Große Fußstapfen für Werder-Stürmer
„Dann werden wir Keke nicht ganz gerecht“: Werder-Trainer Ole Werner über die Vergleiche zwischen Keke Topp und Niclas Füllkrug
Neuzugang Keke Topp wird rund um den SV Werder Bremen immer wieder mit Nationalspieler und Ex-Bremer Niclas Füllkrug verglichen. Was SVW-Trainer Ole Werner darüber denkt.
Bremen – Keke Topp hat einen stämmigen Körper, einen wuchtigen Abschluss, ist kopfballstark und gut darin, den Ball abzuschirmen - kurzum: Er ist ein echter Neuner. Der 20-Jährige bringt alle Attribute mit, die einen waschechten Stoßstürmer auszeichnen. Auch deshalb wird der Neuzugang des SV Werder Bremen immer wieder mit seinem Vorgänger an der Weser, Niclas Füllkrug, verglichen – obwohl Topp genau das eigentlich nicht will. Was Werders Chefcoach Ole Werner über die Vergleiche denkt, hat er nun beim 8. DeichTalk der DeichStube verraten.
Was Werder Bremens Trainer Ole Werner missfällt der Vergleich zwischen Keke Topp und Niclas Füllkrug
„Da geht mir in erster Linie durch den Kopf, dass die Zeitungen verkauft werden müssen. Der Name Niclas Füllkrug sorgt offenbar nach wie vor für Umsatz am Kiosk“, sagte Ole Werner mit einem Grinsen im Gesicht und sorgte für Gelächter im Publikum. Er könne jedoch verstehen, warum man bei beiden Spielern über klassische Mittelstürmer spricht. „Bei Keke ist es so, dass er ein Profil hat, was es heute nicht mehr so häufig gibt“, sagte Werner und erklärte: „Wenn du im Jugendbereich nach klassischen Stürmern suchst, die mit dem Rücken zum Tor ihre Stärken haben, gibt es heute nur noch relativ wenige deutsche Spieler, die das können. Von daher bringt Keke da relativ viel mit.“
Doch dem Übungsleiter des SV Werder Bremen missfällt der Vergleich mit Niclas Füllkrug. „Wenn man diesen Keke Topp, der erst im letzten halben Jahr beim FC Schalke 04 das erste Mal so richtig im Profifußball angekommen ist, nun mit einem Bundesliga-Torschützenkönig und deutschen Nationalspieler vergleicht, der jetzt nach England gewechselt ist, dann werden wir Keke nicht ganz gerecht“, begründet Ole Werner. Es gelte nun, Topp so weiterzuentwickeln, dass das, was bei ihm in der zweiten Liga gut funktioniert hat, nun auch eine Etage höher klappt. „Er ist sehr lernwillig, bringt super Anlagen mit, und dann ist es jetzt unsere gemeinsame Aufgabe, dass der Vergleich mit Niclas Füllkrug in zehn Jahren gezogen werden kann.“
Philipp Bargfrede über Keke Topp und seine Zeit beim SV Werder Bremen: „Man muss, wenn man die Chance bekommt, auch liefern“
Dass Keke Topp seinen Weg beim SV Werder Bremen gehen kann, davon ist Philipp Bargfrede überzeugt. „Er kann sich selbst sehr gut einschätzen und darf einfach nicht aufhören, weiter an sich zu arbeiten“, sagte der frühere Mittelfeldspieler, der genau weiß, wovon er spricht. Im Alter von 20 Jahren debütierte Bargfrede unter Thomas Schaaf in der Bundesliga, absolvierte insgesamt 226 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. „Man muss, wenn man die Chance bekommt, auch liefern und seine Leistung bringen. Und wenn man sich in eine Mannschaft reingespielt hat, muss man weitermachen und darf nicht denken, man hat es geschafft. Das erfordert viel Arbeit und Bodenständigkeit.“ Eigenschaften, die Topp laut Bargfrede hat. „Er ist ein Mann vom Land, kommt bei mir aus der Nähe“, sagte er und fügte mit einem Augenzwinkern an: „Der wird schon wissen, was gut am Tresen ist.“ (nag)