen. Im Testspiel bei Hannover 96 (1:3) durfte Werders Keeper nun endlich mal wieder im Tor stehen, erlebte dabei aber einen unglücklichen Nachmittag.
Bremen – In einer alternativen Welt würde sich Jiri Pavlenka aktuell in Oslo befinden. Der Keeper wäre als Stammspieler des SV Werder Bremen mit der tschechischen Nationalmannschaft nach Norwegen gereist, um dort am Freitagabend (18 Uhr) im Testspiel gegen die Skandinavier im Tor zu stehen und sich mit seinen Teamkollegen für die Europameisterschaft im Sommer einzuspielen. Doch die Realität ist eine andere, eine tragischere. Denn Pavlenka hat seinen Stammplatz an der Weser bekanntlich verloren, in den Kader der tschechischen Nationalelf wurde er dieser Tage auch nicht berufen. Stattdessen trat der 31-Jährige am Donnerstag mit Werder im Testspiel bei Hannover 96 an. Dort durfte er sich zwar endlich mal wieder im Tor bewähren, erlebte bei der 1:3-Niederlage gegen den Zweitligisten aber einen insgesamt eher unglücklichen Nachmittag.
„Er war in einer einen oder anderen Situation ungenau mit dem Fuß. Aber das ist auch eine Frage von fehlender Spielpraxis und fehlendem Rhythmus. Das ist gerade bei Torhütern ein großes Thema“, sagte Ole Werner, Trainer des SV Werder Bremen, nach der Partie in Hannover.
Werder Bremens Keeper Jiri Pavlenka leistet sich im Testspiel gegen Hannover 96 zwei haarsträubende, aber folgenlose Fehler
Gleich zweimal war Jiri Pavlenka in der ersten Halbzeit nämlich ein haarsträubender Fehler unterlaufen, beide Male kam der Schlussmann des SV Werder Bremen aber mit dem Schrecken davon. In der 13. Minute wollte der Keeper den Ball hoch auf die rechte Seite schlagen, spielte die Kugel aber flach ins Zentrum, wo ihn Hannovers Muhammed Mehmet Damar abfing. Über Umwege landete das Leder bei Cedric Teuchert, dessen Schuss aber über das Tor flog. Nach einer guten halben Stunde stockte dann allen, die es mit Werder hielten, erneut der Atem: Pavlenkas Versuch, das Leder nach einem Rückpass von Marvin Ducksch auf die rechte Seite zu verlagern, misslang völlig, denn die Kugel rutschte ihm über den Spann und trudelte nur ganz knapp am eigenen Gehäuse vorbei ins Toraus. Und als Ducksch wenig später erneut zu Pavlenka zurückspielte, sah der Torwart zumindest unglücklich aus, weil er den auf Bauchhöhe gespielten Ball nicht verarbeiten und so eine Ecke nicht verhindern konnte.
Werder Bremens Ole Werner über Jiri Pavlenka: „Er hat dafür auch in anderen Situationen sehr gut gehalten“
Einen Zusammenhang zwischen den Fehlern und der beinahe tragischen Situation, die Jiri Pavlenka aufgrund des verlorenen Stammplatzes und der Nicht-Nominierung zurzeit erlebt, sah Ole Werner aber nicht. Der Chefcoach des SV Werder Bremen stärkte seinem Ersatzkeeper lieber den Rücken: „Er hat dafür auch in anderen Situationen sehr gut gehalten.“
Damit spielte Ole Werner freilich auf gleich mehrere Szenen an, in denen Jiri Pavlenka mit starken Reaktionen weitere Gegentore verhinderte. In der ersten Halbzeit parierte der Schlussmann des SV Werder Bremen gleich zweimal gegen Havard Nielsen (6./45.), nach dem Seitenwechsel musste er zudem bei der Doppelchance von Damar und Teuchert (57.) sowie beim Schuss von Brooklyn Ezeh (87.) all sein Können beweisen. Auf der Linie zeigte der 31-Jährige somit, welche Qualität weiter in ihm steckt. Und wer weiß: Vielleicht konnte er den tschechischen Nationalcoach Ivan Hasek mit den gezeigten Paraden überzeugen, dass er dem Nationalteam bei der EM im Sommer doch weiterhelfen kann. Damit für Pavlenka aus der alternativen Welt wieder ein Stück weit Realität wird. (nag)