Clemens Fritz setzt auf Werder-Verteidiger

Zeit für das nächste Lernziel: Julian Malatini soll bei Werder zügig den nächsten Entwicklungsschritt machen

Julian Malatini wechselte im Winter 2024 zum SV Werder Bremen und stand bereits einige Male in der Startelf - in der kommenden Saison soll das Abwehrtalent nun den nächsten Entwicklungsschritt machen.
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Julian Malatini wechselte im Winter 2024 zum SV Werder Bremen und stand bereits einige Male in der Startelf - in der kommenden Saison soll das Abwehrtalent nun den nächsten Entwicklungsschritt machen.

Julian Malatini wechselte im Winter 2024 zum SV Werder Bremen und stand bereits einige Male in der Startelf - in der kommenden Saison soll das Abwehrtalent nun den nächsten Entwicklungsschritt machen.

Bremen – Ein knappes halbes Jahr dauert das neue Abenteuer nun schon, hinter Julian Malatini liegen fernab der Heimat ereignisreiche Monate. Wenig verwunderlich also, dass der Verteidiger des SV Werder Bremen die Sommerpause nutzt, um wieder ein wenig näher bei seiner Familie und seinen Freunden zu sein. In seinem Geburtsort, der argentinischen Stadt General Cabrera, machte Malatini pünktlich zu seinem 23. Geburtstag Station, kurz darauf reiste er weiter zu den sonnigen Stränden Mexikos. Kräfte sammeln, den Kaltstart in der Bundesliga verarbeiten. Denn an der Weser hat man mit dem Defensivtalent noch einiges vor.

Werder Bremens Clemens Fritz über Julian Malatini: „Er ist sehr interessiert, bodenständig und reflektiert“

„Unsere Erwartungshaltung an ihn ist, dass er in der neuen Saison den nächsten Schritt macht“, sagt Clemens Fritz, neuer Sportchef des SV Werder Bremen, im Gespräch mit der DeichStube. „Er ist kurz nach seinem Wechsel ins kalte Wasser geworfen worden und hat gezeigt, dass er auf Bundesliga-Niveau bestehen kann.“ In der Tat musste Julian Malatini sofort funktionieren, viel Zeit zum Eingewöhnen blieb nicht. Bereits beim Debüt gegen Freiburg Ende Januar erzielte er kurz nach seiner Einwechslung den umjubelten Treffer zum 3:1-Endstand, aufgrund eklatanter Personalsorgen im Team von Trainer Ole Werner fand sich der Südamerikaner ab Mitte Februar sogar mehrmals in der Startelf wieder. Dort hinterließ Malatini zunächst einen ordentlichen Eindruck, später war jedoch nicht zu übersehen, dass es auch noch Verbesserungspotenzial gibt. So weit, so normal. Clemens Fritz hat ohnehin lieber den ganzheitlichen Blick auf die Entwicklung. „Er ist angekommen in Bremen, sportlich und menschlich“, hat der 43-Jährige registriert. „Julian lernt fleißig Deutsch und spricht schon ein paar Sätze. Er ist sehr interessiert, bodenständig und reflektiert.“

In die neue Saison dürfte Malatini als klarer Herausforderer für einen Platz in der Abwehrkette gehen. Nach aktuellem Stand sollte sich Werners erste Wahl erneut aus dem Kreise etablierter Profis wie Kapitän Marco Friedl, EM-Teilnehmer Milos Veljkovic, Niklas Stark, Anthony Jung und auch Amos Pieper zusammensetzen. Doch wenn Julian Malatini tatsächlich zeitnah den nächsten Schritt macht, könnte die interne Rangordnung auch ein wenig durcheinandergebracht werden. Ein bisschen Druck auf die arrivierten Kräfte kann gewiss nicht schaden. Von Vorteil ist dabei für den jungen Verteidiger sicherlich, dass er nun erstmals die komplette Vorbereitung der Grün-Weißen absolvieren wird, sich noch weiter in die Details des Systems des SV Werder Bremen einarbeiten kann.

Wegen Wechsel zum SV Werder Bremen und zügiger Abreise von Argentiniens U23: Julian Malatini nicht bei Olympia dabei

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass sich Malatini im Normalfall demnächst ganz woanders befinden würde als am Osterdeich oder im österreichischen Zell am Ziller, wo das obligatorische Trainingslager steigt. Eigentlich hatte der Argentinier auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris geschielt, noch im vergangenen Winter gehörte er schließlich zum U23-Kader der „Albiceleste“. Das Fußball-Turnier im Zeichen der fünf Ringe findet nun aber ohne Malatini statt – und das hat auch mit seinem Wechsel nach Europa zu tun. Um seine Chance in Deutschland zu ergreifen, packte Malatini in Windeseile seine sieben Sachen bei der Nachwuchsauswahl und nahm den nächstbesten Flieger in Richtung Bremen. Die zügige Abreise gefiel Trainer und Ex-Profi Javier Mascherano überhaupt nicht. „Ich kann nicht verstehen, warum man uns vorher nicht mal über die Verhandlungen informiert hat“, schimpfte der frühere Barca-Star seinerzeit. Julian Malatini war sich der schwierigen Situation bewusst, betonte bereits kurz nach seiner Vertragsunterzeichnung beim SV Werder Bremen: „Es musste schnell gehen, und das war sicherlich nicht für alle ganz einfach.“ Doch er schob auch hinterher: „Ich denke, dass es trotzdem die richtige Entscheidung für mich ist.“
 
Eine Entscheidung mit Folgen für Olympia. Denn Julian Malatini gehört nun tatsächlich nicht zum 23-köpfigen Tross, der für das Großereignis in Paris (26. Juli bis 11. August) nominiert wurde und zuvor ohne sein Mittun die Qualifikation gemeistert hatte. „Es war damals für Argentinien sicher keine leichte Situation, weil sie keinen Spieler mehr nachnominieren konnten“, meint Clemens Fritz mit Blick auf die damaligen Ereignisse. Die jetzige Nichtberücksichtigung kommt Werder Bremen zwar sportlich nicht ungelegen, weil Malatini somit eben nicht wochenlang abgestellt werde muss, der Sportchef der Norddeutschen bedauert die Ausbootung dennoch und hofft, dass der junge Innenverteidiger perspektivisch wieder berücksichtigt wird. „Ich würde mir wünschen, dass er in Zukunft wieder eine Chance in der Nationalmannschaft bekommt, wenn seine Leistungen bei uns stimmen“, betont Fritz. Auf Letzteres bauen sie an der Weser ganz besonders. Die nächsten Monate dürften für Julian Malatini also erneut ziemlich ereignisreich werden. (mbü/dco)

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