Nach vergebener Großchance
Werder-Angreifer Justin Njinmah lässt mit Instagram-Post aufhorchen
Am Sonntag hatte Justin Njinmah die riesige Gelegenheit auf Werder Bremens Siegtreffer gegen Eintracht Frankfurt liegen gelassen. In einem Instagram-Post hat sich der Angreifer von Werder Bremen nun vermeintlich dazu geäußert.
Bremen - Die Szene hat für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt - bei Fans, Journalisten und beim SV Werder Bremen selbst. Inzwischen gibt es auch eine Reaktion von Hauptdarsteller Justin Njinmah, der sich nach seiner vergebenen Chance zum Siegtreffer beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt nicht geäußert hatte. Junge Spieler wie den seit Mittwoch 23-Jährigen lässt Werder noch nicht vor TV-Kameras oder Notizblöcke. Gesprochen haben nach dem Spiel deshalb vor allem Trainer Ole Werner sowie Marvin Ducksch, der durchaus verärgert deutlich gemacht hatte, dass über den Ego-Trip seines Teamkollegen noch zu reden sein werde.
Nach vergebener Konterchance bei Werder Bremen: Justin Njinmah äußert sich mit Instagram-Post
Njinmah wählte nun einen anderen, einen eigenen Weg, sich öffentlich zu äußern. Auf seinem Instagram-Profil veröffentlichte der gebürtige Hamburger einen speziellen Post, der sich zwar nicht direkt mit seiner vergebenen Konterchance beschäftigt, aber durchaus in diese Richtung interpretiert werden kann. Zwei Fotos sind dort zu sehen. Das erste, in Farbe gehaltene Bild zeigt Justin Njinmah beim Aufwärmen gespannt nach vorne schauend. Auf dem zweiten Foto ist ein Njinmah nach seiner Einwechslung für Werder Bremen zu sehen, der mit gesenktem Kopf über den Rasen läuft – und das nicht in Farbe, sondern in schwarz-weiß. Das wirkt schon sehr traurig.
Dazu passt auch Justin Njinmahs Bildunterschrift: „Romans 8:18“. Das dürfte für Buch Römer, Kapitel acht, Vers 18 im Neuen Testament der Bibel stehen. Denn der Angreifer von Werder Bremen präsentiert auf Instagram immer mal wieder religiöse Inhalte - wie die Bibeltextstelle Jesaja 55,8 in seiner Profilbeschreibung oder sein Tattoo „God“ (Gott, Anm. d. Red.) auf seinem Oberschenkel. In Römer 8,18 heißt es übrigens: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“
Was der Instagram-Post von Werder Bremens Justin Njinmahs bedeuten könnte
Was das bedeuten soll? Eventuell, dass Justin Njinmah an der Szene zu knabbern hat („Leiden“), er aber versucht, nach vorne zu blicken. Dort soll den hochveranlagten Tempospieler womöglich eine große Karriere erwarten („Herrlichkeit“), an dessen Anfang er bei Werder Bremen gerade noch steht. Zum Charakter Njinmahs, der sich vor dieser Saison selbstbewusst und angriffslustig gezeigt hatte, würde das ebenso gut passen wie allgemein zur Entwicklung eines talentierten Fußballers. Denn da gehören Rückschläge, wie der in der 87. Spielminute gegen Eintracht Frankfurt nun mal dazu.
Justin Njinmah war gemeinsam mit seinen Teamkollegen Marvin Ducksch und Romano Schmid auf zwei Frankfurter vor dem Tor zugelaufen. Statt abzuspielen suchte der junge Profi von Werder Bremen selbst den Abschluss und vergab kläglich. Sehr zum Ärger von Ducksch: „Ich weiß nicht, ob ich nochmal mit ihm darüber spreche. Aber wenn ich es nicht anspreche, müssen es andere ansprechen.“ Andererseits meinte der Angreifer auch: „Es ist kein Vorwurf an den Jungen, er ist noch in der Lernphase. Wir müssen es als Mannschaft besser ausspielen.“ Rückendeckung für Njinmah gab es auch von Schmid, der den Post des Kollegen mit einem entsprechenden Emoji versah. (tos)