Werder-Stürmer mit zwei guten Auftritten
Kaltschnäuziger Flankengeber: Keke Topp empfiehlt sich auf mehreren Ebenen für Werders Startelf
Keke Topp hat nach seinen beiden Einwechslungen gegen Borussia Mönchengladbach (1:4) und Holstein Kiel (2:1) überzeugt. Winkt dem Sturmtalent des SV Werder Bremen bald ein Startelf-Einsatz? Wie Peter Niemeyer als Leiter Profifußball die Situation des 20-Jährigen einschätzt.
Bremen – Der Held des Abends war ein anderer, Oliver Burke hatte sich mit seinem späten Tor gegen Kiel die ungeteilte Aufmerksamkeit gesichert. Und so ging im ganzen Trubel fast ein wenig unter, dass der erlösende Treffer ohne die herrliche Flanke von Keke Topp gar nicht erst möglich gewesen wäre. Der 20-Jährige setzte so das nächste eigene Ausrufezeichen, bereits eine Woche zuvor beim enttäuschenden Auftritt des SV Werder Bremen in Mönchengladbach (1:4) hatte der Stürmer mit seinem allerersten Bundesligatreffer für einen Lichtblick an einem insgesamt trüben Abend gesorgt. „Es ist schön zu sehen, dass er in den letzten beiden Spielen nach seinen Einwechslungen direkt Einfluss aufs Geschehen hatte“, lobt Peter Niemeyer als Leiter Profifußball den gebürtigen Gnarrenburger im Gespräch mit der DeichStube und fordert: „Er muss jetzt weiter dranbleiben.“
Werder Bremens Peter Niemeyer über Keke Topp: „Ich sehe ihn auf einem guten Weg“
Große Zweifel an der richtigen Einstellung Topps hat der 40-Jährige aber ohnehin nicht. Der Junioren-Nationalspieler ist aktuell zwar nicht allererste Wahl bei Trainer Ole Werner, doch herunterziehen lasse sich der Ex-Schalker davon keineswegs. „Natürlich ist er auch mal enttäuscht, wenn er nicht von Beginn an startet, aber ich sehe ihn auf einem guten Weg“, hat Peter Niemeyer beobachtet. „Er nimmt die Situation an, arbeitet intensiv – und dann wird irgendwann auch der Startelfeinsatz daraus resultieren.“ Vielleicht ja schon beim nächsten Auswärtsspiel des SV Werder Bremen, in der Bundesliga müssen die Grün-Weißen nach der Länderspielpause bei Eintracht Frankfurt (23. November, 18.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) ran. Nach einigen unauffälligen Wochen zeigt die Formkurve von Keke Topp derzeit jedenfalls ordentlich nach oben.
„Leistungsschwankungen sind normal in meinem Alter. Natürlich habe ich mich geärgert, als Dinge nicht geklappt haben. Aber ich wusste immer, dass die Zeit für mich spielt, wenn ich dranbleibe“, hatte Keke Topp erst kürzlich in einem „Bild“-Interview erklärt und dabei auch verraten, wie der Profi des SV Werder Bremen versucht, sich für die Anforderungen im deutschen Fußball-Oberhaus in Schuss zu bringen: „Ich lege Extra-Schichten ein, um mich im Passspiel, Athletik und Zweikämpfen zu verbessern. Ich möchte noch schneller und explosiver werden. Ein Leichtgewicht werde ich aufgrund meiner Genetik nie. Das ist ja auch ein Vorteil, auch deshalb bin ich hier.“
Werder Bremens Peter Niemeyer über Keke Topp: „Es ist gut, dass man als Spieler ungeduldig ist“
Die zusätzliche Schufterei trägt Früchte. Keke Topp spielt sich mehr und mehr in den Vordergrund, beweist, dass sein Hattrick aus dem ersten DFB-Pokalspiel der Saison bei Energie Cottbus keine Eintagsfliege war. Und dabei überzeugt der Angreifer des SV Werder Bremen eben nicht nur in seiner vermeintlichen Kernkompetenz als Zielspieler im Strafraum, sondern unterstreicht eben auch, dass er selbst bestens in der Lage ist, den Ball punktgenau und gefährlich vor den gegnerischen Kasten zu bringen. Die quälende Warterei auf mehr Einsatzzeit könnte somit bald Vergangenheit sein. „Es ist gut, dass man als Spieler ungeduldig ist“, hebt Peter Niemeyer hervor, „aber man muss es in die richtigen Bahnen lenken und sich daran erinnern, dass das alles kein Sprint ist, sondern auch mal ein Marathon sein kann. Und das tut Keke.“ (mbü)