Tor und Vorlage bei Werder-Debüt
Njinmah macht es wie Diego und Werder sehr glücklich
Justin Njinmah hat ein außergewöhnliches Bundesliga-Debüt für den SV Werder Bremen gefeiert. Der Youngster überzeugte gegen Mainz 05 mit einem Tor und einer Vorlage - und wandelt damit auf den Spuren eines gewissen Diego.
Bremen – Was für eine verrückte Geschichte! Justin Njinmah spielt zum ersten Mal für den SV Werder Bremen in der Bundesliga, bereitet ein Tor vor und trifft dann auch selbst, was vor ihm letztmals ein gewisser Diego geschafft hat – und beinahe wäre alles ganz anders gekommen. Denn eigentlich wollte Trainer Ole Werner den pfeilschnellen Stürmer in der 76. Minute gar nicht einwechseln, es sollte Neuzugang Olivier Deman für den angeschlagenen Anthony Jung kommen. Doch plötzlich signalisierte Stürmer Dawid Kownacki, dass es nicht mehr geht. Also disponierte Werner um. Mit großem Erfolg: Njinmah machte mit seinem Assist und seinem Treffer aus dem 2:0-Vorsprung des SV Werder einen sicheren 4:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05.
Werder Bremens Clemens Fritz: „Justin Njinmah mit seinem Tempo kannst du eigentlich gar nicht halten“
„Justin hat seine Waffen heute offengelegt“, freute sich Ole Werner nach der Partie für den 22-Jährigen: „Durch die 2:0-Führung ist viel Raum entstanden, und es ist klar, dass er das mit seiner Geschwindigkeit sehr, sehr gut für uns nutzen kann. Deshalb freue ich mich, dass der Wechsel aufgegangen ist.“ Auch Clemens Fritz war als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen begeistert vom Auftritt des Angreifers: „Justin mit seinem Tempo kannst du eigentlich gar nicht halten.“ Bei seinem Sprint vor dem 3:0 hatte Justin Njinmah mal eben Werders Tempo Bestmarke für die Saison geknackt – mit 34,72 km/h. Damit katapultierte er sich auf Rang acht der aktuellen Sprintwertung in der Bundesliga. Die wird angeführt von Leroy Sane (FC Bayern München/35,82). Erin Dinkci, der gerade von Werder an Heidenheim ausgeliehen ist, belegt übrigens mit 34,97 km/h Platz fünf.
Aber zurück zu Justin Njinmah: Sein Bundesliga-Debüt hatte der gebürtige Hamburger bereits vergangenen Herbst im Trikot von Borussia Dortmund gefeiert – als Leihspieler von Werder Bremen. Seine Heimat bei den Westfalen war eigentlich die U23, für die er in der 3. Liga stark aufspielte. Deshalb und wegen Personalnot bei den Profis durfte er dort aushelfen. Am Saisonende hätte ihn der BVB für drei Millionen Euro verpflichten können, verzichtete aber darauf. Also kehrte Njinmah nach Bremen zurück.
Justin Njinmah gelingen bei seinem Bundesliga-Debüt für Werder Bremen ein Tor und eine Vorlage
Und nun profitiert er durchaus vom Wechsel von Niclas Füllkrug – passenderweise zum BVB. Denn kurzfristig ist er im Stürmer-Ranking des SV Werder Bremen eine Position aufgerückt und wurde deshalb gegen Mainz 05 auch erstmals in einem Pflichtspiel eingesetzt. Nur der Zeitpunkt der Einwechslung war dabei glücklich. Denn Ole Werner verriet, dass er Justin Njinmah ohnehin noch bringen wollte.
Für den Youngster des SV Werder Bremen lief es dann perfekt. Wenngleich noch unklar ist, ob seine Vorarbeit zum 3:0 nicht auch ein Torschuss gewesen sein könnte. Der Ball landete schließlich bei Leonardo Bittencourt, der sich deutlich sichtbar ein noch früheres Anspiel vom Kollegen gewünscht hätte. Doch Justin Njinmah ist da manchmal noch etwas eigensinnig, wie es zu Stürmern durchaus passt. Beim eigenen Treffer gab es keine Diskussion, wer abschließt. Njinmah steuerte nach feinem Pass von Romano Schmid allein aufs Tor des FSV Mainz 05 zu und vollstreckte eiskalt.
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Justin Njinmah wandelt bei seinem Bundesliga-Debüt für Werder Bremen auf den Spuren von Diego
Ein perfektes Bundesliga-Debüt für Justin Njinmah, das es so letztmals bei Werder Bremen 2006 gegeben hat – und das von keinem Geringeren als Diego: Der trug bei seiner Premiere für die Grün-Weißen zum 5:2-Sieg in Hannover ein Tor und sogar zwei Vorlagen bei. Allerdings hatte der damals 21-jährige Brasilianer auch durchgespielt. Es folgten viele weitere überragende Spiele für Werder.
Und was wird aus Justin Njinmah? Fritz macht sich jedenfalls keine Sorgen, dass der Angreifer jetzt abhebt: „Ich muss ihn nicht einfangen. Er kann das schon ganz gut einschätzen.“ Schließlich liege ein besonderer Weg hinter ihm. Vor zwei Jahren holte Werder den Angreifer ablösefrei von der U23 von Holstein Kiel in die eigene Nachwuchsmannschaft. Weil er dort aber viel zu gut für die Regionalliga Nord war, wurde er nach wenigen Monaten per Leihe an den BVB weitergereicht. Jetzt trifft Njinmah wieder für Werder Bremen. Am Mikro von Stadionsprecher Arnd Zeigler präsentierte sich der 22-Jährige dann überglücklich, aber auch ganz bescheiden. Weitere Interviews sollte er nach dem Spiel gegen Mainz 05 dann erstmal nicht mehr geben, diese Bühne blieb noch den erfahrenen Profis vorbehalten. (kni/mbü)