Werder-Sportchef zufrieden
„Eine gute Lösung“: Werders Fußball-Chef Clemens Fritz ordnet Transfer von Karim Coulibaly ein
Viele Fans des SV Werder Bremen wundern sich über die generierte Ablösesumme für Karim Coulibaly. So bewertet Sportchef Clemens Fritz den Transfer.
Und auf einen Schlag ist der SV Werder Bremen abgestürzt, findet sich plötzlich auf Rang 14 der Bundesliga wieder. Dabei ist noch kein einziges Spiel gespielt worden. Aber es ist auch die Marktwert-Tabelle, in der die Norddeutschen nach dem Verkauf von Karim Coulibaly kräftig Federn lassen mussten. Auf 28 Millionen Euro wird der Wert des Profis taxiert, der künftig für den französischen Erstligisten Racing Straßburg auflaufen wird. Für 20 Millionen Euro inklusive einer rund zehnprozentigen Weiterverkaufsbeteiligung haben die Bremer den Abwehrmann ziehen lassen.
In einer besonderen Statistik katapultierte das Karim Coulibaly direkt an die Spitze, denn noch nie zuvor ist ein 19-jähriger deutscher Innenverteidiger für eine derartige Summe transferiert worden. Ein gewisser Jonathan Tah folgt mit gehörigem Abstand auf Rang zwei, der vor der Saison 2015/16 einst vom Hamburger SV für 9,5 Millionen Euro zu Bayer 04 Leverkusen wechselte. Ganz besondere Dimensionen also, in denen sich der Linksfuß da bewegt – und die unter anderem dafür sorgen, dass Werder Bremens Fußball-Chef Clemens Fritz zufrieden auf den jetzigen Deal schaut.
„Ein finanziell guter Transfer“ für Werder Bremen: Clemens Fritz ordnet Verkauf von Karim Coulibaly ein
„Aus sportlicher Sicht ist es schade, dass Karim uns verlässt, doch wirtschaftlich haben wir für alle Seiten eine gute Lösung gefunden“, betont der 45-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. „Wir sind ein Verein, der jedes Jahr Transfererlöse erzielen muss, um strukturelle Defizite auszugleichen. Im Frühjahr hat uns dabei der Verkauf von Mio Backhaus geholfen, jetzt tut es der Wechsel von Karim. Er ist der zweitteuerste Verkauf der Vereinsgeschichte, es ist also ein finanziell guter Transfer für Werder.“ Lediglich Mittelfeld-Legende Diego wurde einst noch kostspieliger abgegeben, als 27 Millionen Euro fällig wurden.
Geringere Ablösesumme als erhofft: Wie Werder Bremen den Transfer von Karim Coulibaly einordnet und was er ermöglicht
Beim jetzigen Geschäft war – so ist es aus der Branche zu hören – nicht mehr rauszuholen. Die Straßburger sind mit ihrer dritten Offerte an ihre Schmerzgrenze gegangen, einen Konkurrenten, der die Franzosen noch hätte überbieten können, gab es nicht. Weil andere liquide Clubs sich anderweitig orientierten und ihr vorheriges Interesse auch wegen der lange unklaren Beraterlage des Spielers nicht intensivieren konnten oder wollten.
Und in dieser Gemengelage entstand ein Preis, der unter dem Strich als marktgerecht angesehen wird – auch wenn die emotionale Komponente im Fanlager anderes vermuten lässt. Und die hohen Erwartungen der Vormonate, als Summen von 30 oder 40 Millionen durch die Gazetten geisterten, ihr Übriges taten. Werder Bremen schuf indes Fakten und legte sich nach reifer Überlegung auf den Verkauf unter kolportiertem Marktwert fest.
Und nahm so eine ordentliche Stange Geld ein. Eine Finanzspritze, die hilft – aber nicht automatisch den Weg in den Luxus weist. „Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass wir jetzt selbst millionenschwere Transfers tätigen können“, bekräftigt Clemens Fritz. Stattdessen gelte bei Werder Bremen nach wie vor die altbekannte Marschroute: „Wir müssen auf dem Markt weiterhin kreativ sein.“ (mbü)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
