Werder-Stürmer im Fokus
„Ein anderes Kaliber“: Werder-Coach Werner dämpft Erwartungserhaltung um Topp – und hofft auf ein Stück Kuchen
Keke Topp hat bei seinem Pflichtspiel-Debüt für Werder Bremen im DFB-Pokal mit drei Toren restlos überzeugt. Jetzt folgt die Feuertaufe in der Bundesliga gegen den FC Augsburg. Warum Trainer Ole Werner die Erwartungen drosselt.
Bremen – Wer erstmals für seinen neuen Verein ein Tor erzielt, der muss in Amateurmannschaften meistens eine Kiste Bier zum nächsten Training mitbringen. Auch bei Profiteams gibt es solche Rituale, da muss nach einer Tor-Premiere schon mal die Mannschaft zum Essen eingeladen werden. Keke Topp dürfte es deshalb nicht anders ergehen, doch noch hat der Neuzugang des SV Werder Bremen, der im DFB-Pokalspiel bei Energie Cottbus (3:1) alle drei Bremer Tore erzielt hatte, nicht geliefert. „Die Woche war kurz, deshalb glaube ich, dass das diese Woche noch nicht passiert ist“, sagte Trainer Ole Werner auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) und fügte noch an: „Aber ich gehe fest davon aus, dass er da nicht drumherum kommen wird und die Jungs ihm schon noch genau erklären werden, was das Ritual ist.“
Fakt ist dagegen, dass der 20-jährige Stürmer nach seinem Traum-Debüt in Cottbus noch mehr im Fokus stehen wird. Dabei hat Keke Topp erst ein Bundesliga-Spiel absolviert – im April 2023 wirkte er ganze 19 Minuten lang bei der 0:2-Niederlage des FC Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim mit. Zwar stehen für den gebürtigen Bremervörder auch 25 Zweitliga-Einsätze zu Buche, trotzdem versuchte Ole Werner, die Erwartungshaltung an den Neuzugang des SV Werder Bremen etwas zu dämpfen: „Wir haben es mit einem jungen Spieler zu tun und es ist ein Unterschied, ob ich in der zweiten Liga Zweikämpfe führe, ob ich das im DFB-Pokal gegen einen Drittligisten mache oder jetzt Woche für Woche auf Bundesliga-Niveau tue. Da sind dann die Sportsfreunde Gouweleeuw und Schlotterbeck ein anderes Kaliber, auf die er am Wochenende treffen wird.“
Steht Keke Topp bei Werder Bremen auch gegen den FC Augsburg in der Startelf?
Ob Keke Topp am Samstag (ab 15.30 Uhr live im TV und im Livestream) gegen die Fuggerstädter sein Startelf-Debüt in der Bundesliga geben wird, wollte der Trainer des SV Werder Bremen noch nicht verraten, ließ aber durchblicken: „Ein Stürmer, der drei Tore und ein gutes Spiel macht, sammelt natürlich auch Argumente für sich.“
Es darf also davon ausgegangen werden, dass der bullige Angreifer Topp, der im Sommer für zwei Millionen Euro von Schalke 04 an die Weser wechselte, auch gegen den FC Augsburg zur Werder-Anfangsformation gehören wird – und gleich die nächste Premiere feiern könnte, denn ein Bundesliga-Tor ist Keke Topp bislang noch nicht gelungen. Welche Rituale in der Mannschaft ihm blühen könnten, weiß Ole Werner aber auch nicht, „weil wir als Trainerteam von solchen Momenten meistens nichts haben.“ Ein Stück Kuchen habe den Werder-Coach bislang zumindest noch nie erreicht. „Das könnten wir auch mal ändern“, merkte Werner an und lachte. (nag)