Werder fehlen drei Millionen Euro
Klartext von Filbry: Sponsor für Stadion muss schnell her
Bremen - Werder-Boss Klaus Filbry sagt es ganz offen: „Wir müssen das Thema forcieren!“ Es geht um die Namensrechte am Weserstadion. Für die hatte in der Vergangenheit Sponsor EWE bezahlt, ohne den Namen tatsächlich anzutasten. Im Zuge der Vertragsverlängerung haben die Oldenburger diese Form des Sponsorings ab dieser Saison gestrichen. Und nun muss Werder zahlen.
Denn das Geld ging direkt an die Bremer Weserstadion GmbH (BWS) und floss damit in die Finanzierung des Stadionumbaus. Auf der Arena lasten immer noch Schulden in Höhe von 70 Millionen Euro. Die BWS gehört jeweils zu 50 Prozent der Stadt Bremen und dem SV Werder, wobei der Bundesligist als Hauptnutzer fast alleine für die Finanzierung zuständig ist. Drei Millionen Euro müssen pro Jahr für Zinsen und Tilgung aufgebracht werden.
Die waren bislang durch das Sponsoring abgedeckt. „Wir müssen einen Stadionpartner haben. Das ist ein Bestandteil der gesamten Kalkulation. Fehlt das Geld, dann muss es von uns kommen, und dann geht es aus dem Sport raus“, sagt Filbry im Gespräch mit der DeichStube und fügt noch an: „Es tut uns weh, wenn wir keinen Stadionpartner haben.“
Werder favorisiert „charmantere Lösung“
Finanziell am lukrativsten wäre ein Verkauf der Namensrechte inklusive Umbenennung. Dann könnte Werder wahrscheinlich die kompletten drei Millionen Euro einsparen. Vielleicht wäre sogar noch etwas mehr Geld für eine schnellere Tilgung drin. Doch die Interessenten stehen dafür nicht Schlange, weil ein Aufschrei der Fans und damit Anti-Werbung befürchtet wird.
Werder favorisiert ohnehin eine „charmantere Lösung“, wie Filbry es nennt. Demnach würde der Name Weserstadion bleiben und möglicherweise nur den Zusatz „powered by“ (plus Name des Sponsors) erhalten. Dem Geldgeber soll diese Light-Version durch umfangreiche Werbepakete im Stadion schmackhaft gemacht werden. „Wir führen Gespräche in beide Richtungen“, berichtet Filbry und betont noch mal: „Der Handlungsdruck ist größer geworden. Ich würde es ungern noch ein Jahr so machen wie bisher.“