Ex-Bremer im Aufschwung
Testspiel gegen Werder: Formstarker Johannes Eggestein kehrt mit St. Pauli an den Osterdeich zurück
Im Testspiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC St. Pauli am Donnerstag (13 Uhr) kommt es auch zum Wiedersehen mit Johannes Eggestein. Der ehemalige Stürmer der Grün-Weißen erlebt am Millerntor aktuell einen bemerkenswerten Aufschwung - und bringt seinen Trainer regelrecht ins Schwärmen.
Bremen – Gemeinsame Flugreisen, gemeinsame Werte und ein gemeinsamer Rivale. Das Verhältnis zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC St. Pauli gilt allgemein als gut. Da verwundert es kaum, dass die beiden Vereine auch während dieser Länderspielpause wieder gemeinsame Sache machen, damit im Testspiel am Donnerstag (13 Uhr im DeichStube-Live-Ticker) auf „Platz 11“ vor allem jene Akteure Spielpraxis sammeln können, die zuletzt eher weniger in Pflichtspielen zum Einsatz kamen.
Mit dabei beim FC St. Pauli ist dann auch Stürmer Johannes Eggestein, der in der Jugend des SV Werder Bremen ausgebildet wurde und schließlich den Sprung zu den Profis schaffte. Ob „Jojo“ am Donnerstag gegen seinen Ex-Verein aber allzu viel Einsatzzeit bekommt, bleibt abzuwarten. Schließlich lief es für den 25-Jährigen zuletzt sehr gut, an Spielpraxis mangelt es ihm gewiss nicht. Denn in den vergangenen vier Zweitliga-Spielen stand Eggestein jeweils von Anfang an auf dem Platz – und zwar als alleinige Sturmspitze. Eine Rolle, die man dem gebürtigen Hannoveraner an der Weser nicht zugetraut hatte. Auf St. Pauli und in der 2. Bundesliga war er in den vergangenen drei Partien gleich an vier Treffern direkt beteiligt (drei Tore, eine Vorlage), auch deshalb stehen die Hamburger seit zwei Spieltagen an der Tabellenspitze. Beim fulminanten 5:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende erzielte Eggestein sogar einen Doppelpack.
St. Paulis Trainer Fabian Hürzeler schwärmt von Johannes Eggestein: Ex-Stürmer des SV Werder Bremen startet durch
Voll des Lobes ist daher Fabian Hürzeler, Chefcoach des FC St. Pauli, unter dem Eggestein bis vor kurzem noch lange Zeit Bankdrücker war. Als „Prototyp für maximale Professionalität“, adelte der Trainer den früheren Profi des SV Werder Bremen: „Er hat sich super integriert, er ist ballsicher, gut im Zwischenraum. Zudem wissen wir, dass er in der Box sehr gefährlich ist, er hat einen guten Riecher, einen guten Abschluss - mit links und rechts.“ Auch Johannes Eggestein selbst zeigte sich glücklich über den Aufschwung: „Ich freu mich, dass es auch so gut funktioniert, seit ich dabei bin.“ Ein Zufall scheint das nicht zu sein. Schließlich habe der Angreifer versucht, „an kleinen Details zu arbeiten“, vor allem an „athletischen Punkten“ - aber auch „technische Sachen“, so der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler.
Auch beim SV Werder hatte Johannes Eggestein sein Talent immer wieder aufblitzen lassen, die Erwartungen als Top-Talent seines Jahrgangs konnte er aber nicht erfüllen. Der endgültige Durchbruch blieb aus. Deshalb wechselte er 2020 zunächst auf Leihbasis zum Linzer ASK nach Österreich, ehe er sich fest Royal Antwerpen in Belgien anschloss. Seit Sommer 2022 steht Eggestein beim FC St. Pauli unter Vertrag. „Ich hoffe, dass er mit dieser Intensität und der maximalen Bereitschaft weitermacht, aber da mache ich mir keine Sorgen“, fand Fabian Hürzeler noch motivierende Worte für Eggestein, der am Donnerstag als Spieler des FC St. Pauli mit viel Rückenwind an den Osterdeich zurückkehrt und im Testspiel erstmals gegen den SV Werder Bremen treffen könnte - wenn er denn zum Einsatz kommt. (tos)