Nach Entlassung bei Darmstadt 98

Kohfeldt über Frings: "Er steht definitiv wieder auf"

Von 2014 - 2016 waren Thorsten Frings und Florian Kohfeldt Co-Trainer bei Werder Bremen.
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Von 2014 - 2016 waren Thorsten Frings und Florian Kohfeldt Co-Trainer bei Werder Bremen.

Bremen - Über Florian Kohfeldt lässt sich sagen, dass er im Moment obenauf ist. Drei Siege in fünf Spielen mit Werder Bremen sind eine Aussage.

Über seinen ehemaligen Co-Trainer-Kollegen Torsten Frings lässt sich sagen, dass er gerade das genaue Gegenteil erlebt. Der Ex-Nationalspieler wurde am Samstag bei Zweitligist Darmstadt 98 als Chefcoach freigestellt, nachdem die Mannschaft unter seiner Regie bis auf den Relegationsplatz abgerutscht ist. Bei Kohfeldt und auch bei Werder-Sportchef Frank Baumann blieb die Entlassung nicht ohne Reaktion.

„Jede Trainer-Entlassung ist schade. Wenn es einen persönlichen Freund trifft, ist es aber nochmal schlimmer“, sagte Baumann, der allerdings im September letzten Jahres selbst am Hebel der Falltür gezogen hatte, durch die Frings, Kohfeldt und Cheftrainer Viktor Skripnik fielen. Baumann hatte das Trainerteam entlassen, Kohfeldt jedoch quasi nur auf Eis gelegt, um ihn später zum U23-Trainer zu machen. Frings musste gehen, heuerte dann im Dezember beim zu dem Zeitpunkt schon sehr sicheren Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 an. „Torsten hat in Darmstadt in der vergangenen Saison gute Arbeit geleistet, hat auch in der Zweiten Liga einen guten Start gehabt“, meint Baumann und nennt die Entlassung durch die „Lilien“ „etwas überraschend“.

Nach der Niederlage gegen Aue hat Darmstadt 98 die Reißleine gezogen und Trainer Torsten Frings freigestellt.

Wirklich überraschend kam die Trennung nach der Talfahrt in die Abstiegsregion jedoch nicht. „Ich fühle auf jeden Fall mit Torsten. Es tut mir sehr leid für ihn“, sagte Florian Kohfeldt: „Aber ich kenne Torsten auch als jemanden, der definitiv wieder aufstehen und seinen Weg als Trainer weiter gehen wird, da bin ich mir absolut sicher. Torsten ist ein Trainer mit hoher Qualität.“

Frings wird nun sicherlich wieder viel mehr Zeit in Bremen verbringen. Die Gelegenheit, sich auf einen Kaffee zu treffen, wäre da. Wahrscheinlich bleibt es aber erstmal beim Ferngespräch, so Kohfeldt: „Mit Sicherheit werden wir die Tage mal telefonieren.“

Torsten Frings - Eine Legende bei Werder Bremen

Kurz vor Weihnachten 1996 stellen Manager Willi Lemke (l.) und Trainer "Dixie" Dörner Torsten Frings bei Werder Bremen als Neuzugang von Alemannia Aachen vor.
Kurz vor Weihnachten 1996 stellen Manager Willi Lemke (l.) und Trainer "Dixie" Dörner Torsten Frings bei Werder Bremen als Neuzugang von Alemannia Aachen vor. © imago
Frings wird schnell Stammspieler im Bremer Ensemble um Vereins-Ikone Dieter Eilts (r.). In den ersten Spielzeiten landet Werder auf Mittelfeldplätzen, rettete sich 1999 sogar nur knapp vor dem Abstieg.
Frings wird schnell Stammspieler im Bremer Ensemble um Vereins-Ikone Dieter Eilts (r.). In den ersten Spielzeiten landet Werder auf Mittelfeldplätzen, rettete sich 1999 sogar nur knapp vor dem Abstieg. © imago
Trotz einer Krisen-Saison gewinnt Werder 1999 mit Torsten Frings den DFB-Pokal. In einem dramatischen Elfmeter-Krimi gegen Bayern München holt Frings seinen ersten Profi-Titel.
Trotz einer Krisen-Saison gewinnt Werder 1999 mit Torsten Frings den DFB-Pokal. In einem dramatischen Elfmeter-Krimi gegen Bayern München holt Frings seinen ersten Profi-Titel. © imago
Am 27. Januar 2001 bestreitet Torsten Frings im Pariser Stade de France sein erstes Spiel für die deutsche A-Nationalmannschaft. Das Spiel gegen Frankreich endet 0:1.
Am 27. Januar 2001 bestreitet Torsten Frings im Pariser Stade de France sein erstes Spiel für die deutsche A-Nationalmannschaft. Das Spiel gegen Frankreich endet 0:1. © imago
Unter Thomas Schaaf setzt sich Werder mit Torsten Frings wieder in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga fest.
Unter Thomas Schaaf setzt sich Werder mit Torsten Frings wieder in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga fest. © imago
Mit Platz sechs in der Liga qualifiziert sich Werder Bremen 2002 mal wieder für den Uefa-Cup. Leistungsträger Torsten Frings...
Mit Platz sechs in der Liga qualifiziert sich Werder Bremen 2002 mal wieder für den Uefa-Cup. Leistungsträger Torsten Frings... © imago
... entscheidet sich für den Trikotwechsel. Er wechselt zum Deutschen Meister Borussia Dortmund. Dort bleibt er von 2002 bis 2004, ehe er...
... entscheidet sich für den Trikotwechsel. Er wechselt zum Deutschen Meister Borussia Dortmund. Dort bleibt er von 2002 bis 2004, ehe er... © imago
...zum Rekordmeister Bayern München weiterzieht. Beim FCB bleibt Frings zwar nur eine Saison, gewinnt aber das Double aus Meisterschaft und Pokal 2005.
...zum Rekordmeister Bayern München weiterzieht. Beim FCB bleibt Frings zwar nur eine Saison, gewinnt aber das Double aus Meisterschaft und Pokal 2005. © imago
2005 kehrt Torsten Frings an die Weser zurück. Werder ist mittlerweile ein Spitzenteam und startet in der Champions League gegen Teams wie den FC Barcelona.
2005 kehrt Torsten Frings an die Weser zurück. Werder ist mittlerweile ein Spitzenteam und startet in der Champions League gegen Teams wie den FC Barcelona. © nordphoto
Torsten Frings ist bei Werder ein absoluter Leader, Kapitän war aber zunächst noch Frank Baumann, der 2009 den DFB-Pokal in die Höhe recken darf.
Torsten Frings ist bei Werder ein absoluter Leader, Kapitän war aber zunächst noch Frank Baumann, der 2009 den DFB-Pokal in die Höhe recken darf. © nordphoto
Baumann beendete nach dem Pokalsieg seine Karriere, Frings übernahm die Binde. 2011 verlässt Frings mit 34 Jahren die Bühne Bundesliga...
Baumann beendete nach dem Pokalsieg seine Karriere, Frings übernahm die Binde. 2011 verlässt Frings mit 34 Jahren die Bühne Bundesliga... © nordphoto
... und schließt sich für zwei Jahre dem FC Toronto an. In der MLS trifft er unter anderem auf seinen alten Werder-Weggefährten Frank Rost (damals New York Red Bulls).
... und schließt sich für zwei Jahre dem FC Toronto an. In der MLS trifft er unter anderem auf seinen alten Werder-Weggefährten Frank Rost (damals New York Red Bulls). © imago
2013 ist endgültig Schluss mit der aktiven Karriere. Sein Abschiedsspiel im Bremer Weserstadion nennt Torsten Frings "My Last Game in Green".
2013 ist endgültig Schluss mit der aktiven Karriere. Sein Abschiedsspiel im Bremer Weserstadion nennt Torsten Frings "My Last Game in Green". © nordphoto
Frings' Weg bei Werder sollte aber dort nicht enden. Er wurde Co-Trainer von Viktor Skripnik (l.) - zunächst in der U23, von 2014 bis 2016 auch bei den Profis.
Frings' Weg bei Werder sollte aber dort nicht enden. Er wurde Co-Trainer von Viktor Skripnik (l.) - zunächst in der U23, von 2014 bis 2016 auch bei den Profis. © gumzmedia
Das Gespann rettete Werder zweimal vor dem Abstieg. Nach katastrophalem Saisonstart 2016/2017 mussten Skripnik und Frings gehen. Der Manager, der sie entließ: Frank Baumann.
Das Gespann rettete Werder zweimal vor dem Abstieg. Nach katastrophalem Saisonstart 2016/2017 mussten Skripnik und Frings gehen. Der Manager, der sie entließ: Frank Baumann. © gumzmedia
Langweilig wird Torsten Frings nach seinem Abschied aus Bremen nicht. Im November 2016 besucht er das Wrestling-Debüt seines Kumpels Tim Wiese.
Langweilig wird Torsten Frings nach seinem Abschied aus Bremen nicht. Im November 2016 besucht er das Wrestling-Debüt seines Kumpels Tim Wiese. © nordphoto
Kurz vor Jahresende 2016 wird Torsten Frings erstmals Bundesliga-Cheftrainer. Der 40-Jährige übernimmt den stark abstiegsbedrohten Tabellenletzten Darmstadt 98.
Kurz vor Jahresende 2016 wird Torsten Frings erstmals Bundesliga-Cheftrainer. Der 40-Jährige übernimmt den stark abstiegsbedrohten Tabellenletzten Darmstadt 98. © gumzmedia
Am 9. Dezember 2017 wurde Frings nach insgesamt 36 Pflichtspielen beim SV Darmstadt entlassen.
Am 9. Dezember 2017 wurde Frings nach insgesamt 36 Pflichtspielen beim SV Darmstadt entlassen. © gumzmedia

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